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Kann das Geld abgeschafft werden?

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Bibliographic data

fullscreen: Kann das Geld abgeschafft werden?

Monograph

Identifikator:
1028387520
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-173126
Document type:
Monograph
Author:
Cohn, Arthur Wolfgang http://d-nb.info/gnd/12524391X
Title:
Kann das Geld abgeschafft werden?
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1920
Scope:
142 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Kann das Geld abgeschafft werden?
  • Title page
  • Contents

Full text

— 51 - 
lichen Modalitäten des Umtauschs bezieht: auf die rechtliche 
Übertragbarkeit, die Verfallzeit, den Zahlungsort, — während die 
Neurathsche Verringerung der Kaufbreite eine Bindung der 
Gegenleistungen: der gegen das Geld einzutauschenden Waren 
und Dienste bedeutet. 
Neurath hat den „Begriff der Kaufbreite des Geldes neu 
eingeführt und ihn der Kaufstärke gegenübergestellt: Wir sagen von 
siner Geldsumme, ihre Kaufbreite sei unbeschränkt, wenn man für sie 
Waren aller Art kaufen kann; wir sagen, ihre Kaufbreite sei beschränkt, 
wenn man für sie bestimmte Waren nicht kaufen kann. Kann man für eine 
bestimmte Geldsumme nur eine Warenart kaufen, so ist das Geld zu 
einer Naturalanweisung geworden, welche aber nach Geldein- 
heiten berechnet erscheint. — Wenn man für dieselbe Geldmenge mehr 
Stück einer Ware kaufen kann als vorher, so wollen wir sagen, die Kauf- 
stärke des Geldes gegenüber dieser Ware ist gestiegen. Der übliche Aus- 
druck Kaufkraft bezieht sich im allgemeinen auf das Verhalten des Geldes 
der Warengesamtheit gegenüber‘ (Kriegsw., S. 183). Neurath stellt eine 
tatsächliche „allgemeine Verringerung der Kaufbreite des Geldes durch die 
Kriegsverhältnisse sowohl im zwischenstaatlichen wie im innerstaatlichen 
Verkehr“ fest: zwischenstaatliche, „weil es wenige Waren gibt, welche nicht 
Ausfuhrverboten unterliegen, die im allgemeinen nur durch Kompensations- 
abmachungen durchbrochen werden‘; innerstaatlich ‚durch alle Arten von 
Rationierung‘‘ (ebenda, S. 184). Mit Recht bekämpft Neurath die An- 
sicht, daß es sich hier nur „um Veränderungen innerhalb der Geld- 
ordnung, nicht um solche der Geldordnung selbst handle. Daß ein 
solcher Wandel eingetreten ist, beweist die Tatsache, daß Schweden Gold- 
zahlungen in Verbindung mit währungspolitischen Vorgängen ablehnte, 
oder daß Bauern Geldzahlungen ablehnten. Wäre die Geldordnung unver- 
ändert geblieben, so könnte der äußerste Mangel keinen Anlaß bieten, Geld- 
zahlungen irgendwelcher Art abzulehnen, sondern nur dazu führen, daß die 
Preise bis zum äußersten ansteigen ... Die Forderung sofortiger Zahlung 
eines naturalen Gegenwertes ist ein Ergebnis der Rationierung, der 
Ausfuhrverbote, kurzum aller Erschwerungen, die Waren für Geld erhalten 
zu können, die man benötigt... Wir müssen uns daran gewöhnen, daß 
innerhalb desselben Geldeinkommens die Geldstücke verschiedene Kauf- 
breite und, verschiedene Kaufstärke haben können. So kann es vorkommen, 
daß Marmelade, auf Karten gekauft, billiger ist als ohne Karten gekaufte 
Marmelade‘‘; oder es „zahlt etwa der Wohlhabende bei einer Preisstaffelung 
nach dem Einkommen für dieselbe Ware mehr als der Arme. Manchmal kann 
diese verschiedene Kaufstärke im Hinblick auf einen Gegenstand mit einer 
verschiedenen Kaufbreite Hand in Hand gehen, wenn z. B. Schwerarbeiter 
nicht nur billiger, sondern auch reichlicher Fleisch zubemessen erhalten, 
Wir sehen . ., wie die Lehre von Anweisungen auf Dinge aller 
Art, die Geldlehre‘ (mit Bezug auf das Geld dürfte das Wort Anweisung 
besser vermieden werden; vgl. Mises, Theorie, S. 85), „mit der Lehre von 
den Anweisungen auf bestimmte Dinge eng verbunden 
werden muß‘ (Neurath, Kriegsw., S. 184/185).
	        

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Kann Das Geld Abgeschafft Werden? Fischer, 1920.
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