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Die Prostitution als soziale Klassenerscheinung und ihre sozialpolitische Bekämpfung

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Bibliographic data

fullscreen: Die Prostitution als soziale Klassenerscheinung und ihre sozialpolitische Bekämpfung

Monograph

Identifikator:
1033562599
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-54741
Document type:
Monograph
Author:
Kampffmeyer, Paul http://d-nb.info/gnd/116038365
Title:
Die Prostitution als soziale Klassenerscheinung und ihre sozialpolitische Bekämpfung
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Buchhandlung Vorwärts
Year of publication:
1905
Scope:
1 Online-Ressource (122 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
3. Kapitel. Der soziale Schuldbetrag der Prostitution
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Die Prostitution als soziale Klassenerscheinung und ihre sozialpolitische Bekämpfung
  • Title page
  • 1. Kapitel. Die Ehe und die Prostitution
  • 2. Kapitel. Die Prostitution als soziale Klassenerscheinung der Stadt
  • 3. Kapitel. Der soziale Schuldbetrag der Prostitution
  • 4. Kapitel. Die staatliche Reglementierung der Prostitution
  • 5. Kapitel. Krankenkasseneinrichtungen zur unentgeltlichen Behandlung Venerischer
  • 6. Kapitel. Die wohnungsgesetzliche Bekämpfung der Mißstände der Prostituiertenwohnungen
  • 7. Kapitel. Die Zerrüttung der Familie und die Prostitution Jugendlicher
  • 8. Kapitel. Fürsorge-Einrichtungen für Minderjährige als Schutzwehren gegen die Prostitution derselben
  • 9. Kapitel. Staatliche und kommunale Zufluchts- und Erziehungsstätten für erwachsene Prostituierte
  • 10. Kapitel. Die Prostitution der dienenden Klasse und ihre Eindämmung
  • 11. Kapitel. Die Prostitution als Klassenerscheinung und ihre Ueberwindung
  • Contents

Full text

38 
(Statistik der Ehen, Jena 1890) über die dänische Landbevölkerung 
stellten fest, daß von den Erstgeborenen zirka die Hälfte vor der 
Ehe gezeugt war. „Wenn es auch bei allen Gesellschaftsklassen eine 
bedeutende Anzahl von Fällen gab, wo der Erstgeborene bald nach 
der Hochzeit zur Welt kam, so traf es doch besonders für die Dienst 
mädchen, dagegen durchgehend seltener für wohlhabendere Mädchen 
zu. . . . In den Ehen zwischen Dienstmädchen und Häuslern ohne 
Feld, in welchen überhaupt Kinder erzeugt wurden, waren die 
Bräute in wenigstens sieben Fällen unter zehn bei der Trauung 
schwanger." 
Trotz des ungebundenen außerehelichen Verkehrs auf dem Lande 
tauchten in Dänemark die Geschlechtskrankheiten außerordentlich 
selten auf. In Dänemark waren die venerische^ Krankheiten in 
der Großstadt Kopenhagen fünfzigmal so stark vertreten, als auf 
dem platten Laude. Nach Blaschko erkrankten im Jahresdurchschnitt 
1886—1895 an venerischen Krankheiten in Kopenhagen von 1000 der 
Bevölkerung 20,1, in den Provinzialstädten 3,02, auf dem platten 
Lande 0,38. 
Die soziale Tatsache, daß die eigentlichen Herde der Geschlechts 
krankheiten die Sitze des großstädtischen Prostitutionsverkchrs sind, 
bestätigte glänzend die bekannte statistische Arbeit Professor Gutt- 
stedts: „Die Verbreitung der venerischen Krankheiten in Preußen 
sowie die Maßnahmen zur Bekämpfung dieser Krankheiten." DaZ 
treffliche statistische Werk Guttstedts beruht aus den Ergebnissen 
einer statistischen Umfrage an die preußischen Aerzte über die von 
ihnen am 30. April 1900 behandelten Venerischen. 
Die Enquete Guttstedts ermittelte am 30. April 1900 40 902 
ansteckende Geschlechtskranke. Auf Berlin allein fielen von diesen 
40 902 Venerischen 11 598. Von den geschlechtskranken Männern 
der ganzen preußischen Monarchie wohnten allein 28,07 Prozent in 
Berlin, und von den gesamten venerischen Frauen gar 29,17 Prozent. 
Zählt man die geschlechtskranken Männer Berlins und der siebzehn 
preußischen Großstädte mit mehr als 100 000 Einwohnern zusammen, 
so faßt man mit dieser Ziffer bereits 61,36 Prozent der sämtlichen 
geschlechtskranken Männer der preußischen Monarchie zusammen. 
Die Addition der Zahlen der venerischen Frauen Berlins und der 
siebzehn Großstädte über 100 000 Einwohner ergibt 60,83 Prozent 
der venerischen Frauen des preußischen Staates. Man sieht schon 
aus diesen Ziffern: die Geschlechtskrankheiten sind vorwiegend eine 
Großstadterscheinung. Natürlich wuchern diese Krankheiten ebenfalls 
in den kleineren Städten fort, in denen besonders die käufliche Liebe 
blüht: in den Hafenstädten, Garnisonstädten usw. So hob sich 
Wilhelmshaven z. B. durch eine besonders hohe venerische Er 
krankungsziffer hervor: es kamen nämlich dort auf 10 000 erwachsene 
Personen der Bevölkerung 141,16 Venerische. Mit der Bevölkerungs 
ziffer der Städte sinkt durchweg die Ziffer der Geschlechtskranken.
	        

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The Elements of Economic Geology. Methuen, 1928.
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