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Der Brotwucher

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Bibliographic data

fullscreen: Der Brotwucher

Monograph

Identifikator:
1029401462
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-178646
Document type:
Monograph
Author:
Kaff, Siegmund http://d-nb.info/gnd/138991537
Title:
Der Brotwucher
Place of publication:
Wien & Leipzig
Publisher:
Perles
Year of publication:
1925
Scope:
80 S
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Der Brotwucher
  • Title page
  • Contents

Full text

10 
Xom Brotipreis und Bäderprofit. 
[iftijdhe Interefje ausgefchaltet. Dafür haben wir aber auch in unferer 
Berenung nur einen dreiprozentigen Reingewinn anaenommen, während 
er in Wirklichkeit weit Höher ift. 
Durch die bis vor kurzem Hblihe Marimierung des Brotpreifes, für 
deren Beibehaltung sans gene gerade die Kriegsverdiener {ih einjebten, 
war den Broterzeugern die Mühe der Kalkulation abgenommen. Sie 
brauchten auf die alten Säge immer nur die neuen Prozente aufzutürmen 
und die „Kalkulation nad oben“ war fertig. So wurden fie ihre 
Verantwortung und die auf Lohn und einen {tabilen Brotverbrauch an- 
gewiejenen Konjumenten ihre „ftabilifierten“ Kronen 108. Die Bäcker: 
meifter fonnten fich hierbei auf die von ihnen einft- fo angefeindeten 
Brotinduftriellen völlig verlaffen. Sie waren (und find auch Heute) mit 
ihren intimen Feinden ein Herz und eine Seele. Die alteingebürgerte 
Kalkulationsmaxime, wonach der Preis des Brote dem Werte der gleichen 
Sewichtsmenge des Hierzu verwendeten MehleS gleichzufeßen fei, ift längft 
aufgegeben worden, denn in die Spannung zwijden Brot und Mehl- 
preis haben fidh Kegien, Spefen, Zu- und Auffhläge aller Art in einer 
Höhe eingeniftet, die vordem unbekannt war und auch jeßt nicht völlig 
glaubhaft erfcheint, 
Dieje Erjdheinung datiert nicht erft feit dem Kriege, fie war fhon 
in der FriedensSzeit zu beobachten, wenn auch nicht in diejer Deutlich- 
feit. Niemals folgten die Brotpreije rajch und unmittelbar den Sen- 
fungen der Getreide», beziehungsweije Mehlpreife. Wber in der Nach: 
friegSzeit gejdhah das Fallen der Brotpreije noch widerwilliger. Ia es 
zeigte fih, daß, wenn fon nicht die Spannung zwijdhen Getreide, 
Mehl und Brot, fo die zwijdhen Brotmehl und Brot immer größer 
wurde, eine Tatjache, von der fich jeder überzeugen kann, der die Statiftik 
der SGetreide-, Mehl- und Brotpreife zur Hand nimmt, und die nur 
daraus zu erflären ift, daß vor allem die Yuote des bürgerlichen Nubenz, 
die auf da Brot nebft den Lodn- und Sachregien daraufgefchlagen 
wurde, undverhältnismäßig anjhwoll. In der Nationalverjammlung hat 
der Minijter für Landwirtihaft am 12. Iuni 1923 das Ergebnis von 
Erhebungen mitgeteilt, die folgendes befagen : 
„Nach den amtlidhHen Notierungen der Wiener Börje Koftete am 1. Dezember 1922 
inländijder Roggen 3625 K per kg, am 1, Juni 1923 Koftete der Roggen 3400 K, 
alfo eine Berbilligung von 225 K per kg. Am 1. Degember 1922 Koftete der Laib 
Brot 6900 K, am 1. Juni 1923 Koftete er 6780 K, fo daß da3Z Brot um 120 K 
billiger geworden ift. Am 1. Februar 1923 Koftete der Roggen 3950 K, am 1. Juni 
1923 3400 K, daher ijt der Moggen um 550 K per kg im Preife gefunken. Das 
Brot fofltete am 1. Februar 1923 6750 K und am 1. Suni 1923 6780 K; das
	        

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Der Brotwucher. Perles, 1925.
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