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Urzeit und Mittelalter (Abt. 1)

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Bibliographic data

fullscreen: Urzeit und Mittelalter (Abt. 1)

Monograph

Identifikator:
1024612627
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-166627
Document type:
Monograph
Author:
Spykman, Nicholas J. http://d-nb.info/gnd/124229867
Title:
The social Theory of Georg Simmel
Place of publication:
Chicago
Publisher:
Univ. of Chicago Press.
Year of publication:
1925
Scope:
XXIX, 297 S
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Deutsche Geschichte
  • Urzeit und Mittelalter (Abt. 1)
  • Title page
  • Contents
    Contents
  • Elftes Buch
  • Zwölftes Buch
  • Dreizehntes Buch

Full text

108 Elftes Buch. Zweites Rapitel. 
kann. In der That war er früh in alle Zweige der Politik 
seiner Zeit eingeweiht worden. Am 14. Mai 1316 zu Prag 
geboren, seit dem siebenten Jahre als französischer Prinz am Hofe 
Frankreichs erzogen, hatte er schon mit fünfzehn Jahren die Re— 
gierung der von seinem Vater rasch eroberten Lombardei, mit 
siebzehn Jahren die des Landes Böhmen geführt, dessen Fi— 
nanzen sein Vater völlig zerrüttet hatte. Es waren schwierige 
Aufgaben gewesen, die auch ein reifer Verstand zu bewältigen 
Mühe finden konnte; Karl erwarb in ihnen um so eher eine frühe 
Reife des Charakters, als seine Natur nicht impulsiv, sondern 
reflektorisch veranlagt war. Dieser Hang zur Reflexion fand 
im übrigen seine Nahrung namentlich auf religiösem Gebiete. 
Karl war abergläubisch, und darum fromm im Sinne der 
Sakramentskirche seiner Zeit; niemand ist im 14. Jahrhundert 
ein größerer Reliquienjäger gewesen. Ja von hier aus hatte 
sich bei ihm sogar ein gewisser Zug zu theologischer Mystik ent⸗ 
wickelt. Freilich handelte es sich dabei nicht etwa um ein Er— 
fassen der religiösen Probleme aus der vertieften Innerlichkeit 
der deutschen bürgerlichen Mystik heraus; Karls Mystieismus 
war äußerer, gleichsam politischer Natur; er beruhte auf 
dem fatalistischen Glauben an eine besondere Gewogenheit 
Gottes gegenüber seiner Person und seiner Stellung. Ahnlich 
äußerlich war sein Verhältnis zu Kunst und Wissenschaft. Er 
hat beide gefördert, und er fand an beiden bis zu einem ge⸗ 
wissen Grade persönliches Gefallen. Vor allem aber sollten sie 
seiner Herrscherstellung dienen. Prag ist, kunstgeschichtlich be— 
trachtet, noch heute die Stadt Karls IV. Sieht man aber die 
Einzelheiten dieser karolinischen Kunst genauer an, etwa die 
Wenzelskapelle am Dom auf dem Hradschin in ihrer barbarischen 
Pracht, mit ihren bis über Manneshöhe aus böhmischen Edel— 
steinen bestehenden Wänden, mit dem in deutschen Adlern und 
böhmischen Löwen gemusterten Goldhintergrund ihrer Fresken, 
mit ihrem auch im Allerheiligsten nicht fehlenden Porträtbild 
Karls, so versteht man: die Kunst hatte hier zu dienen, 
nicht aber freimächtig zu herrschen. Ein früher Zug des 
Gottesgnadentums geht durch diese Kultur; sie war Ausdruck
	        

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Finanzen Und Steuern Im in- Und Ausland. Hobbing, 1930.
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