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Volkswirtschaftspolitik (2.1902)

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Bibliographic data

fullscreen: Volkswirtschaftspolitik (2.1902)

Monograph

Identifikator:
1690628162
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-102656
Document type:
Monograph
Author:
Oppenheimer, Franz http://d-nb.info/gnd/118641417
Title:
Wert und Kapitalprofit
Edition:
3., völlig neu bearb. Aufl.
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1926
Scope:
IV, 79 S.
Digitisation:
2020
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
II. Der statische Preis
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Reparations-Sabotage durch die Weltwirtschaft
  • Title page
  • Contents
  • 1. Die Unmöglichkeit des Ausgleichs von Zahlungsbilanzsalden und der Denkfehler der Ausgleichsnotwendigkeit
  • 2. Die Sabotage der Reparationszahlungen durch den Mechanismus der Weltwirtschaft
  • 3. Schlußfolgerungen für die Organisation des Geld- und Kapitalmarkts

Full text

Die Unmöglichkeit des Ausgleichs von Zahlungsbilanzsalden, 
und dann ergab sich, daß diese Linie sehr stark parallel mit dem im gleichen 
Diagramm gezeichneten Wechselkurs Berlin—London verlief, „Namentlich bei 
kleineren Bewegungen zeigt sich erhebliche Abhängigkeit‘ 1), die soweit geht, daß 
der Wechselkurs bei Diskontdifferenzen von nur 1/,0% exakt reagiert. Dasselbe 
wurde für den Frankenkurs beobachtet, der sich in seinem Verlauf bei kleineren; 
Bewegungen ziemlich genau nach der Differenz zwischen Berliner und Pariser 
Privat-Diskont richtete. In der Abhängigkeit von Diskontdifferenz und Wechsel- 
kurs zeigt sich die sogenannte „Solidarität der Geldmärkte‘‘ ?). Sofern keine an- 
deren Gründe vorhanden sind, die den Wechselkurs steigen oder fallen lassen, 
ist es gar nicht anders denkbar, als daß die einzelnen Wechselkurse sich mehr 
oder weniger genau den zu ihnen gehörigen Geldmarktverhältnissen anpassen %). 
Neben diesen kleineren Bewegungen des Wechselkurses, wir wollen sie 
„taktische Bewegungen“ nennen, zeigten die erwähnten Diagramme größere 
Bewegungen des Wechselkurses, wir wollen sie als „strategische Bewegun- 
gen‘ bezeichnen, welche nicht auf Diskontdifferenzen zurückzuführen waren, Diese 
strategischen Bewegungen des Wechselkurses bestehen darin, daß innerhalb län- 
gerer Monate der Wechselkurs z. B. allgemein fällt, während die Linie der Diskont- 
differenzen im ganzen für diesen Zeitraum eine Steigerung zeigt, oder umgekehrt 
der Wechselkurs steigt im Laufe mehrerer Monate, während die Linie der Diskont- 
differenzen im ganzen fallende Tendenz hat. Die tägliche taktische Bewegung der 
beiden Linien bleibt trotzdem im wesentlichen parallel, sodaß der Wechselkurs 
auf jede Diskontdifferenz im einzelnen entsprechend reagiert. Die strategische Be- 
wegung, welche erst im Laufe von Monaten existent wird, kommt dadurch zustande, 
daß dieses tägliche Reagieren auf die Diskontdifferenz nach oben bzw. unten ent- 
weder zu stark oder nicht stark genug ist, sodaß sich als Korrelation beider 
Linien eine neue Bewegung ergibt*.). Die genannten Wechselkursuntersuchungen 
sind auf diese strategischen Bewegungen nicht näher eingegangen, weil sie für 
die damalige Zeit für geschäftliche Zwecke belanglos erschienen, 
Heute erhält die Erscheinung ein weitaus größeres Gewicht, weil für unsere 
Zeit der Reparationszahlungen mit ganz anderen Zahlungsbilanz-Verhältnissen zu 
rechnen ist. Die strategische Bewegung des Wechselkurses stellt nämlich nichts 
anderes dar als den Einfluß, den der jeweilige Stand der Zahlungsbilanz auf An- 
gebot und Nachfrage am Devisenmarkt ausübt, sodaß es zwei Faktoren sind, 
welche die Wechselkurse bestimmen, nämlich der Saldo der Zahlungsbilanz und die 
internationalen Zinsdifferenzen, 
Die Wirkungen dieser beiden Faktoren auf die Wechselkurse können gleich- 
gerichtet oder entgegengesetzt, also ganz oder teilweise sich kompensierend sein, 
Mithin sind, wenn wir die Gesamtverhältnisse im Durchschnitt betrachten, vier 
Marktsituationen möglich: 
16 
‘) Schmalenbach, a. a. 0. S, 244. 
2) Weill, Die Solidarität der Geldmärkte, Frankfurt 1908, 
3) Walb, Die Struktur der internationalen Kapitalbeziehungen und ihre Veränderung 
seit dem Weltkrieg, Annalen der Betriebswirtschaftslehre, Verlag Weiß Berlin und A. W. 
Shaw Company Chikago, 1928, S. 453: „Infolge der besonders sicheren und liquiden Anlage- 
formen entscheidet für diese (kurzfristigen) Kapitalwanderungen in stärkerem Maße der reine 
Nutzen. Die Folge ist, daß unter Ländern mit gutem Bankwesen der Zins automatisch ‚die 
Kapitalien dirigiert, sofern nicht die früher erwähnten Einschränkungen (gemeint ist der 
Unterschied zwischen Industrie- und Agrarländern) bestehen.“ Walb belegt seine Thesen 
mit zahlreichen Beispielen aus der internationalen Finanzgeschichte. 
4) Ein ähnliches Gegeneinander von taktischer und strategischer Bewegung zeigen die 
Silberwechselkurse Shanghai-London und Hongkong-London für die Jahre 1907—1910, hier 
allerdings aus anderen Gründen; näheres Mahlberg, Über asiatische Wechselkurse a. a. 0.
	        

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Reparations-Sabotage Durch Die Weltwirtschaft. Gloeckner, 1928.
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