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Der Brotwucher

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Bibliographic data

fullscreen: Der Brotwucher

Monograph

Identifikator:
1029401462
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-178646
Document type:
Monograph
Author:
Kaff, Siegmund http://d-nb.info/gnd/138991537
Title:
Der Brotwucher
Place of publication:
Wien & Leipzig
Publisher:
Perles
Year of publication:
1925
Scope:
80 S
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Der Brotwucher
  • Title page
  • Contents

Full text

Bon den Hammerbrotwerfen und ihrem Funktionswandel, 63 
Mitverantwortung zu übernehmen; fie bekamen die TjhHeka zu jpüren. 
Im Frühjahr 1914 waren jene Ehrenmänner freilich fehr Kein ge- 
worden; da3 Unheil fchien diesmal unabwendbar, wenn nicht ein Aufall, 
zin Wunder zu Hilfe kam. 
Der Dumme hat’z Glück. Der Weltkrieg brach au8 und in feinem 
Pulvergeftankf verjdhwand auch die mifduftende Sejchichte — vorläufig. 
Dan wußte fiH Zwiebacklieferungen für die Armee zu verfchaffen *) 
und avancierte fo zum Range der fonft nicht genug beichimpften Kriegs- 
gewinner. Und das Gejchäft ging glänzend, e& rentierte fih famo3. 
Wohl ftiegen im fogenannten Leinweber-Prozeß, in weldhem Militär: 
verpflegabeamte wegen ihres bedenklihen Verhaltens gegenüber dem Ärar 
verurteilt wurden, auch einige übelriehende Blajen aus dem fumpfigen 
VBerhältniffe der Hammerbrotwerke zu den militärijhen Organen empor 
und auch jonft kamen unjaubere Gejchichten‘ an den Tag, die ein grellez 
Sicht auf die gejhäftliden Gewohnheiten der HYammerbrotwerke warfen, 
allein die allgemeine Erregung über die lange Dauer des Krieges und 
jeine Greuel ließ derlei Schmugaffären rafch vergeffen. Zudem war es 
ja fein SGeheimni8 geblieben, daß die Hammerbrotwerkfe feit ihrer SGe- 
burt uuter joweren Verlegenheiten litten und jo ging man über die 
fommerziellen Manipulationen der Hammerbrotwerke wie über die anderer 
Unternehmungen zur Tagesordnung über. Von diefer Toleranz der 
Öffentlichkeit profitierten ja alle Kriegsgewinner, warum nicht auch. die 
GHammerbrotwerfe? Die Schalantermoral der Wiener, vermengt mit 
zinem fräftigen Schuß Tarnopoler Moral fand e& nicht befonder8 aufs 
jalend, wenn der Staat übers Dhr gehauen wurde. Verdienen! Ver 
dienen! Verdienen! Das war die Parole, die Debvije, die Maxime, das 
Feldgefhrei. Warum denn nicht? Eine Jolche Riejenkonjunktur wie 
zin Weltkrieg kehrt nicht bald wieder und die Hätte man ungenüßt vor- 
übergehen Iaffen jollen? Mit fozialpolitijdhen Sittenfprüchlein macht 
man eine banferotte Unternehmung nicht flott, aljo macht man fich 
nach fapitaliftijher Methode ichäbigfter Art um das „Gemeinmobhl“ 
verbient. 
Wohl mandem redlidhen Senoffenjhafter nicht nur, auch vielen 
alten Barteigenofjfen und jedem ehrliden Menfchen ftieg der Ekel in die 
$ehle, wenn er dem Treiben zujah; denn wenn auch darüber der dichtefte 
Schleier der Seheimdivylomatie aebreitet war, es fiderte aenuqg Durch, 
*) Um bdiefes Gejchäft den Senofjen iHmadhaft zu machen, wurde ein Zwang 
ber Heeresverwaltung erdichtet.
	        

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Der Brotwucher. Perles, 1925.
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