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Finanzwissenschaft

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Bibliographic data

fullscreen: Finanzwissenschaft

Monograph

Identifikator:
1017727422
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-56103
Document type:
Monograph
Author:
Földes, Béla http://d-nb.info/gnd/119338211
Title:
Finanzwissenschaft
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1920
Scope:
1 Online-Ressource (XIV, 686 Seiten)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Finanzwissenschaft
  • Title page
  • Contents

Full text

652 
5. Buch. Der Staatskredit. 
Resultat wird erreicht, ohne daß das Budget übermäßig belastet 
wird, da die Tilgung auf eine lange Reihe von Jahren verteilt wird. 
Namentlich für kreditschwächere Staaten führt die Sicherung der 
Rückzahlung zu einer leichtern Placierung der Anlehenspapiere und 
zur Erreichung günstigerer Bedingungen, um so mehr, als bei etwaiger 
rascherer Rückzahlung dem Gläubiger noch ein gewisser Kapital 
gewinn in Aussicht steht. Obwohl die reicheren Staaten mehr 
der Rentenschuld zuneigten, so sehen wir doch in neuester Zeit, 
daß die Tilgungsaniehen wieder beliebt werden. Nordamerika hat 
sich stets an den Typus der Tilgungsaniehen gehalten. In Frankreich 
dürfen Departements und Gemeinden überhaupt keine anderen 
Schulden aufnehmen, als Tilgungsschulden. Ein wichtiger Fall der 
Schaffung einer Tilgungsanleihe in neuerer Zeit war die von Leon 
Say in Frankreich, dem Rentenlande par excellence, geschaffene 
3 prozentige „amortissible“. 
Gegen die Tilgung der Staatsschuld werden namentlich folgende 
Argumente angeführt: a) Die Schuldenlast wird auch durch die 
Konversionen herabgesetzt. Würde z. B. mit dem Sinken des 
Zinsfußes der Zins der staatlichen Anlehen von 4 Prozent auf 
1 Prozent sinken, so käme das einer Herabminderung der Schuld 
auf den vierten Teil gleich, b) Die Last nimmt auch relativ 
dadurch ab, daß sich das Volksvermögen steigert. c) Ebenso 
sinkt diese Last durch das Sinken des Geldwertes. Überdies kommen 
noch folgende Umstände in Betracht. Bei dem gegenwärtigen 
Stande der Staatsschulden aller Staaten — und in dieser Beziehung 
werden sich natürlich die Verhältnisse nach dem Weltkriege noch 
bedeutend verschlechtern — kann von einer Tilgung der Staats 
schuld ernstlich nicht die Rede sein. Wenn sich aber irgendeine 
Möglichkeit ergäbe, wird dies nur mit einer unerträglichen Steigerung 
der Steuerlast erreichbar sein. Natürlich ist auch der schon be 
rührte Umstand von Belang, daß bei inländischen Anlehen die 
Rückzahlung das Einkommen der Staatsgläuhiger und damit deren 
Konsumtionsfähigkeit mindern, die Kapitalien in gefährliche Richtung 
leiten, eventuell ins Ausland drängen und Krisen heraufbeschwören 
würde. Die langsame Tilgung wird diese Folgen freilich nicht 
haben, dies würde nur von einer plötzlichen Rückzahlung gelten, 
die ja ganz und gar ausgeschlossen ist. Den gegen die Tilgung 
angeführten Argumenten gegenüber ist hiergegen folgendes zu be 
denken. Die Tilgung kann doch die Lasten des Staates erleichtern 
und eine mäßigere Inanspruchnahme der Steuerquellen ermöglichen. 
Mit der Rückzahlung wird wenigstens ein Teil derjenigen, die bis 
her vom Rentengenuß lebten, gezwungen, zu einer produktiven
	        

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Finanzwissenschaft. Verlag von Gustav Fischer, 1920.
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