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Wie erhält ein Volk seine Währung?

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Bibliographic data

fullscreen: Wie erhält ein Volk seine Währung?

Monograph

Identifikator:
1734285958
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-111080
Document type:
Monograph
Author:
Schiele, Georg Wilhelm http://d-nb.info/gnd/117228982
Title:
Wie erhält ein Volk seine Währung?
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Verlag Reimar Hobbing
Year of publication:
[1926]
Scope:
15 Seiten
Digitisation:
2020
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
I. Verbraucherschaft und Währung
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Wie erhält ein Volk seine Währung?
  • Title page
  • I. Verbraucherschaft und Währung
  • II. Der größte Verbraucher - der Staat
  • III. Währung und Produktion
  • IV. Verschuldung und Geldentwertung
  • Schluß

Full text

man durch Geset oder Gebot den Lohnstandard, die Lebenshöhe 
einer lohn- und gehaltsempfangenden Klasse erhöhen kann. 
Der Ausgang war: man erhöhte nur den Nominallohn, die 
Geldziffer; dagegen der Reallohn, der Inhalt wurde immer 
dürftiger. Die Summe aller Reallöhne ist gleich dem vorhande- 
nen Sozialprodukt; dieses hängt ab von der Leistung eines Volkes, 
von dem, was jeder einzelne vorher durch Arbeit in den Feld- 
kessel hineingetan hat. Tut das Volk immer weniger hinein, 
oder wird durch Korruption oder durch Tribut ein Teil des Hinein- 
getanen entwendet, so sinkt die Währung, so sinkt der Inhalt des 
Reallohnes. Jeder erhält weniger für sein Gehalt. 
Es gibt nichts Fürchterlicheres für diesen Stand als eine sinkende 
Währung. Sintt sie langsam ~ so heißt es Teuerung; sinkt sie 
schneller ~ so heißt es Geldentwertung. Wir haben die Zeiten 
durchgemacht, wo man des Mittags mit seinem Lohn rennen 
mußte, weil des Abends die Preise schon wieder gestiegen 
waren. „Es gibt kein besseres Mittel, um den Acker des reichen 
Mannes zu düngen mit dem Schweiß des armen, als die Verände- 
rung im Wert des Geldes“, sagt ein Forscher. Die Arbeit gibt schließ- 
lichihre Leistung fastumsonst her. Außerdemgibt es keinen Zustand, 
der so allgemein alle Ehrlichkeit, Treue, Sittlichkeit in kurzer Zeit 
aufzulösen imstande ist, wie der der progressiven Währungs- 
schwindsucht. 
Das Geld oder die Währung hat aber noch eine andere Auf- 
gabe. Wir brauchen etwas Wertbesständiges, um die Leistung, 
die wir heute noch schaffen können, weil wir noch jung und gesund 
sind, aufzubewahren für die Zeit des Alters, für die Ausstattung 
der Kinder. Daher Währung = Bewahrung. Ein ssinkendes 
Geld betrügt uns um die Frucht unserer Arbeit und um die 
Sicherheit unseres Alters. Auch das haben wir erprobt; es graut 
uns davor, es noch einmal durchzumachen. Das große Experiment 
der Zerstörung wirkt nach. Das Volk selbst wird nicht noch einmal 
in die Versuchung fallen, die Währung durch künstliche Erhöhung 
der Nominallöhne zu gefährden. Das Volk will die Bewährung 
der Währung. Der Sinn des Geldes ist, daß man darin sparen 
und versichern kann. Dazu muß das Geld uns die Treue halten; 
sonst geht alle Treue unter Menschen verloren. Das Volk emp- 
findet Veränderung der Währung als Untreue. Darum die 
Frage: „Wie erhalten wir unsere Währung stabil?“
	        

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Wie Erhält Ein Volk Seine Währung? Verlag Reimar Hobbing, 1926.
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