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Amerikareise deutscher Gewerkschaftsführer

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Bibliographic data

fullscreen: Amerikareise deutscher Gewerkschaftsführer

Monograph

Identifikator:
1690625112
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-103086
Document type:
Monograph
Title:
Amerikareise deutscher Gewerkschaftsführer
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Verl.-Ges. des Allg. Dt. Gewerkschaftsbundes
Year of publication:
1926
Scope:
256 S., [1] Bl.
Ill., Kt., Graph. Darst.
Digitisation:
2020
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
II. Kapitel. Aus dem sozialen Leben Amerikas
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Amerikareise deutscher Gewerkschaftsführer
  • Title page
  • Contents
  • I. Kapitel. Die Wirtschaft der Vereinigten Staaten
  • II. Kapitel. Aus dem sozialen Leben Amerikas
  • III. Kapitel. Die Gewerkschaftsbewegung in den Vereinigten Staaten
  • IV. Kapitel. Die Arberterbanken

Full text

der Strasse wie im Restaurant, und dass die evangelischen und 
katholischen Kirchen womöglich noch pompöser sind als die 
übrigen. Es herrscht keinerlei Atmosphäre der Absonderung; es 
ist keine New Yorker Canal-Street, kein Amerikaner tut einen 
Seufzer der Erleichterung, wenn er Lincoln-Avenue hinter sich hat, 
und kein Deutscher fühlt sich in Fremdheit befangen, wenn er aus 
„seinem“ Viertel heraustritt. Der Deutsche gewöhnt sich nicht nur 
sehr rasch an die Lebensart des ihm stammverwandten Volkes, 
er gibt auch bereitwilligst den bescheidenen Lebensstandard seiner 
Heimat auf und akzeptiert die anspruchsvollere Lebensweise des 
Amerikaners. Das treibt ihn, wie den Amerikaner selbst, zu höheren 
Leistungen, aber auch zu erhöhten Ansprüchen als Arbeiter an den 
Unternehmer. Darum wird er vom amerikanischen Arbeiter nicht 
als unterbietender Wettbewerber gehasst oder gefürchtet. 
2.Die höheren Schichten der Lohn-und Gehaltsempfänger. 
a) Die gehobene Arbeiterschicht. 
Dem angelsächsisch-deutschen Arbeiterelement, aus dem sich 
das Gros der meisten Gewerkschaften zusammensetzt, und das 
durch diese sich die höheren Löhne erzwingt, sind die südöstlichen 
Europäer und die Neger ausgesprochenermassen unerwünschte 
Konkurrenten. Darum gehörten die Gewerkschaften im allge- 
meinen zu den Befürwortern der Einwanderungsbeschränkung in 
ihrer jetzigen Form. Dennoch ist die Tatsache unverkennbar und 
eine ganz natürliche Erscheinung, dass, solange dieser Einwan- 
dererstrom ungehemmt andauerte, die ansässige Arbeiterschicht 
des Landes im Ganzen gesehen jeweils um die Grösse der von 
unten her zufliessenden Schicht sozial gehoben wurde. Diese Nach- 
füllung neuer Volkselemente verwischte und verschob beständig die 
Ansätze zu einer schärferen Abgrenzung der Gesellschaftsklassen 
in europäischem Sinne und hat volkswirtschaftlich eine ähnliche 
Bedeutung wie für England die auf niederer Stufe der Lebenshal- 
tung existierenden Kolonialvölker des britischen Weltreichs; nur 
dass sie zugleich das gesellschaftliche Bild des Landes unmittelbar 
gestaltete und veränderte. 
Wie wäre es möglich, dass in dem dünn bevölkerten und doch so 
rührsamen, produktionswuchtigen Gemeinwesen alljährlich grosse 
Massen Werktätiger in der industriellen und landwirtschaftlichen 
Produktion in Leiter- und Eigentümerstellungen aufsteigen oder 
sich anderen, einträglicheren Erwerben oder höherem Studium 
zuwendeten — wenn nicht durch das Einrücken dieser Ersatz- 
bataillone? In dem Fordschen Unternehmen, das wie ein kunst- 
volles Modell die Zusammensetzung und Funktion der arbeitenden 
1921
	        

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Amerikareise Deutscher Gewerkschaftsführer. Verl.-Ges. des Allg. Dt. Gewerkschaftsbundes, 1926.
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