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Das Problem der Wirtschaftsdemokratie

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Bibliographic data

fullscreen: Das Problem der Wirtschaftsdemokratie

Monograph

Identifikator:
1741838835
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-116716
Document type:
Monograph
Author:
Cassel, Gustav http://d-nb.info/gnd/118519492
Title:
Theoretische Sozialökonomie
Edition:
4., verb. und wesentl. erw. Aufl.
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Deichert
Year of publication:
1927
Scope:
XIII, 649 S.
graph. Darst.
Digitisation:
2020
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Zweites Buch. Die Preisbildung der Produktionsfaktoren
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Das Problem der Wirtschaftsdemokratie
  • Title page
  • Contents
  • Das Problem der Wirtschaftsdemokratie auf der Düsseldorfer Industrietagung 1929 / von Dr. J. Herle, Geschäftsführer des Reichsverbandes der Deutschen Industrie
  • Das gewerkschaftliche Programm der Wirtschaftsdemokratie / von Universitätsprofessor Dr. Georg Halm, Würzburg
  • Die Probleme der Wirtschaftsdemokratie. Dargestellt an internationalen Beispielen / von Privatdozent Dr. Walter Heinrich, Wien
  • Individualismus oder Kollektivismus als Weltanschauung / von Professor Dr. E. Horneffer, Gießen
  • Freiheit oder Organisation des sittlichen Gedankens in der Wirtschaft. Vom Standpunkt des evangelischen Christentums. Pastor Dr. rer. pol. Depuhl, Volkswirt RDV, Hannover
  • Freiheit oder Organisation des sittlichen Gedankens in der Wirtschaft. Vom Standpunkt des katholischen Christentums / von Prof. Schilling in Tübingen
  • Individualismus und Kollektivismus als Triebkräfte in der Wirtschaft / von Bergassessor a. D. Dr.-Ing. e. h. v. u. z. Loewenstein
  • Der demokratische Gedanke im Staats- und Wirtschaftsleben / von Prof. M. Wundt, Jena
  • Sozialismus und Demokratie / von Dr. Paul Osthold, Düsseldorf
  • Gemeinwirtschaftliche Experimente in der Vergangenheit / von Universitätsprofessor Dr. Preyer, M. d. R. , Königsberg
  • Wirtschaftsdemokratie und Kartelle / von Universitätsprofessor Dr. Robert Liefmann
  • 10 Jahre Kohlenwirtschaftsgesetz / von Geheimrat G. Brecht, Köln
  • Für die Freiheit der Schlüsselindustrie / von Dr. M. Schlenker, Düsseldorf
  • Wirtschaftsdemokratische Irrtümer bezüglich der weiterverarbeitenden Industrie / von Direktor Karl Lange. Verein Deutscher Maschinenbau-Anstalten
  • Konzernbildung und Wirtschaftsdemokratie / von Prof. Dr. Karl Muhs, Greifswald
  • Die begrenzte Reichweite des Genossenschaftsgedankens in der Gütererzeugung. Der Wesensunterschied zwischen genossenschaftlicher Gütererzeugung und Güterverteilung / von Universitätsprofessor Emil Wehrle, Karlsruhe
  • Grenzen zwischen öffentlicher und privater Wirtschaft / von Dr. Martin Sogemeier, Berlin
  • Recht und Gemeinschaftsgedanke / von Universitätsprofessor Dr. Heinrich Lehmann, Köln
  • Das deutsche Arbeitsrecht, Wegbereiter des Sozialismus / von Rechtsanwalt Schoppen, Düsseldorf
  • Sozialpolitik zwischen Demokratie und Autonomie / von Dr. Josef Winschuh, Berlin
  • Um die Autonomie des sozialen Gedankens / von Professor Dr. Adolf Günther, Innsbruck
  • Die Vorherrschaft der freien Gewerkschaften in den Organen der Selbstverwaltung / von Dr. rer. pol. Hadrich, Leipzig
  • Steuern als Werkzeug der Wirtschaftssozialisierung / von Dr. jur. et phil. Franz von Lilienthal, Oberregierungsrat
  • Hoffnungen und Tatsachen um den Artikel 165 der Reichsverfassung. Ein Bericht / von Dr. Wilhelm Steinberg, Düsseldorf
  • Soziale Bauhütten / von Dr. Schuster, Düsseldorf
  • Um Form und Wesen der Handelskammer / von Dr. Wilden, Geschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Düsseldorf
  • Falsche Romantik um die Betriebsdemokratie / von Dr. Robert Holthöfer (Essen)
  • Das Schlagwort vom Bildungsprivileg / von Bergassessor Dr.-Ing e. h. Ernst Brandi, Dortmund, Vorsitz des Vereins für die bergbaulichen Interessen in Essen
  • Wirtschaftsdemokratische Wanderung in der Fremde / von Wolfgang Krüger, Berlin
  • Unternehmer und Wirtschaftsdemokratie / von A. Heinrichsbauer, Essen
  • Idee und Persönlichkeit als Triebkräfte der Geschichte / von Universitätsprofessor Dr. W. Schüßler, Rostock

Full text

961)] Die attische Demokratie und Griechenlands Untergang in Klassenkämpfen. 503 
Amtszeit der Ratsabteilungen 35 tägig gemacht, einen steigenden Teil der Amter durch 
das Los besetzt, statt eines Feldherrn 10 gewählt, die taäͤglich miteinander wechselten, 
den Vermögenszensus als Bedingung bestimmter Amter mehr und mehr herabgesetzt, ja 
beseitigt, jeden nur zweimal zu den Amtern zugelassen, damit möglichst jeder Bürger 
daran käme, so schuf man jetzt immer größere Richter- und Beamtenkollegien, so daß 
Tausende jährlich amtierten, einen großen Teil des Jahres Amtsgeschäfte versahen. Man 
gab ihnen nun Tagegelder (461), beseitigte den Areopag als höchsten Gerichtshof, der 
allein noch lebenslänglich war. Die öffentlichen Feste vermehrie man, zahlte auch für 
ihren Besuch Schaugelder, von denen der arme Mann an diesem Tag leben konnte. Es 
gab nun, seit Perikles die Volksversammlung leitete, keinen wirklichen dauernden 
Regierungsapparat mehr, sondern nur noch die Autorität der Volksversammlung. Wenn 
zwei Volksführer um ihre Gunst stritten, wurde der eine durch ein Scherbengericht ver— 
bannt, damit dem Sieger die Leitung allein zufalle. Perikles, aus dem Königsgeschlecht 
der Alkmänoiden, verstand es, sie jahrelang unumschränkt zu beherrschen. Der Semagog 
wurde so zum Tyrannen, aber um den Preis täglicher Beseitigung durch irgend eine 
Volksleidenschaft. 
Diefser attische Demos, etwa 150 000 Seelen, 80 000 Bürger stark, von denen 
sicher 10- 12 000 Amter bekleideten, deren weitaus größere Hälfte in der Stadt lebte, 
war gegenüber seinen 100 000 Sklaven und der 10 —s80 fachen Zahl der beherrschten 
und ausgebeuteten Bundesgenossen immer noch eine Art Aristokratie; er stand auf hoher 
Stufe der Begabung; er war für eine kühne Eroberungspolitik, für eine imperialistische 
Handelspolitik. So lange Perikles mit seinen Kriegen und Friedensschlüssen Glück hatte, 
folgte er seiner Leitung. Als aber Perikles starb, die sizilische Expedition scheiterte, 
Athen im peloponnesischen Kriege erlag, da war es um die Macht und die wirtschaftliche 
Blüte des Staates geschehen. Oligarchie und Demokratie bekämpften sich hier nun so ge— 
hässig und maßlos wie anderwärts in Griechenland, bis die makedonische Herrschaft und 
später die römische diesen entsetzlichen socrialen Kämpfen ein Ende machte. 
Der Gegensatz von Reich und Arm hat von 400 v. Chr. an bis zur römischen 
definitiven Unterwerfung (147 —146) immer mehr in fast ganz Griechenland zugenommen. 
Die sociale Revolution war durch die Gehässigkeit der Spannung gleichsam in Perma— 
nenz erklärt. Schon die socialen Umwälzungen in Korkyra 427, in Leontini 422, in 
Samos 402, in Agos 870 waren mit solchen Massenmorden verknüpft, daß ein be— 
friedeter Zustand nicht mehr daraus hervorgehen konnte. Immer wieder werden gewalt— 
same Schuldkassierungen und Neuverteilungen alles Landes versucht; Staatsstreiche finden 
zu Hunderten statt. Das Land verarmt dabei, die Bevölkerung geht zurück; der Besitz 
häuft sich noch mehr in wenigen Händen an. Die Beraubten und Verbannten bedrohen 
immer wieder die gewaltsame Neuordnung, die schon an sich allen Kredit, allen Verkehr 
vernichtet, dem Proletariat Augenblicksgewinne hringt, die es aber moralisch noch tiefer 
herabzieht. Selbst die bestgemeinten socialen Umgeftaltungen, wie in Spartä durch Agis 
und Kleomenes, mußten scheitern. Alle großen Denker, Sokrates, Plato, Aristoteles, 
klagen gleichmäßig die Pöbelherrschaft an. Socialistische Pläne aller Art durchschwirren 
die Luft. Was allein hätte helsen können: eine feste, starke, gerechte Regierung, war 
weder mit den Reichen noch mit den Armen herzustellen. Nur die Fremdherrschaft, die 
darum ein Polybios als das einzige Heil für Griechenland erklärte, konnte helfen. In 
den neuen hellenistischen, absoluten Großstaaten, die Alexander und seine Nachfolger 
begründeten, erblühte griechisches Leben und griechische Kultur nochmals, zumal in 
Agypten, wo die althergebrachte Königsmacht mit ihrem arbeitsamen Beamtentum die 
Vorbedingung für jede wirtschaftliche Blüte und jede sociale Verbesserung darbot — 
eine feste, einigermaßen über den Klassen und Parteien stehende Regierungsgewalt. 
247. Die römische Socialgeschichte hat äußerlich manche Ähnlichkeit mit 
der griechischen, aber sie ist innerlich doch weit von ihr geschieden. Das kleine römische 
Gemeinwesen des b. und 4. Jahrhunderts v. Chr. (noch 8982 v. Chr. nicht größer als 
30 Geviertmeilen mit 1500000 Bürgern) war ein bäuerlich-kriegerischer Siaat, der sich 
frühe durch den starken formalen Rechtssinn, durch die schlichte Ehrfurcht vor seinen
	        

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Recht Der Schuldverhältnisse. Schweitzer, 1910.
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