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Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

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Bibliographic data

fullscreen: Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

Monograph

Identifikator:
1029261784
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-50039
Document type:
Monograph
Author:
Gide, Charles http://d-nb.info/gnd/117543985
Rist, Charles http://d-nb.info/gnd/172332966
Title:
Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
Edition:
Zweite Auflage / nach der dritten französischen Ausgabe herausgegeben von Franz Oppenheimer
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1921
Scope:
1 Online-Ressource (XX, 804 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
  • Title page
  • Allgemeine Inhaltsangabe
  • Erstes Buch. Die Begründer
  • Zweites Buch. Die Gegner
  • Drittes Buch. Der Liberalismus
  • Viertes Buch. Die Abtrünnigen
  • Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
  • Analytische Inhaltsübersicht
  • Index

Full text

Schlußwort. 
715 
Während nun so die Verschiedenheiten der Schulen das Bestreben 
zeigen, sich in der Einheit der besser verstandenen Wissenschaft aufzu 
lösen, sieht man im Hintergründe sich neue Unterscheidungen bilden, die, 
weniger scholastisch und fruchtbringender für den Fortschritt der Wissen 
schaft, einen neuen Fächer unter dem alten zu bilden scheinen. 
Zunächst tritt in der Methode der Unterschied zwischen reiner 
Ökonomie und beschreibender Ökonomie immer schärfer hervor, 
oder wenn man dies vorzieht: die Unterscheidung zwischen der theo 
retischen Systematisation und der Beobachtung der wirklichen Tatsachen, 
— zwei Untersuchungsarten, die gleichmäßig notwendig sind, und die 
geistigen Begabungen entsprechen, die nur selten in der gleichen Person 
sich vereinigt finden. Die volkswirtschaftliche Wissenschaft kann aber 
weder der Theorie noch der Beobachtung entraten. Wir empfinden heute 
noch ebenso brennend wie früher den Wunsch, die wirtschaftlichen Ge 
schehnisse in ihrer Verkettung zu begreifen und ihre gegenseitigen Be 
ziehungen zu verstehen. Wenn aber auf der anderen Seite die wirtschaft 
liche Organisation der Welt in beständiger Umformung begriffen ist, wenn 
die Form und das Wesen der Industrie und des Handels sich täglich än 
dern, wie wäre es möglich, daß wir darauf verzichten könnten, diese Vor 
gänge zu beobachten und von Neuem zu beschreiben? So entwickeln sich 
beide Methoden gleichzeitig unter unseren Augen und schreiten gleich 
zeitig vorwärts. Ihr heftiger Streit um die Vorherrschaft scheint heute 
endgültig beigelegt. 
Und weiterhin sehen wir, wie die volkswirtschaftliche Wissenschaft 
sich in verschiedene Wissenschaften zerlegt, die das Bestreben haben, mehr 
und mehr selbständig zu werden. Diese Trennung bedeutet aber nicht 
länger den Kampf, sondern einfach die Arbeitsteilung. 
In ihren Anfängen war die ganze wirtschaftliche Wissenschaft in ein 
oder zwei Bänden beschlossen. Unter den drei großen Teilüberschriften: 
Produktion, Verbrauch, Güterverteilung glaubten Say und seine Nach 
folger, leicht die Theorien und die wesentlichen Tatsachen zusammen 
fassen zu können, deren Kenntnis damals genügte, einen Volkswirtschaftler 
zu bilden. Seitdem hat sich unsere Wissenschaft, wie alle anderen, in eine 
große Zahl verschiedener Zweige geteilt. .Was man früher Physik oder 
Chemie nannte, ist nur noch ein elastischer Rahmen, der eine Menge von 
Spezialwissenschaften umfaßt (Elektrizität, Optik, Thermodynamik, bio 
logische Chemie usw.), und von denen jede genügt, die Arbeit eines ganzen 
Menschenlebens auszufüllen. So ist auch heute das Wort Nationalökonomie 
ein unbestimmter, wenn auch bequemer Ausdruck geworden, den man 
gebraucht, um Forschungen zu bezeichnen, die oft sehr weit voneinander 
entfernt verlaufen. Die Preistheorie und die der Güterverteilung sind zu 
neuen Entwicklungen fortgeschritten, die sie fast zu besonderen Zweigen 
der Wissenschaft machen; — die soziale Ökonomie hat sich ihr eigenes
	        

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Geschichte Der Volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen. Verlag von Gustav Fischer, 1921.
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