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Amerikareise deutscher Gewerkschaftsführer

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Bibliographic data

fullscreen: Amerikareise deutscher Gewerkschaftsführer

Monograph

Identifikator:
1690625112
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-103086
Document type:
Monograph
Title:
Amerikareise deutscher Gewerkschaftsführer
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Verl.-Ges. des Allg. Dt. Gewerkschaftsbundes
Year of publication:
1926
Scope:
256 S., [1] Bl.
Ill., Kt., Graph. Darst.
Digitisation:
2020
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
I. Kapitel. Die Wirtschaft der Vereinigten Staaten
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Amerikareise deutscher Gewerkschaftsführer
  • Title page
  • Contents
  • I. Kapitel. Die Wirtschaft der Vereinigten Staaten
  • II. Kapitel. Aus dem sozialen Leben Amerikas
  • III. Kapitel. Die Gewerkschaftsbewegung in den Vereinigten Staaten
  • IV. Kapitel. Die Arberterbanken

Full text

Einheitlichkeit des Geschmacks in Amerika stärker in den Vorder- 
grund, weil dort rascher verbraucht wird. 
In der Schuhindustrie ist es ähnlich. Die grösste Fabrik der 
amerikanischen Schuhindustrie vermag nur sechs Prozent des 
amerikanischen Schuhbedarfs zu decken. Auch in der Schuh- 
industrie ist der Konkurrenzgalopp vor der Königin Mode der 
höchste Sport. Bei ihm brechen sich jahraus, jahrein viele den Hals. 
Jedes Unternehmen entwickelt seine eigene Schuhform, hat seine 
eigenen Herstellungsmethoden. Man hält sich zwar an die all- 
gemeine Modestimmung — z. B.: breite Absätze oder scharfe 
Spitzen oder stark überstehender Sohlenrand usw. —, im übrigen 
produziert jede Schuhfabrik ihren eigenen Stil. 
Noch toller ist das in der Herrenwäscheproduktion. Es wird in 
Deutschland zu gern von der einen Kragenfabrik erzählt, die in 
einem Zuschnitt die ganze amerikanische Männerwelt mit Kragen 
befriedigt. Aber was ist das für eine Normisierung, wenn jedes 
bessere Ladengeschäft 32 unterschiedliche Arten von Kragenformen 
führen muss? Hier ist nicht die unterschiedliche Halsweite, sondern 
die unterschiedliche Krageniorm gemeint! Wir haben in den ganzen 
Vereinigten Staaten kein Herrenmodengeschäft gesehen, das nur 
eine Kragenform verkaufte. 
Ebenso ist es mit der übrigen Unterkleidung. Neben dem 
modernen „Vollblutamerikanischen“, ärmellosen Unterzeug gibt es 
die altmodischsten baumwollenen Unterhosen und leinene farbige 
Unterkleider in den verschiedensten Zuschnitten — auch hier wird 
die Einheitlichkeit im Zuschnitt nur im Rahmen des Absatzes der 
einzelnen Firma erreicht. 
In Colliers „The national Weekly“ schrieb kürzlich einer der 
typischen amerikanischen Sprüchemacher, dass „von einem Block 
weit“ (zwei Strassen entfernt) betrachtet, alle amerikanischen 
jungen Mädchen völlig gleich aussähen. Das gilt auch für. die 
Männer. Aber die Normisierung des Geschmacks ist noch keine 
Einheitsware und noch lange keine Einheitstabrikation! 
Wir haben uns wochenlang mit solchen Feststellungen beschäftigt, 
die einer Nachprüfung der Behauptung dienen sollten, ob die Zahl 
der Bettypen mit Sprungfedern und Matratzen im Wirtschafts- 
bereich der Vereinigten Staaten sich wirklich von 78 auf 4 ver- 
mindert habe. Bei dem raschen Warenumschlag und der Gleich- 
artigkeit des Geschmacks quer durch ganz Amerika musste das 
Resultat der Normisierungsarbeit von Regierung und Industrie 
im Warenhandel und in den neuesten Hotels feststellbar sein, 
stammen die erwähnten Normisierungsbeschlüsse doch schon aus 
den Jahren 1920 bis 1924, 
Wir wohnten in den Vereinigten Staaten in den verschiedensten 
Städten in diesen Riesenhotels mit tausend und mehr Zimmern, 
61
	        

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Amerikareise Deutscher Gewerkschaftsführer. Verl.-Ges. des Allg. Dt. Gewerkschaftsbundes, 1926.
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