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Das Ich und der Staat

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Bibliographic data

fullscreen: Das Ich und der Staat

Monograph

Identifikator:
1689849630
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-100544
Document type:
Monograph
Author:
Harms, Paul http://d-nb.info/gnd/116483091
Title:
Das Ich und der Staat
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Verlag Quelle & Meyer
Year of publication:
1926
Scope:
XII, 128 Seiten
Digitisation:
2020
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Das Ich und der Staat
  • Title page
  • Contents
  • I. Das staatlose Ich
  • II. Das Ich in staatlicher Erziehung
  • III. Zwischen Schulpflicht und Bürgerpflicht
  • IV. Das Ich als Massenteichen
  • V. Überstaatliche Bindungen des Ichs
  • VI. Deutsche Diesseits-Religion

Full text

„Revolutionen sind ganz unmöglich, sobald die Regierungen fortwährend 
gerecht und fortwährend wach sind, so daß sie ihnen durch zeitgemäße Ver- 
besserungen entgegenkommen und sich nicht so lange sträuben, bis das Not- 
wendige von unten her erzwungen wird. 
Weil ich nun aber die Revolutionen haßte, so nannte man mich einen 
Freund des Bestehenden. Das ist aber ein sehr zweid eutiger Titel, 
den ich mir verbitten möchte. Wenn das Bestehende alles vortrefflich, gut 
und gerecht wäre, so hätte ich gar nichts dawider. Da aber neben vielem 
Guten zugleich viel Schlechtes, Ungerechtes und Unvollkommenes besteht, 
so heißt ein Freund des Bestehenden oft nicht viel weniger als ein Freund 
des Veralteten und Schlechten. 
Die Zeit aber ist in ewigem Fortschreiten begriffen, und die menschlichen 
Dinge haben alle funfzig Jahre eine andere Gestalt, 
sodaß eine Eimichtung, die im Jahre 1800 eine Vollkommenheit war, schon 
im Jahre 1850 vielleicht ein Gebrechen ist. 
Und wiederum ist für eine Nation nur das gut, was a us ihrem 
eigenen Kern und ihrem eigenen allgemeinen Bedürfnis 
hervorgegangen, ohne Nach äffung einer anderen. Denn 
was dem einen Volk auf einer gewissen Altersstufe eine wohltätige Nahrung 
sein kann, erweist sich vielleicht für ein anderes als Gift. Alle Versuche, 
irgend eine ausländische Neuerung einzuführen, wozu das Bedürfnis nicht 
im tiefen Kern der eigenen Nation wurzelt, sind daher töricht und alle be- 
absichtigten Revolutionen solcher Art ohne Erfolg; d enn sie sind ohne 
Gott, der sich von solchen Pfuschereien zurückhält. Jst aber ein wirk- 
liches Bedürfnis zu einer großen Reform in einem Volke vorhanden, s o 
ist Gott mit ihm und sie gelingt. Er war sichtbar mit Christus 
und seinen ersten Anhängern, denn die Erscheinung der neuen Lehre der Liebe 
war den Völkern ein Bedürfnis; er war ebenso sichtbar mit Luther, denn 
die Reinigung jener durch Pfaffenwesen verunstalteten Lehre war es nicht 
weniger. Beide genannten großen Kräfte aber waren nicht Freunde des 
Bestehendenz; vielmehr waren beide lebhaft durchdrungen, daß der alte Sauer- 
teig ausgekehrt werden müsse, und daß es nicht ferner im Unwahren, Un- 
gerechten und Mangelhaften so fortgehen und bleiben könne.“ 
Goethe zu Eckermann Sonntag, den 4. Januar 1824
	        

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Das Ich Und Der Staat. Verlag Quelle & Meyer, 1926.
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