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Amerikareise deutscher Gewerkschaftsführer

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Bibliographic data

fullscreen: Amerikareise deutscher Gewerkschaftsführer

Monograph

Identifikator:
1690625112
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-103086
Document type:
Monograph
Title:
Amerikareise deutscher Gewerkschaftsführer
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Verl.-Ges. des Allg. Dt. Gewerkschaftsbundes
Year of publication:
1926
Scope:
256 S., [1] Bl.
Ill., Kt., Graph. Darst.
Digitisation:
2020
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
I. Kapitel. Die Wirtschaft der Vereinigten Staaten
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Amerikareise deutscher Gewerkschaftsführer
  • Title page
  • Contents
  • I. Kapitel. Die Wirtschaft der Vereinigten Staaten
  • II. Kapitel. Aus dem sozialen Leben Amerikas
  • III. Kapitel. Die Gewerkschaftsbewegung in den Vereinigten Staaten
  • IV. Kapitel. Die Arberterbanken

Full text

Die Weltproduktion an Steinkohle war im Jahre 1925 um etwa 
6% Prozent geringer als 1913 und sogar um rund 1% Prozent 
niedriger als im Jahre 1924. Der einzige bedeutende Produzent, 
der seine Erzeugung während der letzten zwölf Jahre auf gleicher 
Höhe zu halten vermochte, ist Amerika. Der Anteil der Vereinigten 
Staaten an der Weltproduktion hat sich infolgedessen von 35,4 
Prozent in 1913 auf 38 in 1925 gesteigert. An zweiter Stelle steht 
England mit 17,7 gegen 20 Prozent vor dem Kriege. 
Die kontinentale Gruppe Frankreich-Deutschland-Polen hat als 
Gesamtkomplex sowohl absolut als auch relativ einen Produktions- 
rückgang zu verzeichnen, der sich infolge der Änderung der 
politischen Grenzen jedoch nur bei Deutschland zeigt. Deutsch- 
lands Produktion ist von 1913 bis 1925 um reichlich 30 Prozent 
gesunken, so dass der relative Anteil Deutschlands an der Welt- 
erzeugung von 13 auf 9,6 Prozent zurückging. 
Bei der Veränderung der Steinkohlen-Welterzeugung ist zu be- 
achten, dass im besonderen in Europa (Deutschland) die Braun- 
kohlengewinnung gewaltige Fortschritte gemacht hat, und dass 
zum anderen die Wärmewirtschaft und damit die bessere Aus- 
nutzung der Heizkraft der Kohle sich weiterentwickelt hat. 
Ausserdem sind das ÖZ — der grosse Konkurrent der Kohle — und 
die Wasserkrait als Energiequellen rasch zu erstaunlicher Ent- 
wicklung gekommen. Das gilt im besonderen für Nordamerika. 
Das hier nur in flüchtigen Zügen gezeichnete Kraftfeld der Ver- 
einigten Staaten und dessen Vergleich mit dem Deutschlands 
gibt — so denken wir — genügend Beweiskraft für die Abwehr 
oberflächlicher Vergleiche zwischen Deutschland und Nordamerika, 
Der entscheidende Beweis für die Unterschiedlichkeit der beiden 
Wirtschaften liegt aber in den Tatbeständen ihrer Wirtschafts- 
geschichte. 
Deutschland ist wirtschaltsgeschichtlich, im besonderen in 
seinen westlichen Teilen, altes Kulturland. Hier haben sich aus der 
Hauswirtschaft in jahrhundertelangem Ringen die Stadtwirt- 
schaften, aus dieser Verlagssysteme und moderne Fabrikproduktion 
entwickelt. Der deutsche Weg von der Naturalwirtschaft zur 
Geldwirtschaft führt über ein Jahrtausend. 
In den Vereinigten Staaten hat sich die Geldwirtschaft nicht aus 
der Naturalwirtschaft entwickelt. Die wirtschaftlichen, sozialen 
und politischen Ideen, im besonderen Englands und Frankreichs, 
prallten im Ausgang des 18.Jahrhunderts mit der Naturalwirtschait, 
der primitiven Nomadenwirtschaft der Ureinwohner Amerikas 
plötzlich zusammen. Dabei siegte die europäische Form der Land- 
und Weidewirtschaft zugleich mit den europäischen Handels- 
methoden und den aus der französischen Revolution erwachsenen 
Staatsideen. In diese neue Welt der übertragenen Formen und 
26
	        

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Amerikareise Deutscher Gewerkschaftsführer. Verl.-Ges. des Allg. Dt. Gewerkschaftsbundes, 1926.
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