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Amerikareise deutscher Gewerkschaftsführer

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Bibliographic data

fullscreen: Amerikareise deutscher Gewerkschaftsführer

Monograph

Identifikator:
1690625112
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-103086
Document type:
Monograph
Title:
Amerikareise deutscher Gewerkschaftsführer
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Verl.-Ges. des Allg. Dt. Gewerkschaftsbundes
Year of publication:
1926
Scope:
256 S., [1] Bl.
Ill., Kt., Graph. Darst.
Digitisation:
2020
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
II. Kapitel. Aus dem sozialen Leben Amerikas
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Amerikareise deutscher Gewerkschaftsführer
  • Title page
  • Contents
  • I. Kapitel. Die Wirtschaft der Vereinigten Staaten
  • II. Kapitel. Aus dem sozialen Leben Amerikas
  • III. Kapitel. Die Gewerkschaftsbewegung in den Vereinigten Staaten
  • IV. Kapitel. Die Arberterbanken

Full text

zuwohnen. Der Rekrut war ein junger Irländer, der die erhabene 
Stunde im voraus feierte, indem er das Trinkverbot bis zur ernst- 
lichen Gefährdung seines Gleichgewichtes umging, so dass es ihm 
fast unmöglich war, die vom Vorsitzenden vorgelesene Eides- 
formel nachzusprechen, was die ganze Versammlung mit lebhafter, 
aber gelassener Heiterkeit erfüllte. 
Ziemlich ausgedehnt und streng soll das reguläre Lehrlings- 
wesen im Baugewerbe, bei den Buchdruckern und Zimmerleuten 
sein, etwas lockerer und seltener schon bei den verschiedenen 
Metallarbeiterberufen. Im allgemeinen verhält es sich entsprechend 
der Stärke der betreffenden Gewerkschaft. In unorganisierten 
Betrieben wird ein Lehrzeugnis, eine Prüfung oder eine reguläre 
Lehrzeit gemeinhin nicht gefordert, so dass ein jeder, der das Zeug 
dazu zu haben glaubt, irgendeine handwerkliche Tätigkeit aus- 
üben kann, im Betrieb sowohl wie auch als selbständiger Hand- 
werker. Bei einem Kolonistenvolk, dessen Menschen sich wahllos 
zusammenfanden, ist dies der gegebene „Urzustand“. Der Farmers- 
sohn, der auf den väterlichen Äckern den Traktor bediente, geht 
zur Fabrik und arbeitet als Mechaniker oder etabliert sich im 
nächsten Städtchen als Schmied oder Tischler und ist das Jahr 
darauf vielleicht Buchhalter bei der Telegraphenkompanie. Das 
Berufsständische ist unbekannt, denn auch der gewerkschaftliche 
Facharbeiter, der seine Berufstätigkeit umzäunt und nach aussen 
abgrenzt, wird sie selber jederzeit verlassen, wenn Nachfrage und 
seine Fähigkeit ihn in ein anderes Erwerbsgebiet einladen. 
7. Arbeitsnachweis. 
Wie das Lehrlingswesen, so ist auch die Arbeitsvermittlung 
grundverschieden, je nachdem es sich um gewerkschaftlich organi- 
sierte oder nichtorganisierte Betriebe handelt. Im ersteren Falle 
ist die Stellenvermittlung ziemlich einfach, da der Unternehmer 
sich tarifvertraglich verpflichtet, Ersatz und Verstärkung seiner 
Betriebsbelegschaft durch deren gewerkschaftliche Organisation 
zu beziehen. Dieses Verfahren ist gewöhnlich im Tarifvertrag vor- 
gesehen, und das „shop committee“ der Vertrauensmänner meldet 
jeden Bedarf an Arbeitskräften und jede freigewordene Stelle bei 
seiner Verbandsleitung. 
Anders verhält es sich mit den unorganisierten Unternehmungen. 
Die Arten, wie diese ihre Arbeitskräfte beschaffen, sind sehr 
mannigfaltig. Das nächstliegende ist, dass Meister oder Betriebs- 
inhaber nach den ihnen persönlich bekannten Leuten greifen. Da- 
neben bedienen sie sich der Vermittlung durch die Zeitung, und vor 
allem treibt ein Heer wenig kontrollierter privater Stellenvermittler 
449 
14:
	        

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Amerikareise Deutscher Gewerkschaftsführer. Verl.-Ges. des Allg. Dt. Gewerkschaftsbundes, 1926.
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