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Amerikareise deutscher Gewerkschaftsführer

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Bibliographic data

fullscreen: Amerikareise deutscher Gewerkschaftsführer

Monograph

Identifikator:
1690625112
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-103086
Document type:
Monograph
Title:
Amerikareise deutscher Gewerkschaftsführer
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Verl.-Ges. des Allg. Dt. Gewerkschaftsbundes
Year of publication:
1926
Scope:
256 S., [1] Bl.
Ill., Kt., Graph. Darst.
Digitisation:
2020
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
III. Kapitel. Die Gewerkschaftsbewegung in den Vereinigten Staaten
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Amerikareise deutscher Gewerkschaftsführer
  • Title page
  • Contents
  • I. Kapitel. Die Wirtschaft der Vereinigten Staaten
  • II. Kapitel. Aus dem sozialen Leben Amerikas
  • III. Kapitel. Die Gewerkschaftsbewegung in den Vereinigten Staaten
  • IV. Kapitel. Die Arberterbanken

Full text

Aus dem flachen Lande, früher ein aufnahmefähiges Reservoir 
für überschüssige Arbeitskraft in der Industrie, ergoss sich nun 
umgekehrt ein Menschenstrom in die Industriegebiete, dessen 
Grösse allein für das Jahr 1922 auf über eine Million Personen be- 
ziffert wird. So müssen die amerikanischen Industriearbeiter mit 
einer inneren Einwanderung rechnen, und da sie dagegen Mass- 
nahmen nicht treffen können, erklärt sich der wachsende Wider- 
stand wenigstens gegen die unbeschränkte Einwanderung vom 
Ausland. Dazu kommt auch noch die Nationalitätenveränderung 
bei der Einwanderung selbst. Die meistens gewerkschaftlich ge- 
schulten Arbeiter, die aus den alten europäischen Industrieländern 
einwanderten, wurden als angenehmerer und für die Aufrecht- 
erhaltung guter Arbeitsbedingungen weniger gefährlicher Zuwachs 
empfunden als die viel bedürfnisloseren Osteuropäer, die auch 
in den schlechtesten Arbeitsbedingungen, die ihnen die neue Welt 
bot, noch ein Geschenk des Himmels sahen. Waren sie früher 
wegen ihrer geringen Fachausbildung keine ernsthafte Gefahr für 
die qualifizierten Arbeiter in den Gewerkschaften, so hat sich auch 
das durch die Mechanisierung des Arbeitsprozesses geändert. So 
bitter die europäische Arbeiterschaft die Stellungnahme der ameri- 
kanischen Gewerkschaften in der Finwanderungsfirage empfindet, 
so fordert doch die Gerechtigkeit, anzuerkennen, dass dabei ein 
starker Zwang des eigenen Selbsterhaltungstriebes obwaltet. 
Es ist nicht ohne Interesse, auch die Stellung der Gegen- 
kontrahenten der Gewerkschaften, des Unternehmertums, Zu 
diesem Problem kennenzulernen. Wenn die Gewerkschaften eine 
Beschränkung der Einwanderung fordern, damit der Arbeitsmarkt 
nicht überfüllt und ein Lohndruck durch Import billiger Arbeitskraft 
verhindert wird, so sollte man annehmen, dass die industriellen 
Unternehmer aus denselbenGründen zu einer gegenteiligenForderung 
kommen würden. Um so erstaunlicher ist es, dass das volkswirt- 
schaftliche Sprachrohr der amerikanischen Industriellen, das 
„National Industrial Conference Board“, in einem dazu erstatteten 
Gutachten nicht nur gleichfalls eine Beschränkung der Einwanderung 
empfiehlt, sondern auch ebenso wie die Gewerkschaften im Ein- 
dringen billiger Arbeitskräfte eine allgemeine Gefahr erblickt. In 
diesem Gutachten finden sich folgende Sätze: 
„Wegen seiner wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Vergangenheit 
kann und will der Einwanderer sich mit einer schlechteren Lebenshaltung 
begnügen als der amerikanische Arbeiter und hat sich so bereit gefunden, 
für einen relativ geringen Lohn zu arbeiten. Da vielfach die Löhne einen 
grösseren Anteil an den Produktionskosten ausmachen als andere Faktoren, 
wären Industrielle bei starker Anwendung schlecht bezahlter Einwanderer- 
arbeit in der Lage, mit anderen Produzenten derselben oder ähnlicher 
Waren zu konkurrieren, die wegen besserer Betriebsführung, grösserer 
Maschinenanwendung und technischer Fortschrittlichkeit billiger erzeugen. 
9233
	        

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Urzeit Und Mittelalter. Heyfelder, 1904.
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