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Finanzwissenschaft

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Bibliographic data

fullscreen: Finanzwissenschaft

Monograph

Identifikator:
1017727422
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-56103
Document type:
Monograph
Author:
Földes, Béla http://d-nb.info/gnd/119338211
Title:
Finanzwissenschaft
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1920
Scope:
1 Online-Ressource (XIV, 686 Seiten)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Finanzwissenschaft
  • Title page
  • Contents

Full text

VII. Abschnitt. Reduktion und Konversion der Staatsschulden. 649 
die Steuerträger. Da der Staat die Deckung des Zinsenbedürfnisses 
von den Steuerträgern erhält, so wird die Konversion in dem Falle, 
als die Gläubiger des Staates derselben Klasse angehören wie die 
Steuerträger, für die Betreffenden wenigstens als Klasse betrachtet, 
wohl eine Minderung des Einkommens bedeuten, aber gleichzeitig 
eine Minderung der Steuerlast, der Wegfall der Konversion dagegen 
wohl ein höheres Einkommen, aber auch eine größere Steuerlast. 
Anders freilich gestalten sich die Dinge, wenn die Staatsgläubiger 
zu einer anderen Klasse gehören, als die Steuerträger. Wenn die 
Staatsgläubiger mehr den wohlhabenderen Klassen angehören, die 
Steuerträger den ärmeren Klassen, dann wird hier ein Interessen 
konflikt eintreten , denn die den wohlhabenderen Klassen ange- 
hörigen Gläubiger werden die Konversion bekämpfen, die den 
ärmeren Klassen angehörigen Steuerträger werden sie verlangen. 
Umgekehrt, wenn die Staatsgläubiger mehr den unteren Klassen 
angehören, — was bei Demokratisierung der Staatsschuld nicht 
ausgeschlossen ist —, die Steuerzahler aber den oberen Klassen, 
dann werden jene die Konversion bekämpfen, diese wünschen. Un 
zweifelhaft ist der erste Fall der häufigere, daß nämlich die oberen 
Klassen die Gläubiger sind, die unteren Klassen bloß Steuerträger 
sind. Ein Postulat der gesunden Entwicklung ist natürlich, daß 
die höheren Klassen durch Einkommens- und Vermögenssteuer die 
entsprechende Steuerlast übernehmen, daß die unteren Klassen in 
wachsender Zahl Besitzer von Staatspapieren werden, wodurch die 
Solidarität der Gesellschaft wächst und die Gegensätze, die bei 
Konversionen offenbar werden können, abnehmen. 
Was die Verwendung der bei Konversionen gewonnenen respek 
tive ersparten Summen betrifft, so kann dieselbe eine verschiedene 
sein. Dort, wo der Steuerdruck sehr stark ist, wird die Erleichterung 
der Steuerlast zweckmäßig sein. Doch unterliegt es keinem Zweifel, 
daß es am zweckmäßigsten ist, die bei der Konversion gewonnenen 
Überschüsse wieder im Interesse des Staatskredites zu verwenden. 
Insofern aber der Staat in der schwierigen Lage ist, daß die Staats 
bedürfnisse nur durch neue Emissionen befriedigt werden können, 
wird das bei der Konversion erreichte Ersparnis für diese Anlehen 
verwendet werden. Der Staat wird durch die Konversion die 
Deckung des neuen Zinsenbedürfnisses sichern. Am zweckmäßigsten 
ist es jedenfalls, die Ersparnisse für Tilgung der Staatsschuld zu 
verwenden. In manchen Fällen verschaffte sich der Staat Deckung 
für wichtige Besonnen, so Österreich-Ungarn für die Valutareform. 
3. Überblicken wir des Nähern die Geschichte der wichtigsten 
Konversionen, so begegnen wir in England der ersten Konversion im
	        

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Finanzwissenschaft. Verlag von Gustav Fischer, 1920.
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