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Kann das Geld abgeschafft werden?

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Bibliographic data

fullscreen: Kann das Geld abgeschafft werden?

Monograph

Identifikator:
1028387520
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-173126
Document type:
Monograph
Author:
Cohn, Arthur Wolfgang http://d-nb.info/gnd/12524391X
Title:
Kann das Geld abgeschafft werden?
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1920
Scope:
142 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Kann das Geld abgeschafft werden?
  • Title page
  • Contents

Full text

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es sich hier nicht um Vermögen“ potentielle (Kaufkraft) „in dem 
allgemeinen juristischen Sinne des Inbegriffes der einer Person zu- 
stehenden Güter und Berechtigungen von wirtschaftlichem Wert, 
worunter auch befristete Forderungsrechte, insbesondere zins- 
tragende Forderungsrechte fallen“ (S. 4). 
Ist die doppelte — gesamt- und einzelwirtschaftliche — Natur des 
Geldes einmal eingesehen, so ist eine ganze Reihe von Lösungen des Geld- 
problems als Vermischung der wirklichen und der eingebildeten Wesenheiten 
des Geldes abzulehnen. Vor allem offenbart sich Molls „Problem des 
Endes“ als eine solche Vermengung: die in seiner „Logik des Geldes‘ 
behauptete „Kantische Antinomie‘ der Sätze „Das Geld gewährt niemals 
Befriedigung‘ und „Das Geld muß den letzten Besitzer befriedigen‘ be- 
steht nur, wenn man die rein wirtschaftliche reale Befriedigung mit der 
privatwirtschaftlich- juristischen zirkulatorischen Befriedigung gleichsetzt. 
Gerade der zweite Satz Molls zeigt deutlich den wirtschaftlichen Wider- 
zinn der gesellschaftlichen Fiktion vom Eigenwert des Geldes. Geld gewährt 
nur durch seinen Umtausch die Möglichkeit einer Befriedigung; der „letzte 
Besitzer‘ kann also gar nicht befriedigt werden. Ja, noch mehr: der letzte 
Besitzer von Geld ist als solcher schon ein logischer Widersinn, nicht anders 
als es etwa der Anfang oder Endpunkt eines Kreises wäre, Das Geld zirku- 
liert ja doch, läuft im Kreise; wie soll es also einen letzten Besitzer haben ? 
In dessen Hand verlöre es eben seinen Geldcharakter. Molls Deduktionen 
sind in diesem Sinne eine ‚„‚Unlogik des Geldes". 
Vor allem aber lassen sich, wie schon erwähnt, alle ‚Warentheo- 
rien‘ des Geldes nur halten, soweit sie bewußt auf der Hypothese der ge- 
sellschaftlichen Fiktion fußen und bloß privatwirtschaftliche Geltung be- 
anspruchen. Eine solche privatwirtschaftliche Warentheorie hat neuestens 
Budge aufgestellt. Budge geht vom Tausch aus (also schon vom Ver- 
kehrsakt!): „‚Der Begritf des Tausches schließt den Begriff des Opfers in sich. 
Ohne Opfer kein Tausch, und zwar muß das Opfer ein beiderscitiges sein. 
Opfer aber bringt man nur für wirtschaftliche Güter, d. h. für Dinge, die Wert 
naben. Wird mithin das Geld gegen andere Wertdinge getauscht, so ergibt sich 
der unabweisbare Schluß, daß das Geld selbst ein wertvolles Gut sein muß... 
Das Geld ist mithin ein wertvolles Tauschgut, d. h. eine Ware, wenn auch 
eine Ware eigener Art. Jede ökonomische Geldtheorie kann nur eine Waren- 
theorie des Geldes sein‘ (S. 737). Dies ;n Darlegungen ist völlig beizustimmen 
— bis auf die Wertfrage: das Geld hat seinen ökonomischen Wert nicht kraft 
seines Seins, sondern seines gesellschaftlichen Geltens wegen. Es 
hat jeweils den Wert, der ihm beigemessen wird, zum Unterschied 
von den „Eigenwerten‘“ der Wirtschaftsgüter, die vom Menschen nur fest- 
gestellt werden (z. B. der Nährwert des Fleisches, die Heizkraft der 
Kohle, die Leuchtkraft des Phosphors). Daher rührt es ja auch, daß die 
— privatwirtschaftliche — Auffassung des Geldes als Ware, wie Budge 
unter Berufung auf J. St. Mill hervorhebt (S. 737/738), mit der „„Anweisungs- 
theorie‘ durchaus vereinbar ist. Leugnet doch diese letztere Lehre mit ihrer 
Bezeichnung des Geldes als „ticket“, d. h. als Eintrittskarte zum gesell- 
schaftlichen Gütervorrat (Mill), oder als „Spielmarke‘“ (Bendixen) oder 
‚Anweisung auf das Sozialprodukt‘ {(Schumpeter) lediglich seinen
	        

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Ernährungswirtschaftliche Gegenwartsprobleme in Österreich. Manzsche Verlags- und Universitätsbuchhandlung, 1919.
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