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Forstwirtschafts-Politik

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Bibliographic data

fullscreen: Forstwirtschafts-Politik

Monograph

Identifikator:
1690009462
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-101382
Document type:
Monograph
Author:
Weber, Heinrich http://d-nb.info/gnd/11716383X
Title:
Forstwirtschafts-Politik
Place of publication:
Neudamm
Publisher:
Neumann
Year of publication:
1926
Scope:
X, 324 S
Taf
Digitisation:
2020
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Einleitung
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Forstwirtschafts-Politik
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung
  • Erster vorbereitender Teil. Die deutsche Forst- und Holzwirtschaft der Gegenwart
  • Zweiter Haupt-Teil. Die deutsche Forstwirtschaft
  • Sach-Verzeichnis
  • Namens-Verzeichnis

Full text

ß Einleitung. 
deshalb kann es auch keine wisssenschaftlich zu erschließende wirtschaftliche Zielsezung geben, 
die der Wirtschaflswissenschaftler als „objektiv richtig“ bezeichnen könnte. „Kommt der 
Wirtschaftswissenschaftler . . . troßdem zu einer Zielsetzung, so ist sie im Ausgangspunkte 
nicht minder willkürlich wie die des Politikers, von der sie sich in diesem Falle grundsätzlich 
nicht mehr unterscheidet“, ganz gleich ob die privatwirtschaftliche Rentabilität, die volks- 
wirtschaftliche Produktivität, die Staatsräson oder der soziale Ausgleich usw. die für ihn 
enlscheidenden Gesichtspunkte sind. Die Geltung solcher Zielsetz ungen zu be- 
urteilen, ,„ist Sache des Glaubens, daneben vi elle i < t eine Aufgabe spekulativer 
Betrachtung und Deutung des Lebens und der Welt auf ihren Sinn hin, sicherlich aber 
nicht Gegenstand einer Erfahrungswissenschaft1)."“ 
Auf wis sen sch aft li ch e m Gebiete dagegen befindet sich der Wirtschaftspolitiker 
dann, wenn es sich darum handelt, bestimmte in der Wirklichkeit tatsächlich angestrebte 
Zielsezungen zu realisieren. Damit kommen wir zu der dritten Art der Behandlung der 
Wirtschaftspolitik als Wisssenschaft. 
Volkswirtschaftspolitik als praktische Wissenschaft. 
Sie antwortet auf die Frage: Welche Wege führen zu einem bestimmten Ziel, oder 
welche Maßnahmen sind zur Erreichung eines bestimmten Zieles zu treffen? Sie macht 
also nicht den Anspruch, über die „Richtigkeit“ oder „Unrichtigkeit“ von Zielsezungen zu 
befinden, sondern beschränkt sich darauf, festzustellen, durch welche Hilfsoperationen und 
Maßnahmen anerkannte oder beglaubigte Ziele realisiert werden können. Denn „nur 
wo bei einem absolut eindeutig gegebenen Zweck nach dem dafür geeigneten Mittel gefragt 
wird, handelt es sich um eine wirklich empirisch entscheidbbare Frage. Der Sagt: y ist das 
einzige Mittel für x ist in der Tat die bloße Umkehrung des Satzes: auf y folgt x.“ 
Es ist wissenschaftlich durchaus möglich, nützlich und nötig, „Sätze zu entwickeln von dem 
Typus: für die Erreichung des (wirtschaftspolitischen) Erfolges x ist y das einzige oder 
sind, unter den Bedingungen bu, b., bz; Y1, Y., Yz die einzigen oder die erfolgreichsten 
Mittel:)“. Während die the or et i \ < e n Wissenschaften vorliegende Sachverhalte oder 
Tatbestände erfassen, d. h. beschreiben oder kausal erklären, seßzen die pr ak ti sch e n 
Wissenschaften die Hilfsoperationen fest, welche angewendet werden müssen, wenn ein Ziel 
besonders vollkommen erreicht werden soll. Die Forschungsmethode der praktischen Wissen- 
schaften kommt also geradezu auf eine Umkehrung der Methode der theoretischen Wisssen- 
schasften hinaus. Während die theoretisch-erklärende Wisssenschaft feststellt, daß auf y ~ X 
folgt, macht die praktische Wisssenschaft aus, daß y geschehen muß, damit das geforderte x 
eintritt. Ihre Z i e l e aber erhalten die praktischen Wissenschaften –~ um es noch einmal 
zu betonen – von außen gesetzt. Sie selbst haben nur zu erforschen, welches 
Handeln oder Verhalten von dem Standpunkt der ihnen gesetzten Zielsetzungen aus „richtig“ 
ist. Ihre Urteile haben also keinen absoluten, sondern nur relativen Charakter, d. h. sie 
gelten in Hinsicht auf ein als richtig angenommenes Ziel. 
1) M a x Weber , „Die Objektivität sozialwissenschaftlicher und sozialpolitischer Erkenntnis“, 
Archiv für Sozialwissenschaft und Sozialpolitik, Bd. 19, 1904. 
2) Ma x Webber , „Der Sinn der Wertfreiheit der soziologischen oder ökonomischen Wissen- 
schaften“, Logos, Bd. 7, 1917 bis 1918.
	        

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