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Finanzwissenschaft

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Bibliographic data

fullscreen: Finanzwissenschaft

Monograph

Identifikator:
1017727422
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-56103
Document type:
Monograph
Author:
Földes, Béla http://d-nb.info/gnd/119338211
Title:
Finanzwissenschaft
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1920
Scope:
1 Online-Ressource (XIV, 686 Seiten)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Finanzwissenschaft
  • Title page
  • Contents

Full text

642 
5. Buch. Der Staatskredit. 
Zirkulationsmitteln zu den Emissionsstellen zurück, wodurch der 
Verkehr bedeutend entlastet wird. 
Die Wirkung (fieses Zusammenhanges zwischen Kriegsanleihen 
und Geldverkehr läßt sich noch weiter verfolgen. Durch die Kon 
traktion des Geldverkehrs würde vor allem der weiteren Steigerung 
der Preise, die vernichtend auf der Konsumtion der Kriegsjahre 
lastete, Einhalt geboten. Auch die Besserung der Valuta, die die 
unumschränkten Emissionen gefährden würden, wirkte günstig auf 
den Abbau der Preise. Die fortschreitende Entwertung der Zahlungs 
mittel würde überdies den Staat zu einer entsprechenden Steigerung 
der Steuerlast genötigt haben. Die Kriegsanleihen hatten also den 
großen Nutzen, daß sie die Verschlechterung der Valuta und damit 
die Steigerung der Preise einschränkten und die infolge der Ent 
wertung der Zahlungsmittel nötige Steigerung der Staatseinnahmen 
zurückhalten. 
Ein ganz besonderes Gewicht ist auf die sozialpolitische Seite 
der Kriegsanleihen und namentlich auf ihren Einfluß bezüglich der 
Vermögensverteilung zu legen. Natürlich unterliegt es keinem 
Zweifel, daß die Anleihen im allgemeinen, also auch die jetzigen 
Kriegsanleihen die Macht des mobilen Vermögens steigern. 
Was nämlich den Einfluß der Kriegsanleihen auf die Ver 
mögensverteilung betrifft, so ist — wie wir oben sahen — auf Grund 
älterer Erfahrung die Annahme allgemein, daß die Anleihen die 
Verteilung der Vermögen ungünstig beeinflussen, indem sie zur 
Neubildung großer Vermögen Anlaß bieten. Was aber die Kriegs 
anleihen anbelangt, so ist es mit Genugtuung zu konstatieren, daß 
die Teilnahme breiter Schichten der Bevölkerung die Gefahr fern 
hielt, das Verhältnis der einzelnen Vermögensklassen zueinander un 
günstig zu verändern. Wbnn auch die großen Vermögen unter den 
Zeichnern der Kriegsanleihen stark vertreten sind, so ist es doch 
gewiß, daß die großen Privatvermögen — von Gesellschaften, In 
stituten, Korporationen abgesehen — eher unter als über ihrer 
Proportionalität blieben. 
Zu den Folgen der Kriegsaniehen gehört — direkt und in 
direkt — eine Tendenz zur Steigerung der Konsumtion, deren 
Wirkung infolge der durch den Krieg verursachten Minderung der 
Produktion und Einfuhr und des dadurch verursachten Waren 
mangels sich noch potenzierte. Gesteigert würde die Konsumtion 
durch die mittels der Kriegsaniehen erhöhte Zahlungsfähigkeit des 
Staates, der als Käufer von Munition, Lebensmitteln usw. auftritt. 
Gesteigert wird die Konsumtion durch die gesteigerte Zahlungs 
fähigkeit der Kriegsgewinnler usw. Wohl stehen diesen Momenten
	        

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Finanzwissenschaft. Verlag von Gustav Fischer, 1920.
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