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Amerikareise deutscher Gewerkschaftsführer

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Bibliographic data

fullscreen: Amerikareise deutscher Gewerkschaftsführer

Monograph

Identifikator:
1690625112
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-103086
Document type:
Monograph
Title:
Amerikareise deutscher Gewerkschaftsführer
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Verl.-Ges. des Allg. Dt. Gewerkschaftsbundes
Year of publication:
1926
Scope:
256 S., [1] Bl.
Ill., Kt., Graph. Darst.
Digitisation:
2020
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
II. Kapitel. Aus dem sozialen Leben Amerikas
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Amerikareise deutscher Gewerkschaftsführer
  • Title page
  • Contents
  • I. Kapitel. Die Wirtschaft der Vereinigten Staaten
  • II. Kapitel. Aus dem sozialen Leben Amerikas
  • III. Kapitel. Die Gewerkschaftsbewegung in den Vereinigten Staaten
  • IV. Kapitel. Die Arberterbanken

Full text

Im Jahre 1914 betrug der Prozentsatz der gesamten industriellen 
Lohnarbeiter, welche 54 und mehr Stunden pro Woche arbeiteten, 
74,8 Prozent. Er ging bis zum Jahre 1919 auf 34,9 Prozent zurück 
und weiter bis 1921 auf 22,5 Prozent. Dennoch haben zurzeit wahr- 
scheinlich noch nicht viel mehr als die Hälfte der amerikanischen 
Arbeiter die achtundvierzigstündige oder eine noch kürzere Arbeits- 
woche. Es bleiben also wohl fast 30 Prozent der Arbeiterschaft, 
die zwischen 48 und 54 Stunden wöchentlich arbeiten. Immerhin 
hat die Bestrebung der Arbeitszeitverkürzung ziemlich anhaltende 
Erfolge aufzuweisen. Nach Ablauf der Hochkoniunktur der ersten 
Nachkriegsiahre haben zwar bedeutende Lohnreduktionen, dagegen 
kaum eine irgendwie beträchtliche Verlängerung der Arbeitszeit 
stattgefunden. 
10. Das Arbeitstempo. 
Auch zu dem vielgerühmten „amerikanischen Arbeitstempo“ soll 
hier ein Wort gesagt werden. In einer deutschen Unternehmer- 
schrift über Amerika wird dies mit der vorsichtigen Anspielung auf 
den (längst nicht mehr bestehenden) Entlassungsschutz in Deutsch- 
land und das Widerstreben deutscher Arbeiter gegen Überstunden- 
missbrauch sowie durch die ausdrückliche Bestätigung, der 
amerikanische Arbeiter erfülle „seinen Arbeitsvertrag in ehrlicher 
Weise“, geradezu so dargestellt, als ob es sich bei amerikanischen 
und deutschen Arbeitern um zwei Typen handle, von denen der 
eine in klarer Erkenntnis, dass seinLohn oder Wohlstand allein „von 
der Produktion pro Mann“ abhängt, seine Pflicht tut, während 
der andere unter dem Schirm des Entlassungsschutzes recht ver- 
gnüglich auf den Zahltag wartet. Die deutschen Arbeiter mögen 
das in diese Andeutungen eingewickelte Kompliment ruhig hin- 
nehmen mit dem Troste, dass gerade in Amerika der deutsche 
Arbeiter stets mit zu den fleissigsten und geschicktesten Leuten 
seines Berufes, aber auch zu den eifrigsten Gewerkschaftern gehört, 
sich also dort wie hier gegen Überstundenunfug und willkürliche 
Entlassungen zur Wehr setzt. Dass wirklich notwendige Über- 
stunden von deutschen Gewerkschaftern ebenso wie von amerika- 
nischen akzeptiert werden, bedarf einer besonderen Betonung nicht. 
Um nun zu einer sachlichen Betrachtung der Frage des Arbeits- 
tempos überzugehen, wollen wir vorweg das eine feststellen, 
worüber die Wahrnehmungen unserer Delegierten übereinstimmen: 
Das Arbeitstempo ist in den einzelnen Industriezweigen grundver- 
schieden. Der Vorsitzende des Deutschen Holzarbeiter-Verbandes 
berichtet, dass er in seinem Gewerbe ein Arbeitstempo vorgefunden 
habe, das keineswegs höher war als in seinem deutschen Berufe. 
Von Neubauten, die wir uns ansahen, und aus Zeitungsdruckereien, 
155
	        

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Amerikareise Deutscher Gewerkschaftsführer. Verl.-Ges. des Allg. Dt. Gewerkschaftsbundes, 1926.
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