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Der Brotwucher

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Bibliographic data

fullscreen: Der Brotwucher

Monograph

Identifikator:
1029401462
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-178646
Document type:
Monograph
Author:
Kaff, Siegmund http://d-nb.info/gnd/138991537
Title:
Der Brotwucher
Place of publication:
Wien & Leipzig
Publisher:
Perles
Year of publication:
1925
Scope:
80 S
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Der Brotwucher
  • Title page
  • Contents

Full text

.ö 
Bon Zöllen, Steuern und fonftigen Abgaben. 
jagen: „Mir kann nix g’iheg’n!“ DennohH — fein Elan war groß- 
artig. Die Zufchauer Hatten freilich den Eindruck: Er meint’s nicht fo 
bö8, denn er i{t ja gar Fein Löwe, nur ein Parlamentarier mit der 
Qowenhaut. Aber er fpielte den Löwen famo3! Mit Zettel, dem Weber, 
fonnte ex rufen: „Sch will brüllen, daß daz Volk jagen joll: ‚Noch 
mal brüllen! Noch mal brülen!‘“ Und: „IH will euch fo janft brüllen 
wie ein fäugendes Täubchen, will au brüllen wie ’ne Nachtigall.“ Alfo 
Mötete ec donnernd und donnerte flötend, daß der Zolltarifentwurf — 
wiewohl „ein ganz elendes und unbrauchbares Machwerk“ — ein nvt- 
mwendiges Infirument für die Handel&vertragsverhandlungen fei und daß 
e8 nur noch um das allgemeine Niveau des Zolltarifs, das jedenfalls 
viel zu hoch, gehe... So glitt unjer Held auf die gleitende Zollikfala 
für Getreide hinüber, die das Heinere Übel jein fol, weil — nun, weil 
mit den Agrariern dann auch die Konjumenten und mit diefen auch die 
Agrarier nur halb zufrieden fein würden, beiden alfo zur Hälfte wenig{ten? 
geholfen fei. Bei fteigenden Getreidepreijen brauchen die erfteren 3Zoll- 
jhugß und haben die Konjumenten nur den Hohen SGetreidepreis ohne oder 
mit mäßigem Boll zu zahlen; bei Jinfenden Preifen allerdings hätten die 
Konfumenten feinen Vorteil, weil fie dann den Zoll entrichten müßten, 
jogar einen Höheren, als in dem erften Regierungsentwurf vorgefehen 
war. Danach war den Agrariern das Rifiko der finkenden SGetreidepreife 
erfpart 5 dafür den Konjumenten die Ausficht genommen, 013 den Preis- 
fenkungen Nugen zu ziehen. Wie {ih das Syitem in der Praxis aus- 
wirfen wird, bleibt abzuwarten. Eine Borausfegung it, daß der „Aus- 
gangsprei8“ für Weizen richtig gewählt und daß [ich das Schwanfken der Welt- 
marftpreife mechanijch regulieren und nivellieren lafje. Auch fol nicht weiter 
bezweifelt werden. ob fih die Anwendung der Bollfäge, die in kurzen 
Intervallen nach den von Ernte und Spekulation diktierten Weltmarkt» 
preifen verrechnet werden müfjen, tehnifch fo leicht fein wird, ob nicht 
bei Feftfebung der DurchieNnittspreife Durchftechereien möglich find und 
die Spekulation dann erft recht gefördert wird. Davon abgefehen, fann und 
wird e8 natürlid yaffieren, daß Roggen gerade dann, wenn er im reife 
fteigt, mit einem höheren Zollfag getroffen wird al8 Weizen, Deffen 
reis finkt. Denn zwijhen Weizen und Roggenzoll hat das Genie 
unferes Dr. Dtto Bauer eine Bindung erfonnen; der lebtere toll {ich 
nach dem Weizenpreis richten. WazZ nüßt eS dem Konjumenten, wenn 
diefer fällt, der Koggenpreis aber troß feines Steigenz mit einem Höheren 
Bolljag belegt wird? Das Brot befteht zu drei Bierteln aus KRoggen- 
mehl. Daz Sunktim zwilchen Weizen» und Roggenzoll bewirkt alfo, daß
	        

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Der Brotwucher. Perles, 1925.
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