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Kann das Geld abgeschafft werden?

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Bibliographic data

fullscreen: Kann das Geld abgeschafft werden?

Monograph

Identifikator:
1028387520
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-173126
Document type:
Monograph
Author:
Cohn, Arthur Wolfgang http://d-nb.info/gnd/12524391X
Title:
Kann das Geld abgeschafft werden?
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1920
Scope:
142 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Kann das Geld abgeschafft werden?
  • Title page
  • Contents

Full text

irüher als Notbehelf unvermeidlichen Maß, in einem dritten Produkt auszu- 
drücken und nicht in ihrem natürlich adäquaten, absoluten Maß, der Zeit“ 
(S. 335). Wie es in Wahrheit um die „Einfachheit‘‘ der Arbeitszeitberech- 
aung steht, wird sich unten zeigen. 
Den ersten Versuch, das Arbeitsgeld einzuführen, machte Robert 
Owen 1832 in London mit seiner „Arbeitstauschbank“ {Equi- 
table Labour Exchange). ‚, Jedes Mitglied der Bank konnte in diese nützliche, 
von ihm hervorgebrachte Sachgüter einlegen, welche dann von den Bank- 
oarganen in durchschnittlichen Arbeitsstunden geschätzt und dem Produ- 
zenten in Arbeitsnoten (labour notes) bezahlt wurden; dieser konnte seiner- 
seits zur Befriedigung seiner Bedürfnisse aus den Vorräten der Bank Sach- 
güter bis zum bescheinigten Betrag von Arbeitsstunden erheben‘'‘ (Menger, 
Staatslehre, S. 116; vgl. auch Gide-Rist, S. 27oflg.). Owen beschränkt 
Jabei die Geltung des Arbeitsgeldes streng auf die Gemeinschaft der Einleger: 
‚Ein Papier, das den Arbeitswert verkörpert, wird für jedes Geschäft ihres 
‚der Gemeinschaft) inneren Handels oder Austauschs dienen und wird nur 
(für Einlagen und in der Geschäftsstelle (store) ausgegeben werden“ (Schäffle, 
Bau, II, S. 335 Anm.). Er glaubt, die Bereitschaft der Einzel- 
wirte zum Austausch genüge zur Sicherung des Unternehmens: „Würden 
alle Arbeiter bereit sein, Arbeit gegen gleiche Arbeitszeit herzugeben, so hätten 
wir in einer Stunde Arbeit einen so definitiven Standard des Reichtums, 
wie jetzt für Entfernungen, Maße, Gewichte, wenn wir von einer Meile, einem 
Pfund, einer Gallone sprechen‘; es komme also nur darauf an, Einrich- 
tungen zu treffen, „unter denen alle Arbeiter bereit seien, Arbeit gegen gleiche 
Arbeitszeit zu leisten‘ (Simon, S, 222). Hier gerade liegt aber eben die 
Schwierigkeit: Ganz abgesehen davon, daß mit der Vergrößerung der Gesell- 
schaft die Bereitschaft der Einzelnen immer zweifelhafter wird, kann man 
auch bei dieser psychischen Bedingung zur Einführung der Arbeitszeit als 
Wertmaß der Wirtschaftsgüter nicht stehen bleiben. Man muß einsehen, 
Jaß diese Bereitschaft nicht willkürlich ist, sondern ihrerseits durch alle die 
Voraussetzungen und Umstände bedingt wird, die als schlechthin wirtschaft- 
lich oder selbst nur gesellschaftswirtschaftlich auch den bisherigen Wirt- 
schaftsverkehr bestimmen, So ist es z. B. eine Verkennung der letzten Grund- 
lagen des gesellschaftlichen Wirtschaftens, wenn Owen durch seine Ar- 
vbeitsbörse den „Kredit überflüssig machen‘ will (Simon. S. 223; vgl. 
hierzu auch unten 9. Kap.). 
Owens Vorschlag wurde in Deutschland von Rodbertus, der 
zinen ähnlichen Gedanken schon unabhängig von dem Vorgänger vertreten 
hatte („Zur Erkenntnis unserer staatswirtschaftlichen Zustände‘‘, S. 27flg.), 
aufgegriffen und zu einem geschlossenen System ausgebaut. Rodbertus 
‚kannte nur ein „Spezificum‘ gegen die Krankheit der Gesellschaft: staat - 
liche Lohnregulierung‘“ (Dietzel, Rodbertus, I, S. 90). Um 
diese durchführen zu können, erfand er den „Normalarbeitstag‘‘: „Die Arbeiter 
begehren heute nur einen normalen Zeitarbeitstag ... Ein solcher bloßer 
normaler Zeitarbeitstag vermag noch nichts zur Lösung der sozialen Frage 
beizutragen ... Er darf nicht bloß nach Zeit, sondern muß außerdem auch 
nach Werk normiert werden. Nachdem der normale Zeitarbeitstag in jedem 
Gewerk festgestellt worden, muß auch noch in jedem Gewerk das normale 
Arbeitswerk solchen Zeitarbeitstages festgesetzt werden: dieienige Quantität
	        

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Kann Das Geld Abgeschafft Werden? Fischer, 1920.
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