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Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

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Bibliographic data

fullscreen: Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

Monograph

Identifikator:
1028407564
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-47263
Document type:
Monograph
Author:
Link, Henry Charles
Thorndike, Edward L. http://d-nb.info/gnd/118802127
Title:
Employment psychology
Place of publication:
New York
Publisher:
MacMillan
Year of publication:
1924
Scope:
1 Online-Ressource (XII, 440 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Part I. Psychological tests
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
  • Title page
  • Allgemeine Inhaltsangabe
  • Erstes Buch. Die Begründer
  • Zweites Buch. Die Gegner
  • Drittes Buch. Der Liberalismus
  • Viertes Buch. Die Abtrünnigen
  • Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
  • Analytische Inhaltsübersicht
  • Index

Full text

316 
Zweites Buch. Die Gegner. 
in Besancon 1 ), und der junge Proudhon hatte schon frühzeitig seinen 
Lebensunterhalt verdienen müssen. Zuerst Korrektor in einer Druckerei 
und dann Druckereibesitzer, hatte er sich, mitten in seiner Arbeit und ohne 
einen anderen Führer, als seinen brennenden Wissensdurst, in ein Meer 
von Lektüre gestürzt. Das Bild der sozialen Ungerechtigkeiten hatte sich 
tief in seine Seele gegraben. An die wirtschaftlichen Fragen trat er mit 
der ganzen überschäumenden Leidenschaft eines jungen Menschen heran, 
mit dem ganzen Enthusiasmus eines Mannes aus dem Volke, der im Namen 
seiner „Brüder“ spricht, und mit der ganzen Zuversicht eines ungewöhnlich 
aufrichtigen Herzens in die überzeugende Kraft der Logik und des Ver 
standes. Sein Werk gab all dies mit dem bestechenden Glanze eines 
bilderreichen Stiles und mit dem „herausfordernden Kraftgefühl“ wieder, 
das Sainte-Beuve als eines der charakteristischen Merkmale Proudhon’s 
anführt, und das man in allen seinen Werken wieder findet. Gleich auf 
der ersten Seite seines Buches warf er seinen Lesern das berühmte Wort 
ins Gesicht, in dem sich das ganze Buch zusammenfaßt: „Eigentum 
ist Diebstahl“ (La proprißtö c’est le vol) 2 ). 
3 Bände; — 1861, La guerre et la paix; — 1866, De la capacitG politique 
des classes ouvriüres. — Wir zitieren nach den von Lacroix, Verbceckhoven & Co. 
(1867—1870) in 26 Bänden herausgegebenen CEuvres compliites (Paris-Brüssel). 
!) „Madame, wissen Sie, wer mein Vater war? Ein ehrlicher Brauer, dem es nie 
in den Kopf ging, daß er, um Geld zu verdienen, teuerer verkaufen müsse, als der 
Kostenpreis betrug. Er behauptete immer, daß das schlecht erworbenes Geld sei. — 
Mein Bier, sagte er stets, kostet mich so und so viel, einschließlich meines Lohnes; teuerer 
kann ich es nicht verkaufen. — Was eintreten mußte, geschah! Mit all seiner Ehrlich 
keit hat mein Vater arm gelebt, ist arm gestorben und hinterließ arme Kinder.“ Brief 
an M me d’Agoult (Briefwechsel, Bd. II, S. 239). 
2 ) Man hat behauptet, daß Proudhon seine Formel Brissot de Warwille ent 
lehnt habe, der im Jahre 1780 ein Werk veröffentlicht hatte, das den Titel trug: 
Recherches philosophiques sur le droit de propriötd et sur le vol, 
consid§res dans la nature et dans la soci616, und das 1782 mit Änderungen 
im VI. Band (S. 261ff.) seiner Bibliothüque philosophique du 16gislateur im 
Neudruck erschien. Es ist das ein Irrtum. Abgesehen davon, daß Proudhon ver 
sichert, dasBuch nicht gekannt zu haben (Justice, Bd.I, S.301), findet sich derAus- 
druck überhaupt nicht darin. Auch ist der Gedankengang Brissot’s durchaus von dem 
Proudhon’s verschieden. Brissot behauptet, daß das Recht auf Eigentum im Natur 
zustände aus den Bedürfnissen erwächst und mit ihnen verschwindet; daß daher der 
Mensch (und mit dem Menschen die Pflanzen und die Tiere) ein Eigentumsrecht auf 
alles das habe, was seine Bedürfnisse befriedigen kann, daß aber dieses Recht auf- 
höre, wenn das Bedürfnis aufhört. Daher tut der Dieb, der unter dem Druck der Not 
stiehlt, weiter nichts, als auf sein Naturrecht zurückzugreifen, und der Reiche ist „der 
einzige Dieb“, indem er ihn hindert, sein Bedürfnis zu befriedigen. Er schließt, indem 
er eine Milderung der Strafen fürDiebstahl fordert. Doch erklärt er, nicht die Absicht 
zu haben, das Zivileigentum zu bekämpfen, das er für unentbehrlich zur Schaffung 
von Reichtum und für den Handel erachtet, obgleich es nicht auf dem natürlichen 
Rechte beruhe (S.333). Nicht ein einziges Mal wird hier von Einkommen ohneArbei 
gesprochen. Und was die Wahrheit der Behauptung Proudhon’s beweist, ist, daß e r 
nirgends die Theorie des auf den Bedürfnissen beruhenden Eigentums diskutiert, was 
er sicherlich getan haben würde, wenn er das Buch Brissot’s gekannt hätte.
	        

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Geschichte Der Volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen. Verlag von Gustav Fischer, 1921.
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