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Finanzwissenschaft

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Bibliographic data

fullscreen: Finanzwissenschaft

Monograph

Identifikator:
1017727422
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-56103
Document type:
Monograph
Author:
Földes, Béla http://d-nb.info/gnd/119338211
Title:
Finanzwissenschaft
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1920
Scope:
1 Online-Ressource (XIV, 686 Seiten)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Finanzwissenschaft
  • Title page
  • Contents

Full text

J. Abschnitt. Das Budget. ^ 
(lefahr stünde. Auch der Ernst der parlamentarischen Verhand 
lung wäre gefährdet, wenn die Aufstellungen des Budgets nicht die 
erreichbar höchste Pünktlichkeit zeigen würden. Nachdem aber 
die zukünftige Gestaltung von Einnahmen und Ausgaben nur eine 
Schätzung zuläßt, die festgestellten Summen nur Wahrscheinlich 
keitswerte sind, so kommt alles darauf an, auf welcher Basis, mit 
welcher Sachkenntnis diese Schätzungen geschehen. Es kommen 
diesbezüglich namentlich folgende Methoden in Betracht Die eine 
Methode besteht darin, daß einfach die Resultate des vorangehenden 
Jahres zur Richtschnur dienen. Das ist die sogenannte automa 
tische Methode. Bei diesem Vorgehen werden natürlich auch ge 
wisse Umstande, die Veränderungen zur Folge haben werden, in 
Betracht gezogen. Doch können natürlich nichtsdestoweniger bei 
rascher Entfaltung des Staatslebens hier Inkonvenienzeu sich zeigen, 
hm zweites Verfahren ist das der sogenannten Majorisation, welche 
gegenüber dem "Vorjahr, namentlich bei den Einnahmen, eine per- 
zentuelle Steigerung vornimmt (französische Methode), die auf der 
Beobachtung beruht, daß bei einer im Fortschreiten, im Aufstieg- 
befindlichen Staatswirtschaft die Erfahrung zeigt, daß die Resultate 
günstiger sind und die Voranschläge übersteigen. Für diese Me 
thode sprechen verschiedene Umstände. Wenn die tatsächliche 
Steigerung nicht in Betracht gezogen wird, so ergeben sich nämlich 
verschiedene Übelstände. Die Ausgaben müssen dann zurückge 
halten werden. Wenn dann die Einnahmen größere Resultate 
zeigen, so werden die betreffenden Summen leichtfertig verausgabt, 
als unerwartete Überschüsse, jedenfalls nicht so systematisch, als 
wenn hierüber bei Festsetzung des Budgets Beschluß gefaßt würde. 
Eventuell werden gewisse Einnahmequellen voreilig aufgegeben, wie 
dies in Frankreich in den achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts 
geschah. Freilich darf nicht geleugnet werden, daß die Majorisation 
auch ihre Nachteile hat. Es kann dazu führen, daß ein Defizit 
unter dem Vorwände der Steigerung der Einnahmen verwischt 
wird. Wenn dann die Erwartung nicht zutrifft, so mag dies zu 
unliebsamen Erklärungen führen, wo ja doch eigentlich nichts 
anderes geschah, als daß die Erwartungen überspannt wurden. 
Doch kann dies zur ungünstigen Beeinflussung des Staatskredites 
fuhren. Die nicht in Anschlag gebrachten höheren Einnahmen 
luden gewissermaßen eine Reserve, aus welcher unerwartete Be 
dürfnisse, die ja häufig auftreten, befriedigt werden. Die Majori- 
^ation kann auch dazu dienen im parlamentarischen Leben, daß 
sich auf diese Weise ein Minister einen Beifall sichert, während in 
dem Zeitpunkte, wo er hierob zur Verantwortung gezogen würde.
	        

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Die Deutsche Kaliindustrie. E. S. Mittler & Sohn, 1929.
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