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Der Brotwucher

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Bibliographic data

fullscreen: Der Brotwucher

Monograph

Identifikator:
1029401462
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-178646
Document type:
Monograph
Author:
Kaff, Siegmund http://d-nb.info/gnd/138991537
Title:
Der Brotwucher
Place of publication:
Wien & Leipzig
Publisher:
Perles
Year of publication:
1925
Scope:
80 S
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Der Brotwucher
  • Title page
  • Contents

Full text

68S Bon den Hammerbrotwerfen und ihrem Funktionswandel. 
micdlung der Hammerbrotwerke, welchen ungefähr ‚ein Drittel der Brot: 
erzeugung Wien zufällt, mit der SGejtaltung der Preije auf dem Wiener 
Brotmarkte innig verflochten i{t. Der Zujammenhang wird ohne weitere? 
far, wenn man fich erinnert, mit weldgem Verfprechen diejes Unter: 
nehmen insg Leben gerufen wurde. Die Prätenfion war, als Preis- 
regulator für die Brotpreisbildung zu wirken, und nad ihrem Umfang 
hätten e& die Werke bei umfichtiger, gewifjenhafter, rationeller SGefchäfts- 
Mihrung auch fein fönnen, wenn — nidt Dilettantismus und SGrößen- 
wahn die Anlage technifh verfehlt und alle Erfahrungen, die gerade auf 
diejem Gebiete der Eigenproduktion vorlagen, in den Wind gefchlagen 
hätten. € ijft eine fromme Legende, daß das Werk von wegen der höfen 
COriftlichfozialen unbedingt in Schwechat errichtet werden mußte, viel- 
mehr waren auch in Wien Baugründe vorhanden und angeboten worden. 
Aber die in Schwechat gelegenen Gründe waren von einer Induftrie- 
gefellihaft billiger erfältlidh und deshalb wählte man fie — trog der 
erponierten Lage — nicht bedenkend, daß die Höheren FuhHripejen den 
Betrieb dauernd belaften mußten, während die Grundftückjpekulation, zu 
deren Vornahme die Feindjchaft der Wiener Chriftlichtozialen eine ge: 
eignete Deckung abgab, unfruchtbar blieb. Bei den SGefhäftsführern der 
Gammerbrotwerkfe {pielte Faufmännijdhe Kaifon eine untergeordnete Rolle, 
während parteipolitijde SGefichtspunfte überwogen. Als man endlich, 
nach dem Kriege noch deutlicher als früher, einzujehen begann, weldhen 
Bock man gejhofjen, war e8 zu jpät. Der Ausfall der dritten Arbeits: 
19icht infolge des Machtbackverbotes gab der jhwachen Rentabilität ein: 
geftandenermaßen den RKejt. Mehr als die Hälfte der Badkdjen wurde 
jtilgefegt und zur Erzeugung von Feinbäcderei und Dauerware über- 
gegangen. Ob dieje Spekulation fich rentieren wird, {teht dahin; manche, 
denen ein fachfundiges Urteil zuzutrauen ift, bezweifeln e8. Sicher ift, 
daß die Schwar,brotbäckerei auch im Falle tes fontinuierlidhen Betriebe? 
ig nicht halten kann und daß im Hinblid darauf die Zahl der Wiener 
Betriebe fortgefeßt vermehrt wurde,*) Der einft fo gejhmähte Kleinbetrieb 
murde aljo gefördert, außerdem auf den Gründen des ehemaligen Militär 
vergpflegsmagazins ein nener @roßbetrieb etabliert, ein draftijher Beweis 
jür den prinzipienlojen wirtjchaftspolitijchen Ziczackfurs, den man zur 
Sozialifierung der Broterzeugung Wiens einfjhlug. € ift Mar, daß alle 
dieje Experimente viel Kapital erfurderten. Man hatte nicht genug Be- 
*) €3 gibt jeßt deren 30, darunter 6 Grokbetriebe (ein ganz neuer auf dem 
Areale des eHemaligen Militärverpflegs-Magazinz in der OYberen Donauftraße), in 
Schwechat (1), Wien (3), St. Pölten und Wr.-Neuftadt.
	        

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Der Brotwucher. Perles, 1925.
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