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Amerikareise deutscher Gewerkschaftsführer

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Bibliographic data

fullscreen: Amerikareise deutscher Gewerkschaftsführer

Monograph

Identifikator:
1690625112
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-103086
Document type:
Monograph
Title:
Amerikareise deutscher Gewerkschaftsführer
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Verl.-Ges. des Allg. Dt. Gewerkschaftsbundes
Year of publication:
1926
Scope:
256 S., [1] Bl.
Ill., Kt., Graph. Darst.
Digitisation:
2020
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
II. Kapitel. Aus dem sozialen Leben Amerikas
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Amerikareise deutscher Gewerkschaftsführer
  • Title page
  • Contents
  • I. Kapitel. Die Wirtschaft der Vereinigten Staaten
  • II. Kapitel. Aus dem sozialen Leben Amerikas
  • III. Kapitel. Die Gewerkschaftsbewegung in den Vereinigten Staaten
  • IV. Kapitel. Die Arberterbanken

Full text

Mörtelträger in Detroit erhalten 75, der Mann am laufenden Bande 
bis zu 77 Cent.) Immerhin sei zugegeben, dass die Arbeitsbedin- 
gungen in den Fordwerken auch bei schlechter Konjunktur eine 
gewisse Beständigkeit zeigen und Ford nicht jeden Lohndrücker- 
feldzug des Unternehmertums mitmacht. 
Und nun zu anderen Widersprüchen zu der These von der 
Regelung der Lohnhöhe durch Angebot und Nachfrage in Amerika: 
Wir zeigten vorhergehend schon das Beispiel der Bekleidungs- 
arbeiterinnen, in deren Arbeitsbedingungen ein sehr schädlicher 
Anarchismus herrschte, die in neun- und zehnstündiger Arbeitszeit 
für 12 Dollar und weniger in der Woche ausgebeutet wurden, bis 
sie sich zur Schaffung einer Organisation aufrafften, die dem 
wüsten Widerspiel ungleicher Kräfte ein gründliches Ende bereitete, 
so dass diese Frauen heute bei durchweg 44stündiger Wochen- 
arbeit es auf den Lohn eines gelernten Arbeiters der Metallindustrie 
bringen. Sie haben in Chicago einen Durchschnittslohn von 33 und 
verdienen stellenweise bis zu 50 Dollar. Wer wollte behaupten, 
dass diese Besserstellung lediglich „nach der Konkurrenzfähig- 
keit“ und „mit der Konjunktur“ eingetreten wäre? Nicht einmal 
technischen Fortschritt kann man in diesem Gewerbezweig wesent- 
lich in Anrechnung bringen, sondern fast ausschliesslich die Be- 
endigung einer hemmungslosen Ausbeutung durch die vereinte 
Kraft zielbewusster Arbeitsmenschen. 
Diese Beispiele können wir allein schon aus unseren eigenen, in 
Amerika gemachten Erfahrungen um etwas ergänzen: Die un- 
organisierten Bergleute des Südstaates Kentucky verdienen fast 
genau die Hälfte dessen, was ihren Kollegen in dem fortgeschritte- 
neren Staat Illinois gezahlt wird, wo die Bergleute und manche 
andere Arbeitergruppen so gut wie restlos organisiert sind. Nicht 
„Konkurrenzfähigkeit“ und „Konjunktur“ machen diesen Unter- 
schied (und auch die Differenz in den Kosten der Lebenshaltung 
nur zu einem recht geringen Teil). Das entscheidende ist vielmehr 
die Ausbeutung der Neger im gewerkschafts,freien“ Süden und der 
Kampf der Gewerkschaften gegen die Ausbeutung im Norden. 
Ein anderes Beispiel: Der organisierte Former und Metall- 
giesser verdient in Cincinnati, Philadelphia, Chicago, New 
York im Durchschnitt bei achtstündiger Tagesarbeit (nicht 
Akkordarbeit!) 7,29 Dollar. Um 15 bis 20 Prozent weniger 
(und zwar bei täglich neun Stunden Arbeit!) verdient der Un- 
organisierte in diesen gewerkschaftlich „durchsetzten“ Distrikten. 
Dagegen erhält der Former und Metallgiesser im Staate 
Minnesota mit seiner unzulänglichen Gewerkschaftsorganisation 
einen täglichen Durchschnittslohn von 6,50 Dollar, ebenfalls meist 
bei neunstündiger Arbeitszeit, und im Süden bis herunter zu 5,50 
Dollar. Wiederum: Der junge Mechaniker in St. Paul im Staat 
144
	        

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Die Heimarbeit Im Kriege. Verlag von Franz Vahlen, 1917.
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