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Frankreichs Bank- und Finanzwirtschaft im Kriege

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Bibliographic data

fullscreen: Frankreichs Bank- und Finanzwirtschaft im Kriege

Monograph

Identifikator:
1757542345
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-135097
Document type:
Monograph
Title:
National banking under the Federal Reserve System
Place of publication:
New York
Publisher:
The National City Bank of New York
Year of publication:
1927
Scope:
154 S.
Digitisation:
2021
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Federal reserve act (approved Dec.23,1913)
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Frankreichs Bank- und Finanzwirtschaft im Kriege
  • Title page
  • Contents
  • I. Moratorien
  • II. Die Notenbank
  • III. Die Pariser Börse
  • IV. Die Kreditinstitute

Full text

Erwin Respondek, 
Il8 
Lebensende zu genießen. „Der Geist der Vorsicht beherrscht den Geist 
des Unternehmens“ 1 ), sagt Yves Guyot vom französischen 
Kaufmann im Vergleich zum Amerikaner und Deutschen. Freilich 
stimmen nicht alle diesem Urteile über den Franzosen zu. So ist u. a. 
P. Leroy Beaulieu entgegengesetzter Ansicht. Er bezeichnet 
diese Anschauung als eine Legende, denn die Kanäle von Suez, Panama 
und Korinth, die spanischen, portugiesischen, italienischen, österreichi 
schen, russischen und türkischen Eisenbahnen wurden mit französischem 
Gelde gebaut, die französischen Kapitalisten besitzen,,ebenso viel Transvaal- 
Goldaktien wie der Engländer, mexikanische Goldwerte, Kupfer-Aktien 
aller Länder, Sibirien eingeschlossen, und sie haben sich auf russische 
Industriewerte gestürzt, desgleichen auch auf die Kautschuk- und Petro 
leumwerte; oft haben sie dafür gebüßt“ * 2 ). 
Ihm kann mit Recht Arndt entgegenhalten, daß dies nicht 
als ernste, zielbewußte Arbeit zu bezeichnen ist, vielmehr als Kühnheit 
des Spielers, die mit Leichtfertigkeit zusammenfällt. 
Für den aus Mangel an Aktivität der heimischen Wirtschaft ent 
standenen Überschuß war im Innern des Landes aber genügende Ver 
wendungsmöglichkeit gegeben, und alle gegenteiligen Behauptungen 
haben keine überzeugende Kraft. Kohle und Eisen, die Grundpfeiler 
der nationalen Wirtschaften sind wohl da. Ihre gegenseitige Lage ist 
allerdings ungünstig und schränkt eine intensive und vorteilhafte 
Ausnutzung ein. Aber für die „schwarze Kohle“ wäre dort, wo sie 
schwer und unter hohen Kosten zu transportieren ist, leicht Ersatz 
durch die „weiße Kohle“ zu schaffen, wie Arndt meint, die der 
französischen Industrie Millionen Pferdekräfte für die Bearbeitung 
der reichen Eisenerzlager zuführen könnte. — So hätten Milliarden 
zur Hebung der Naturschätze vorteilhaft verwandt werden können. 
Die gesteigerte Produktion würde ihrerseits von selbst auf eine Ver 
besserung der Verkehrswege, den Ausbau von Häfen (Marseille, Bordeaux, 
Nantes, le Havre und andere) und auf Erhöhung der Leistungsfähigkeit 
von Binnenwasserstraßen führen. Nicht allein auf wirtschaftlichem 
Gebiete galt es zu wirken. Auch die kulturelle und soziale Verbesserung 
auf dem Gebiete der Gesundheitspflege erforderten — nach Ansicht 
einsichtiger Franzosen — viele Millionen Franken. Mit wachsender 
Produktionsausdehnung und mit der Verbindung von Arbeit und Kapital 
wären letzten Endes die Vorbedingungen und gesunden Grundlagen 
für eine steigende Bevölkerungszahl gegeben und der fühlbare Mangel 
an Arbeitskräften, der nach Ansicht der Franzosen der entscheidende 
Faktor gegen eine wirtschaftliche Expansion ist, hätte seine Gefähr 
lichkeit verloren 3 ). Hinzu kommt, daß die Arbeiter schwer zu behandeln 
seien und die Unternehmer über Disziplinlosigkeit, Streiks, Sabotage 
h Siehe Fiaance Universelle, April 1913, S. 5. Zitat angeführt nach Arndt. 
2 ) a. a. O. 1912. S. 3. 
3 ) Nach dem Reichs-Stat. Jahrbuch für 1915 zählte die Bevölkerung Frankreichs 
1886: 38,3, 1911; 39,6 Mill,, die von Deutschland 1886: 48,0, 1911: 64,9 Mill. Seelen.
	        

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Frankreichs Bank- Und Finanzwirtschaft Im Kriege. Verlag von Gustav Fischer, 1917.
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