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Der Brotwucher

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Bibliographic data

fullscreen: Der Brotwucher

Monograph

Identifikator:
1029401462
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-178646
Document type:
Monograph
Author:
Kaff, Siegmund http://d-nb.info/gnd/138991537
Title:
Der Brotwucher
Place of publication:
Wien & Leipzig
Publisher:
Perles
Year of publication:
1925
Scope:
80 S
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Der Brotwucher
  • Title page
  • Contents

Full text

26 
Vom Arbeiter- und Konfumentenfhuß. 
ift durch das Nachtbackverbot das Ofenfyftem mitjamt der ganzen 
Arbeitzorganifation derart alteriert, daß nunmehr eine Koftfpielige Um- 
itellung notwendig wird. Wenn die Feuerung, die auf Erzeugung einer 
fontinuierlihen Hige eingeftellt ift, ihren Zweck nicht erfüllen kann, wozu 
die teuren Invejtitionen? DazZ machen fi die Kleingewerbetreibenden 
zunuße und treten daher mit Feuereifer für den Schuß der Yäcker, für 
a8 NMachtbackverbot, das Heißt für ihr Sonderintereffe ein. Darin drückt 
jich ein fosialpolitiidher Funktiongwandel des Nachtbackverbote3 aus. Was 
den einen ihre Eule, ijt den anderen ihHre Nachtigall. So wird alles in 
diejer Scheindemokratie, wo auch der Ehrlidhe nicht {prechen kann, ohne 
verdächtigt zu werden, wenn feine Anfiht den Machthabern nicht in den 
Rram paßt, auf den Kopf geftellt. Es ift eine verkehrte Welt; eine 
total verrückte, aus den Fugen der Vernunft geratene Welt, in der 
Dilettanten und Marktichreier daz große Wort führen. E83 ijt aber nicht 
nur fo, daß in diefer aus ihrem Gleichgewicht gebrachten Welt alle 
geraden SGedanfen fchief gebogen werden, daß die Logik felbft bei den 
zinfachften Dingen zum Teufel geht und Vernunft zum Unfinn — 
Unfinn fgeinbar Vernunft wird. E83 ift nicht nur eine geiftige Korruption, 
jondern vor allem au eine moralijche Depravation, die fih darin 
ausdrückt, daß in der Demokratie Heuchelei in Keinen wie in großen 
Dingen Trumpf ift, wenn Preitige und Profit auf dem Spiele ftehen.*) 
Denn daß für das Nachtbadkverbot Heute nicht mehr die Begründung 
gefunden werden kanın, wie feinerzeit, da die Hyaienijhen Bedingungen 
der Broterzeugung aller Befjchreidbung jpotteten und der Handwerksmäßige 
Rieinbetrieb vorherrichte, Kann wohl von jedem Unbefangenen zugegeben 
werden, Wenn foviel andere, weniger wichtige NMachtarbeit zugelafjen 
Ditd, warum nicht auch das Brotbaden? Ift etwa eine Zeitung am 
*) Daraus erkfärt fich die vermehrte Gemwalttätigkeit, womit verhindert wird, 
daß über gewiffe Dinge gejprodhen werde. Diejenigen, die daz Amt der VBolfsvertretung 
zgepachtet und monopolifiert Haben, verjdhreien e8 al8 Hochverrat an iIrer Souveränität, 
wenn ihnen jemand feine eigene Meinung entgegenfebt. Der Wähler Hat nichts zu 
seden; ihm gebührt Diät, den SGemählten die Diäten. AZ ih darauf verwies, daß in 
der deutjchen Arbeiterfhaft die Frage des NMachtbadverbotes offen debattiert werde, fuhr 
mir die gewerkjchaftlide Fauft an die Kehle. Ih ward befhimpjt, verfemt, man 
bedrohte mid an der Eriftenz und was dergleichen Methoden einer demagogijchen 
Mafia mehr find. Hierzulande Haben eben die Bonzen und ihHre Schergen keine anderen 
Argumente als die des Terrors. Man nennt das demokratijde Meinungs« und Preß- 
ireiheit. Indes find Tatfachen ftärker als alle Gemwaltmittel, die in den Händen der 
neuen Abjolutiften ebenjo verjagen müffen, wie dies vordem in den Händen der alten 
ber Sall war.
	        

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Der Brotwucher. Perles, 1925.
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