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Theoretische Sozialökonomie

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Bibliographic data

fullscreen: Theoretische Sozialökonomie

Monograph

Identifikator:
1741838835
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-116716
Document type:
Monograph
Author:
Cassel, Gustav http://d-nb.info/gnd/118519492
Title:
Theoretische Sozialökonomie
Edition:
4., verb. und wesentl. erw. Aufl.
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Deichert
Year of publication:
1927
Scope:
XIII, 649 S.
graph. Darst.
Digitisation:
2020
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Zweites Buch. Die Preisbildung der Produktionsfaktoren
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Theoretische Sozialökonomie
  • Title page
  • Contents
  • Erstes Buch. Allgemeiner Überblick über die Volkswirtschaft
  • Zweites Buch. Die Preisbildung der Produktionsfaktoren
  • Drittes Buch. Das Geld
  • Viertes Buch. Theorie der Konjunkturbewegungen
  • Fünftes Buch. Der internationale Handel

Full text

Kap. V. Einleitung. 
zustellen ist, ist das Risiko, insofern nämlich, als es sich mit einiger 
Wahrscheinlichkeit schätzen läßt und folglich in eine Kostenrechnung 
aufgenommen werden kann. Dies ist natürlich besonders der Fall in 
bezug auf jedes Risiko, gegen welches eine Versicherung möglich ist, 
also z. B. die Gefahr eines Brandes, eines Schiffbruches usw. Meistens 
werden für solche Gefahren Versicherungsprämien bezahlt und in die 
Kosten aufgenommen. Solche Prämien sind als Kosten den notwen- 
digen Abschreibungen auf Gebäude, Maschinen usw. gleichzustellen. 
Wenn man die gesamte Produktion als ein Ganzes betrachtet, kommen 
Unfälle der bezeichneten Art mit einer gewissen Regelmäßigkeit vor, 
gehören also zur normalen Abnutzung der in der Produktion ver- 
wendeten Güter. Die Zahlung von Versicherungsprämien ist wesentlich 
nur eine Methode zur gleichmäßigen Verteilung der für diese Art Ab- 
nutzung nötigen Abschreibungen. Diese Auffassung wird dadurch an- 
erkannt, daß z. B. große Schiffahrtsgesellschaften in Anbetracht der 
großen Zahl ihrer Schiffe eine Versicherung unterlassen, jedoch einen 
eigenen Versicherungsfonds anlegen und die ihm zugeführten Mittel 
als laufende Kosten abschreiben. 
Gegen das eigentliche geschäftliche Risiko eines Unternehmens ist 
im allgemeinen keine Versicherung möglich. Daß ein solches Risiko 
gleichwohl innerhalb gewisser normalen Grenzen in der Geschäfts- 
kalkulation mit in Betracht gezogen wird, ist unzweifelhaft, tritt z. B. 
darin zutage, daß bei Planlegung eines Unternehmens eine Verzinsung 
des Kapitals, sagen wir mit 10%, berechnet wird, obwohl der geltende 
Zinsfuß für beste Sicherheiten vielleicht nur 4% beträgt. Ein gesunder 
Geschäftsvoranschlag einer Aktiengesellschaft berechnet auch als Kosten 
die nötigen Rücklagen zur Bildung angemessener Reserven, die eben zur 
Ausgleichung der auch bei einer im ganzen normalen Entwicklung 
unvermeidlichen zufälligen Verluste dienen sollen. Insofern das Risiko 
eines Unternehmens in Fehlberechnung der Kosten besteht, ist es 
eigentlich selbstverständlich, daß es als ein besonderer Posten in die 
Kostenrechnung aufgenommen werden muß. Dasselbe gilt aber offen- 
bar auch vom Risiko, das.aus unvermeidlichen Rückgängen des Ab- 
satzes oder der Verkaufspreise herrührt: unter normalen Verhältnissen 
muß ein Preis erzielt werden, der zufällige Verluste dieser Art deckt, 
so daß im Durchschnitt für längere Perioden der wirklich erzielte Ver- 
kaufspreis der Produkte zur Deckung aller wirklichen Kosten aus- 
reicht). 
1) Auch das Übernehmen von Risiko kann als ein besonderer Produktions- 
faktor aufgefaßt werden. Unter hochentwickelten wirtschaftlichen Verhältnissen 
hat dieser Produktionsfaktor einen eigenen Markt. und einen ziemlich bestimmten 
Preis. Er kann auch gegen andere Produktionsfaktoren substituiert werden, was 
immer geschieht, wenn man sich, um Kosten zu sparen, mit einem niedrigeren 
Sicherheitsgrad begnügt. 
156
	        

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Theoretische Sozialökonomie. Deichert, 1927.
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