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Warum reisen Arbeiterdelegationen nach Sowjetrußland?

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Bibliographic data

fullscreen: Warum reisen Arbeiterdelegationen nach Sowjetrußland?

Monograph

Identifikator:
1685822886
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-102665
Document type:
Monograph
Author:
Lozovskij, Aleksandr http://d-nb.info/gnd/104314591
Title:
Warum reisen Arbeiterdelegationen nach Sowjetrußland?
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Führer-Verl.
Year of publication:
1926
Scope:
70 S
Digitisation:
2020
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Warum reisen Arbeiterdelegationen nach Sowjetrußland?
  • Title page
  • Contents
  • Warum gerade jetzt ?
  • Die internationale Sozialdemokratie und die USSR
  • Für und gegen die Oktoberrevolution
  • Warum nicht nach den anderen Ländern ?
  • Die Arbeiterdelegation und die Sowjetmacht
  • Warum reisen die Arbeiterdelegationen ?
  • In wessen Händen liegt die Macht ?
  • Die Sowjetdemokratie und die parlamentarische Demokratie
  • Die formalen Freiheiten
  • Einiges über die Diktatur
  • Die „sozialistischen" Parteien
  • Sozialismus und Kapitalismus
  • Die nationale Frage
  • Die Sowjetgewerkschaften
  • Die Lage des Proletariats in der USSR
  • Die Einheitsfront und die Einheit der internationalen Arbeiterbewegung
  • Kultur und Proletariat
  • Das Geleit der Deligierten in der USSR und ihr Empfang in der Heimat
  • Der Kampf um die Wahrheit über die USSR
  • Schluss

Full text

Eine Zusammenkunft mit Menschewiki, welche sich in Tiflis möglich 
machte, brachte eine Aussprache, die keinen Glauben an demokratische Mög- 
lichkeiten offenbarte. Man ist dort nicht mehr der Meinung, daß die Ar- 
beiterschaft durch Demokratie etwas erreichen könnte. Auch die Bauern, 
Deutsche wie Grusinen, sprachen ihr Mißfallen über die demokratische Herr- 
schaft aus; das jetzt herrschende System wird von ihnen mit Begeisterung 
angenommen, 
Deutschland liefert auch ein lebendiges Beispiel, Die November-Er- 
rungenschaften sind durch die Demokratie abgebaut worden, nur die Bour- 
geoisie und nicht die Arbeiterschaft hat gewonnen, In Rußland hat die 
Arbeiterschaft die Macht in den Händen. Wir geben zu, daß manches nicht 
soczialistisch ist, aber die Bahn ist gelegt und wenn alle Kräfte, welche es 
ernst meinen mit der Arbeiterklasse, daran bauen, so ist die Entfernung vom 
sozialistischen Staat nicht mehr weit. Mit den Mitteln aber, wie Ihr gedenkt, 
die Sache zu ändern, dienet Ihr nicht Euch, sondern der kapitalistischen 
Gemeinschaft, 
Gewiß gibt es in den westeuropäischen Staaten augenblicklich keine 
andere Möglichkeit, als die demokratischen Methoden zu unterstützen, aber 
auch für diese kann es kein anderes Ziel geben, als die sozialistische Ge- 
meinschaft. Der Kampf zwischen den Arbeiterparteien in diesen Ländern 
ist ein Unglück für die Arbeiterklasse und festigt nur das Bollwerk der 
bürgerlichen Partei, Wir billigen auch als Sozialisten die dortige kommu- 
nistische Taktik nicht, aber auch dort muß die gemeinsame Bahn für die 
ökonomische Umbildung der Gesellschaft gefunden werden, 
Aus allem, was wir aus Eurem Schreiben gefunden haben, konnten wir 
nur dialektische Methoden erkennen, die Euch und der Klasse, die Ihr zu 
vertreten angebt, nichts nützen, Stellt Eure Arbeitskraft dem russischen 
Proletariat zur Verfügung, reiht Euch ein in die gemeinsame Arbeiterfront, 
dann wird Euch die Geschichte des Sozialismus dankbar sein, 
Moskau, den 20, August 1925, 
Mit sozialistischem Gruß 
Die sozialdemokratischen Mitglieder der ersten deutschen Arbeiterdelegation, 
gez. Hermann Mehle, Xaver Freiberger. Bennewitz, 
Deklaration der deutschen Arbeiterdelegation. 
An die Arbeiter und Bauern Sowjetrußlands*). 
Ehe wir den Boden des ersten proletarischen Staates der Geschichte 
verlassen, sprechen wir Euch für den brüderlichen Empfang und die uns 
gewährte Gastfreundschaft den herzlichsten Dank aus, Wir fühlen uns 
verpflichtet, Euch kurz zu schildern, welche Eindrücke wir während unseres 
Aufenthaltes in Sowjetrußland gewannen und welche Schlußfolgerungen wir 
daraus ziehen, 
Genossen! Wir haben Rußland sechs Wochen lang in seinen wichtigsten 
industriellen und landwirtschaftlichen Gebieten durchreist und dabei das 
Ziel unserer Reise selbst bestimmt, Es gab nichts, worüber uns nicht bereit- 
willigst Auskunft erteilt worden wäre, Die Auffassung, die bei unserer 
Abfahrt in Deutschland verbreitet wurde, als würde der Delegation nur 
das für die russische Regierung wünschenswerte gezeigt werden, hat sich 
als völlig irrig erwiesen, Einige der Delegierten waren der russischen 
*) „Trud' vom 28, August 1925. 
517
	        

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Warum Reisen Arbeiterdelegationen Nach Sowjetrußland? Führer-Verl., 1926.
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