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Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

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Bibliographic data

fullscreen: Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

Monograph

Identifikator:
1027869556
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-48255
Document type:
Monograph
Author:
Gottl-Ottlilienfeld, Friedrich von http://d-nb.info/gnd/118809040
Title:
Wirtschaft als Leben
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1925
Scope:
1 Online-Ressource (XXXII, 763 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Die Herrschaft des Wortes
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
  • Title page
  • Allgemeine Inhaltsangabe
  • Erstes Buch. Die Begründer
  • Zweites Buch. Die Gegner
  • Drittes Buch. Der Liberalismus
  • Viertes Buch. Die Abtrünnigen
  • Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
  • Analytische Inhaltsübersicht
  • Index

Full text

484 
Viertes Buch. Die Abtrünnigen. 
großen, modernen Nationen mehr und mehr vor der Dritten zurück. Von 
hier darauf zu schließen, daß diese Ausdehnung nützlich und notwendig 
ist, daß sie „ein wirkliches historisches Gesetz“ sei 1 ), ist nur ein Schritt. 
Fast ohne besonders darauf hingewiesen zu werden, gelangt man von der 
Tatsache zu ihrer Berechtigung. Adolf Wagner sagt: „Wer, was nament 
lich für volkswirtschaftliche, soziale und politische Entwicklungen das 
Entscheidende ist, die immanente Tendenz der Bewegung erkannt 
hat .-. ., der kann und darf bei einer solchen geschichtlichen Auf 
fassung des gesellschaftlichen Entwicklungsprozesses sehr wohl ... für 
die gegebene Zeit Postulate in betreff dessen, was geschehen soll, 
aufstellen“ 2 ). Auf Grund dieses Gedankens verlangt man daher die Aus 
dehnung des staatlichen Machtbereiches, den man durch seine Funktion 
„der Kultur und des Wohlfahrtszweckes“ rechtfertigt. Es fällt nicht 
schwer, hierin den Gedanken Rodbertus’ und seine Theorie der wachsen 
den Entwicklung der Organe wiederzuerkennen, die zur Ausübung der 
Regierung bestimmt sind 3 ), im Maßstabe, wie man in der Stufenfolge 
der sozialen Formen fortschreitet. 
Auch hierin ist die Übereinstimmung mit Dupo nt-White, wenn sie 
auch vielleicht zufällig ist, deshalb nicht weniger merkwürdig und muß 
angeführt werden. Auch er verlangt für den Staat eine Funktion der 
„Wohltätigkeit“ und der „Mildtätigkeit“ 4 ). Auch er weist nach, wie 
der moderne Staat nach und nach sein Bereich vergrößert, indem er an 
die Stelle der Lokalregierungen tritt, an die Stelle des Despotismus der 
Klassen und der Familie, wie er nacheinander die Frau, das Kind und 
den Sklaven unter seinen Schutz nimmt, und so den Kreis seiner Pflichten 
und seiner Verantwortlichkeiten in dem Maße vergrößert, wie die Fort 
schritte der Zivilisation und der Freiheit sich vollziehen. „Mehr Leben“, 
sagt er, „braucht mehr Organe, vermehrte Kräfte, mehr Regeln. Die 
Regel und das Organ einer Gesellschaft ist aber der Staat“ 1 ). Von seinem 
Enthusiasmus überwältigt, ging er so weit, auszurufen: „Der Staat ist 
der Mensch, frei von allen Leidenschaften, der Mensch, zu einer Höhe 
emporgehoben, wo er in inniger Berührung mit der reinen Wahrheit ist, 
wo er nur Gott und seinem Gewissen gegenüber steht . . . Welche Ver 
fassung auch immer er habe, der Staat ist besser als die Individuen“ 6 )- 
Dies grenzt schon an Mystizismus. 
*) Wagner, Grundlegung, 3. Ausg., S. 892ff. 
2 ) Finanzwiss. und Staatsoz., S. 106. Diese Aufsätze finden sich in seiner 
Polemik gegen L. von Stein und erschienen, wie schon gesagt (S. 481 Anm. 2), 18“' 
in der Tübinger „Zeitschrift für die gesamte Staatswissenschaft.“ (Anm. d. übers.1 
3 ) Siehe oben, S. 472. 
4 ) Dupont-White, Capital et Travail (1847), S. 353 und LDndividu e 
l’fitat, S. 81. 
5 ) L’Individu et l’Ltat, S. 65. 
•) L’Individu et Pfitat, S. 163—164.
	        

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Finanzwissenschaft. Verlag von Gustav Fischer, 1920.
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