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Das Ich und der Staat

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Bibliographic data

fullscreen: Das Ich und der Staat

Monograph

Identifikator:
1689849630
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-100544
Document type:
Monograph
Author:
Harms, Paul http://d-nb.info/gnd/116483091
Title:
Das Ich und der Staat
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Verlag Quelle & Meyer
Year of publication:
1926
Scope:
XII, 128 Seiten
Digitisation:
2020
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
III. Zwischen Schulpflicht und Bürgerpflicht
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Das Ich und der Staat
  • Title page
  • Contents
  • I. Das staatlose Ich
  • II. Das Ich in staatlicher Erziehung
  • III. Zwischen Schulpflicht und Bürgerpflicht
  • IV. Das Ich als Massenteichen
  • V. Überstaatliche Bindungen des Ichs
  • VI. Deutsche Diesseits-Religion

Full text

“ II. Zwischen Schulpflicht und Bürgerpflicht 
seine Moral nicht heillos zerfressen worden ist in der großen Nerven- 
krise der vier Nachkriegsjahre 191901922. Die Nachwehen der 
Nervenkrise zu überwinden, ist die Aufgabe der Übergangszeit, die 
recht und schlecht verbrauchen muß, was in den ersten Jahrzehnten 
des neuen Reiches geboren ward. Aber erst wenn von denen, die 
1914 als Kriegsfreiwillige hinauszogen und die der mörderische 
Krieg übriggelassen hat, die ersten auf den Ministersesseln angelangt 
sind, worauf sich heute noch Nutznießer der Revolution oder Ver- 
nunft-Republikaner mehr oder minder behaglich dehnen; dann erst 
wird der neue Staat offenbaren können und offenbaren müssen, wes 
Geistes Kind er ist. 
„„Es wird eine große Freiheitsbewegung kommen. Geschrei nach 
Republik. Eigentlich wäre auch mein Geschmack Republik, aber eine 
recht strenge, der zuchtlosen Willkür eine Schraube, daß ihr das 
Blut aus den Nägeln spritzte, und die gibt's nicht mehr.““ So klagte 
schon Vischers Auch Einer von der Zeit vor 1848. Daß die Neu- 
gründung vom November 1918 nicht als die ,strenge‘“ Republik 
gemeint war, die vom ehernen Pflichtbegriff ihre Staatsordnung 
herleitet, haben wir inzwischen erfahren. Was hat die Republik, 
die sozial sein wollte und mit der Unterwerfung unter den Sieger- 
kapitalismus anfing, die sich in den Schatten der Weimarer Geistes- 
titanen flüchtete, um offen ihre Abkehr vom Geiste von Potsdam 
zu bekunden ohne den doch kein Staat der Deutschen geworden 
wäre — was hat diese arme Republik ihren Bürgern zu bieten, das 
ihnen die neue Staatsform lieb und wert machen könnte? Lieb und 
wert kann die neue Staatsform erst einem Geschlechte werden, das 
sie nicht als Notbehelf hingenommen, sondern das sie sich er- 
arbeitet hat. Und das Ergebnis dieser Arbeit wird die Synthese 
des Geistes von Weimar mit dem Geiste von Potsdam sein ~ oder 
es wird vergänglich sein, wie es das Werk vom 18. Januar 1871 
war. 
Nicht auf fremdem Boden, auf deutscher Heimaterde muß der 
Staat der Deutschen neu gegründet werden, wenn er dem Volk 
eine Behausung werden soll, für die es sich selbst einsetzt bis zum 
letzten Blutstropfen. Das kann nur ein Haus sein, worin das 
Deutschtum der Lessing und Kant, der Goethe und Schiller die 
gleiche Achtung und den gleichen Rang genießt wie das Deutschtum 
+
	        

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Das Ich Und Der Staat. Verlag Quelle & Meyer, 1926.
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