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Amerikareise deutscher Gewerkschaftsführer

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Bibliographic data

fullscreen: Amerikareise deutscher Gewerkschaftsführer

Monograph

Identifikator:
1690625112
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-103086
Document type:
Monograph
Title:
Amerikareise deutscher Gewerkschaftsführer
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Verl.-Ges. des Allg. Dt. Gewerkschaftsbundes
Year of publication:
1926
Scope:
256 S., [1] Bl.
Ill., Kt., Graph. Darst.
Digitisation:
2020
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
II. Kapitel. Aus dem sozialen Leben Amerikas
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Amerikareise deutscher Gewerkschaftsführer
  • Title page
  • Contents
  • I. Kapitel. Die Wirtschaft der Vereinigten Staaten
  • II. Kapitel. Aus dem sozialen Leben Amerikas
  • III. Kapitel. Die Gewerkschaftsbewegung in den Vereinigten Staaten
  • IV. Kapitel. Die Arberterbanken

Full text

Industrie, Handel und Verkehr, öffentlichen Diensten und beson- 
ders auch in den gehobenen akademischen und intellektuellen 
Berufen von 1 540 000. Diese Umschichtung in der weiblichen Berufs- 
tätigkeit hat mancherlei beachtenswerte Ursachen. In der Land- 
wirtschaft hat eine weitgehende Maschinisierung den Wirkungs- 
kreis der landwirtschaftlichen Arbeiterin nicht unerheblich ge- 
schmälert. Der Farmer in den einigermassen fortgeschrittenen 
Landwirtschaftsstaaten — vielleicht von den schon erwähnten 
Border hill countries abgesehen — Ssäet, mäht, drischt, erntet, 
bündelt, füttert und melkt mit Maschinerie. Dem ärmeren Farmer 
steht hierfür der genossenschaftliche Maschinenbesitz seines Land- 
bezirks zur Verfügung. Das Mahlen des Getreides und das Be- 
reiten der Milchprodukte in den Molkereien, wie wir es vielfach 
in Wisconsin, Minnesota und Kansas gesehen haben, erfolgt in 
weitem Umfang durch genossenschaftliche Betriebe. Und für das 
Melken sind die Farmer — wiederum von den Border hill countries 
und solchen verlassenen Gegenden abgesehen — bis in die unter- 
sten Schichten maschinell eingerichtet. Wir haben dies auf typischen 
Armeleutefarmen gesehen. Der Farmer ist eben weniger „Bauer“ 
als ein gut Stück von einem Mechaniker. Wir werden aber eben- 
falls noch sehen, dass dies nicht der alleinige Grund ist für den 
Abmarsch der Frau aus der Landwirtschaft. 
Im Haushalt liegt es ähnlich. Bis in eine breite Oberschicht der 
Arbeiterschaft hinein ist der Haushalt maschinisiert. Zentral- 
heizung, Waschmaschine, Plättmaschine, Staubsauger, besonders 
der weitverbreitete Konsum fabrizierter Konservenspeisen machen 
nicht nur bis hinauf in anspruchsvollere Schichten das Dienst- 
mädchen überflüssig, sondern engen auch den Wirkungskreis der 
Hausfrau sehr ein. „Die Mädchen zu lehren, den Knaben zu 
wehren“, gibt es Kindergärten, Schulanstalten, Lichtspiele, welche 
die aufsichtsbedürftige Jugend den grössten Teil des Tages über 
aufnehmen. — So wird die Frau in den Wettbewerb mit dem Manne 
geradezu hineingedrängt, der ihr um so leichter fällt, als ihr auch 
an Musse und Gelegenheit zur Ausbildung alle Wege offenstehen. 
Zwei Fünftel der amerikanischen Studenten höherer Lehranstalten, 
Hochschulen und Universitäten sind weiblichen Geschlechts. Der 
völlig freie Weg zu den Bildungsstätten hilft neben der Mechani- 
sierung von Land- und Hauswirtschaft am meisten zur Revolutio- 
nierung des weiblichen Lebensberufes. 
Demgemäss ist auch die wirtschaftliche Funktion und die soziale 
Stellung der Frau eine ganz andere als hierzulande. Noch ist ihre 
soziale und wirtschaftliche Position wie das ganze Gesellschafts- 
leben des Landes unstet und flüchtig, immer neue Umgestaltungen 
zeitigend. Ob die Frau selbst diesen Rollenwechsel als einen Segen 
empfindet, erscheint uns nach allem Gehörten und Gesehenen 
1926
	        

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Amerikareise Deutscher Gewerkschaftsführer. Verl.-Ges. des Allg. Dt. Gewerkschaftsbundes, 1926.
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