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Denkschrift über die in der Schweiz, Norwegen, Schweden, Kanada und den Vereinigten Staaten von Nordamerika getroffenen Maßnahmen zur Preisstabilisierung des Getreides sowie über die dabei gemachten Erfahrungen

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Bibliographic data

fullscreen: Denkschrift über die in der Schweiz, Norwegen, Schweden, Kanada und den Vereinigten Staaten von Nordamerika getroffenen Maßnahmen zur Preisstabilisierung des Getreides sowie über die dabei gemachten Erfahrungen

Monograph

Identifikator:
1748012967
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-186134
Document type:
Monograph
Title:
Denkschrift über die in der Schweiz, Norwegen, Schweden, Kanada und den Vereinigten Staaten von Nordamerika getroffenen Maßnahmen zur Preisstabilisierung des Getreides sowie über die dabei gemachten Erfahrungen
Place of publication:
Berlin
Year of publication:
1926
Scope:
82 S.
graph. Darst.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
III. Schweden
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Denkschrift über die in der Schweiz, Norwegen, Schweden, Kanada und den Vereinigten Staaten von Nordamerika getroffenen Maßnahmen zur Preisstabilisierung des Getreides sowie über die dabei gemachten Erfahrungen
  • Title page
  • Contents
  • I. Schweiz
  • II. Norwegen
  • III. Schweden
  • IV. Kanada
  • V. Vereinigte Staaten von Nordamerika
  • VI. Literatur-Verzeichnis

Full text

—40 
270 000 ha in den letzten Jahren. An vierter Stelle 
kommt Weizen. Die Weizenanbaufläche ist gegen— 
über dem Durchschnitt der fünf Jahre 1909/1918 
seit 1918 etwa um 40 v. H. gesteigert und hat diese 
Steigerung auch in der Nachkriegszeit beibehalten. 
Dagegen zeigt die Roggenanbaufläche gegenüber dem 
Durchschnitt der Jahre 1909, 1918 jetzt durchweg eine 
Verminderung von mehr als 10 v. H. Die gleiche 
Verminderung zeigt der an fünfter Stelle stehende 
Anbau von Gerste. Die Erzeugung an Hafer, Gerste 
und Roggen deckt ungefähr den eigenen Bedarf des 
Landes. Ausfuhr- und Einfuhrüberschüsse wechseln 
ab je nach dem Ernteergebnis und der Weltmarkt 
lage. So steht bei Roggen einem Einfuhrüberschuß 
von 118900 t im Jahre 1924 und 77 000 t im 
Jahre 1928 ein Ausfuhrüberschuß von 5 000 t 
im Jahre 1921 und 15 000 t im Jahre 1920 gegen— 
über. Dagegen erzeugt Schweden ˖ nur zwei Fünftel 
seines Bedarfes an Weizen. Seit 1918 übertraf die 
Inlandserzeugung an Weizen, ausgenommen im 
Jahre 1924, regelmäßig den Durchschnitt der Jahre 
1909/ 1918. Trotzdem weist der Einfuhrüberschuß an 
Weizen in den Jahren 1920, 19283 und 1924 gegen— 
über dem Durchschnitt der Jahre 1909,1918 eine 
erhebliche Steigerung auf. Es vollzieht sich demnach 
auch in Schweden eine Steigerung des Weizenver— 
brauchs unter gleichzeitiger Verminderung des Ver— 
brauchs an anderen Körnerfrüchten. Der im Lande 
selbst gewonnene Weizen hat durchschnittlich einen 
Feuchtigkeitsgehalt von 15 bis 19 v. H., während 
der eingeführte amerikanische Weizen nur 11 bis 
13 v. H. Wasserbestand besitzt, deshalb besser lager— 
fähig ist, wegen seiner Dünnschaligkeit eine größere 
Mehlausbeute ergibt und wegen höheren Protein— 
gehalts auch ein für die Verbackung günstigeres Mehl 
liefert. Schon hieraus ergibt sich eine Minderbewer— 
tung des einheimischen Weizens gegenüber dem ein— 
geführten Weizen. Wie in Norwegen wirkt weiter 
noch preisdrückend, daß das ausländische Getreide 
den Großmüllereien in großen Partien zur Ver— 
fügung steht, während das einheimische Getreide bei 
der Art der Verteilung des landwirtschaftlichen Be— 
sitzes, seiner Zerstreuung über das Land und der 
bestehenden Fruchtwechselwirtschaft in kleinen 
Posten hereingenommen werden muß. Ergibt der 
Qualitätsunterschied an sich schon eine Preis— 
differenz von 9 bis 10 v. H. so steigert sich wegen 
der Zusammendrängung des Angebots im einheimi— 
schen Erzeugnis auf die Zeit nach der Ernte mit 
Rücksicht auf die mangelhafte agerfetigreit der 
Unterschied nach Jahreszeiten noch erheblich höher. 
Der inländische Verbrauch hat sich an ein Mehl ge— 
wöhnt, das mindestens 50 v. H. aber höchstens 
75 v. H. schwedischen Weizen enthält. Das einhei— 
mische Erzeugnis vermag deshalb in keiner Jahres— 
zeit den Bedarf an eingeführtem Weizen voll aus— 
zuschalten. Die weitverstreute Getreide bauende 
Landwirtschaft ist nur in ganz geringem Ausmaße 
in landwirtschaftlichen Genossenschaften zusammen— 
geschlossen. Die Einfuhr von Auslandsgetreide liegt 
in der Hauptsache in den Händen der in einem star— 
ken Kartell organisierten Mühlenindustrie selbst. 
Die Mühlenindustrie nimmt deshalb der Landwirt— 
schaft qgegenüber eine sehr starke Stellung ein. 
Aus diesen besonderen Verhältnissen sind die 
Maßnahmen hervorgegangen, die in der —W 
zeit zu dem Zweck ergriffen wurden, die Preisschwan⸗ 
kungen, bei Brotgetreide zu verhindern und der 
Landwirtschaft zu einer auskömmlichen Bezahlung 
hres Erzeugnisses zu verhelfen. 
2. Gleitende Zölle. 
Seit der Vorkriegszeit besteht in Schweden ein 
Zoll für Roggen, Weizen und Gerste von 3,70 Kr. 
für den Doppelzentner; Hafer und Mais sind ein— 
'uhrfrei. In den Jahren 1921/22 wurde der Ver— 
juch gemacht, durch gleitende Zölle den Getreidepreis 
zu stabilisieren. Um den Übergang aus der Kriegs 
virtschaft zu erleichtern, war im Jahre 1919 de— 
chlossen worden, vom 1. Juni 1920 ab für die 
Dauer von zwei Jahren gleitende Zölle auf Weizen, 
Roggen und Gerste einzuführen, die periodisch fest— 
gesetzt werden und die Hälfte des Unterschiedes 
‚wischen dem jeweiligen nländischen Normalpreis 
und dem Einfuhrpreis betragen sollten. Die so be— 
rechneten Zollsätze und auf 175 b. H. des Getreide— 
zolles festgesetzten Mehlzölle sollten anstatt der 
geltenden Sätze erhoben werden, sobald der Einfuhr— 
breis für den Doppelzentner Weizen um mindestens 
Kr. unter 95 v. H. des Weizen Normalpreises ge— 
iallen sei. Dieser Fall trat erst im April 1981 ein. 
Vom 21. April 1921 ab wurden gleitende, monatlich 
estgesetzte Zollsätze erhoben. Die ungewisse Höhe der 
Zollsätze führte zu ausgedehnter Spekulation. Um 
dieser entgegenzutreten, wurde der Gleitzoll für 
Getreide vom Oktober 1921 ab auf den Höchstsatz 
von 7,20 Kr. begrenzt. 
An Zöllen wurden erhoben: 
für für 
Getreide Mehl 
Kr. 
vom 21. bis 80. April 19211. 
Mai 1921 .. 
Juni 192921... .... 
Juli 1991.... . ... 
August 199131..... 
September...... 
Oktoher 1921 bis Mai 192981 
4,07 
H, 2 
6,02 
3,86 
7,18 
7,21 
7,80 
7,00 
8,60 
9, 65 
6,75 
11,20 
11,25 
11.225 
Die Wirkung der gesteigerten Zollsätze auf den 
Inlandspreis war gering. Als die sehr reichliche und 
qualitativ gute Ernte des Jahres 1921 auf den 
Markt kam, sanken die Preise des Inlandsgetreides 
ofort weit unter den Preis der eingeführten Ware. 
Dies veranschaulicht die nachfolgende Tabelle auf 
Seite 441. Für das Jahr 1921 ist aus dieser 
Tabelle eine Einwirkung der Zölle auf den Preis 
ür Inlandsgetreide nicht zu erkennen. Die Weizen— 
rnte des nächsten Jahres war von schlechter 
Qualität, der Menge nach aber zufriedenstellend. 
Die Folge war, daß für diese Ernte auch nur Preise 
erzielt werden konnten, die weit unter dem Preise 
des eingeführten Weizens lagen und keinerlei Ein— 
virkung der wieder auf den alten Satz zurück— 
Jebrachten ZBölle zeidten.
	        

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Denkschrift Über Die in Der Schweiz, Norwegen, Schweden, Kanada Und Den Vereinigten Staaten von Nordamerika Getroffenen Maßnahmen Zur Preisstabilisierung Des Getreides Sowie Über Die Dabei Gemachten Erfahrungen. 1926.
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