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Kann das Geld abgeschafft werden?

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Bibliographic data

fullscreen: Kann das Geld abgeschafft werden?

Monograph

Identifikator:
1028387520
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-173126
Document type:
Monograph
Author:
Cohn, Arthur Wolfgang http://d-nb.info/gnd/12524391X
Title:
Kann das Geld abgeschafft werden?
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1920
Scope:
142 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Kann das Geld abgeschafft werden?
  • Title page
  • Contents

Full text

90 - 
der abstrakten Rechnungseinheit, die, von den Einzelnen 
als Grundlage ihrer Einkommen geschätzt, alle Umsätze (!) vermittelt‘ (Geld, 
S. 191). Liefmann befindet sich hier in einem Irrtum, der für ihn charak- 
teristisch ist, weil er aus seiner Auffassung des Wirtschaftens als eines Kom- 
plexes ausschließlich „psychischer Erwägungen‘‘ folgt: er hält auch die 
Überweisung für einen Akt der Gedrechnun g. Liefmann sieht nicht, 
daß Geldrechnung und Verrechnungsverkehr zwei ganz verschiedene Tat- 
bestände sind. Verrechnung bedeutet in unserer Wirtschaftsordnung wechsel- 
seitige Übertragung von Kaufkraft; ob diese Übertragung durch Metall- 
stücke oder Banknoten bewirkt wird oder durch allgemein gebräuchliche 
Schecks oder Lochungen der Ausweiskarte über ein Giroguthaben oder sogar 
nur Buchungen in den Konten von Gläubiger und Schuldner, ist dem Wesen 
nach kein Unterschied. In allen diesen Fällen haben wir es außer mit der 
abstrakten Rechnungseinheit auch mit Objekten konkreten Handelns zu 
tun; selbst der Buchungsvermerk ist noch ein solches reales Mittel 
der Kaufkraftübertragung, nicht bloß Rechnung mit idealen Zahlengrößen. 
Bendixen bemerkt dazu treffend: „‚Giralgeld ist reales Zahlungsmittel, 
nicht anders als Noten und Münzen, und lautet wie diese auf abstrakte 
Werteinheiten. Mit vorgestelltem Geld kann man so wenig zahlen, wie man 
sich mit vorgestelltem Brot satt essen kann‘ (Währungspolitik, S. 149)- 
Obendrein muß aus verkehrstechnischen Gründen „eine ge- 
ringe Menge Scheidegeld für den Detailverkauf in Umlauf 
bleiben“ (Neurath); denn „gewisse Zahlungen — insbesondere . 
die Zahlungen des Kleinverkehrs — werden immer durch tat- 
sächliche Leistung der allgemein anerkannten körperlichen Zahlungs- 
mittel geschehen müssen“ (Hahn, S. 44). 
2. In der heutigen Wirtschaftsordnung bedeutet also die 
Ausbreitung des Verrechnungswesens nicht eine Beseitigung des 
Geldes als Zahlungsmittel, sondern nur eine technische Veränderung 
der zufällig gebrauchten Geldzeichen. Wie steht es aber mit dieser 
Einrichtung in einer anderen Wirtschaftsorganisation? Man hat 
das Verrechnungswesen vielfach mit den kollektivistischen Systemen 
in Verbindung gebracht, ja sogar in Plänen von Kommunisten 
spielt es, namentlich für die Übergangswirtschaft, mitunter eine 
Rolle. 
Engels z. B. denkt sich den Verkehr innerhalb der Kommune 
durch Arbeitsgeld, zwischen den Kommunen durch „bloße Buchführung‘‘ 
geregelt: „Im Verkehr zwischen der Kommune und ihren Mitgliedern ist das 
Geld gar kein Geld, fungiert es gar nicht als Geld. Es dient als reines 
Arbeitszertifikat, es konstatiert, um mit Marx zu reden, „nur den indivi- 
duellen Anteil des Produzenten an der Gemeinarbeit und seinen individuellen 
Anspruch auf den zur Konsumtion bestimmten Teil des Gemeinprodukts“ 
und ist in dieser Funktion ebenso wenig Geld wie etwa eine Theatermarke‘‘ 
«+. Ob die Marke, die das Maß der erfüllten „Produktionspflicht‘“ und des 
damit erworbenen ‚‚Konsumtionsrechts‘‘ bezeichnet, ein Wisch Papier, ein
	        

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Kann Das Geld Abgeschafft Werden? Fischer, 1920.
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