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Kann das Geld abgeschafft werden?

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Bibliographic data

fullscreen: Kann das Geld abgeschafft werden?

Monograph

Identifikator:
1028387520
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-173126
Document type:
Monograph
Author:
Cohn, Arthur Wolfgang http://d-nb.info/gnd/12524391X
Title:
Kann das Geld abgeschafft werden?
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1920
Scope:
142 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Kann das Geld abgeschafft werden?
  • Title page
  • Contents

Full text

— 42 — 
vefindliche Zentralisierung des Kredites begünstigt ... Die Entwicklung. 
des bargeldlosen Zahlungsverkehrs erhöht zunächst etwas die Bankmacht, 
armöglicht aber dem Staat Interventionen aller Art, erleichtert die Kon- 
trolle der Einkommen, die Kontrolle der Zahlungen und gibt vor’allem ein 
Mittel in die Hand, den Verkehr mit dem Auslande genau zu überwachen, 
insbesondere dann, wenn uneinlösliches Girogeld ... als Kurantgeld eingeführt 
wird... Die so erfolgte Zentralisation der Zahlungen, die Übersichtlichkeit 
der Marktvorgänge in Verbindung mit dem Verbandssystem ... führt dann 
wohl dazu, daß die oben angedeutete Befreiung vom Gelde noch weiter durch- 
zeführt und nun Ware gegen Ware durch Vermittlung der Zentralen ge- 
tauscht wird. Das Naturaleinkommen der Einzelnen 
wird wohl der Angelpunkt werden, um den sich die Wirtschaft dreht‘ (Kriegs- 
wirtschaft, S. 166; ähnlich Vollsozialisierung, 5. 38 / 39). 
Neurath sieht hier eine spiralenförmige Entwicklungslinie 
vor sich, die vom primitiven Naturaltausch über die Geldzahlungen 
mit Hart- oder Papiergeld) und den bargeldlosen (Verrechnungs-) 
Verkehr zur Großnaturalwirtschaft führt. 
So behauptet er für die Verwirklichung der letzteren geradezu „die 
Notwendigkeit, für jedes Wirtschaftsgebiet einen führenden Bankkon- 
zern zu schaffen, innerhalb dessen die Sozialisierungs- und die Kompen- 
sationsbank besondere Bedeutung erlangen dürften. Je mehr die dingliche 
Wirtschaftsführung die geldliche ersetzt, um so mehr werden die Banken 
die Verteilung von Produktionsmitteln statt der Verteilung von Krediten 
pflegen, um so mehr werden sie der Sachbewegung unmittelbar dienen und 
ler sich entwickelnden Großvorratswirtschaft eingegliedert werden‘‘ (Voll- 
zozialisierung, S. 26). Insoweit stimmt auch Mises, der Neurath sonst be- 
kämpft (vgl. unten 1o. Kapitel), mit ihm überein: ‚„‚Sind einmal alle Banken 
in einer Bank aufgegangen, dann ist ihr Wesen ganz umgestaltet . .. Sie er- 
teilt keine Kredite mehr, weil es im sozialistischen Gemeinwesen begrifflich 
zeine Kredite geben kann‘ (Wirtschaftsrechnung, S. 115). 
Über die Neurathschen Vorschläge zur Ausgestaltung des 
Verrechnungswesens vgl. die Einzelheiten unten im 7. Kapitel.) 
2. Zum zweiten ergeben sich naturalwirtschaftliche Entwick- 
lungsmöglichkeiten aus der für den Staat bestehenden Notwendig- 
keit, seinen Kriegsbedarf außer im Wege des Kaufs — und 
Jer dazu erforderlichen Finanz- und Geldpolitik: Aufnahme von 
Anleihen, Ausgabe von uneinlöslichen Noten und Schuldver- 
schreibungen — auch durch unmittelbare Naturalienbeschaffung 
zu decken. 
„Sind heute schon im Kriegsfall von vornherein Naturalleistungen 
in erheblichem Ausmaße vorgesehen‘‘ (Militärpflicht, Pferde- und Fuhr- 
werksgestellung, Einquartierungs- und Verpflegungszwang), „so können 
dieselben in gewissen Fällen eine noch weit größere Rolle spielen. Nament- 
lich wenn die Bemühungen der Regierung, Geld zu beschafien, fehlschlagen 
and die Papiergeldemission nicht unbedenklich ist. kann es sich als zweck-
	        

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Kann Das Geld Abgeschafft Werden? Fischer, 1920.
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