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Lebenserinnerungen

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Bibliographic data

fullscreen: Lebenserinnerungen

Monograph

Identifikator:
1011918013
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-21195
Document type:
Monograph
Author:
Eucken, Rudolf http://d-nb.info/gnd/118682555
Title:
Lebenserinnerungen
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Verlag von K. F. Koehler
Year of publication:
1921
Scope:
1 Online-Ressource (V, 127 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Erster Teil
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Lebenserinnerungen
    Lebenserinnerungen
  • Title page
  • Contents
  • Erster Teil
  • Zweiter Teil. Die Weiterentwicklung meines Lebens und Strebens
  • Schluß
  • Index

Full text

pädagogische Bedeutung wurde von allen weiten anerkannt. Über 
es fehlte nicht an sonderbaren Begegnungen, kr traf bei einem 
Llussiug auf den Semmering mit einem geistlichen Herrn zusammen. 
Oie Herren unterhielten sich lebhaft, und zener geistliche äußerte 
große Bedenken gegen die liberale gestaltung des dortigen Unter- 
richtswefens, er meinte schließlich „und der Schlimmste bei dem 
allen ist der Bonitz". Bonitz suchte zu beschwichtigen, so schlimm 
sei es nicht, und vielleicht hatte doch auch Bonitz etwas gutes an 
sich. Oer geistliche Herr aber wurde immer erregter, kurz, eine Ver 
ständigung mißlang. Qls man in Wien ankam, hat Bonitz zenem 
mit einer freundlichen Lmpfehlung feine Visitenkarte überreicht. 
Bonitz hat nachher durch eine Keihe von Jahren das preußische 
Schulwesen geleitet; leider konnte er diese eingreifende Tätigkeit 
aus körperlichen gründen nicht lange fortsetzen. 
fluch meines Verhältnisses zu Wiese muß ich an dieser Ltelle ge 
denken. klls ich von Husum wieder nach Berlin kam, fragte ich 
vor allem Trendelenburg, wie Wiese Uber mein Verhalten denke. 
Trendelenburg erzählte mir. Wiese wäre recht ärgerlich über mich, 
er sähe in meinem Benehmen eine gewisse Untreue gegen meinen 
Beruf; es war augenscheinlich, daß ich cs bei ihm völlig ver 
dorben hatte. Quch Trendelenburg fand es richtig, daß ich mög 
lichst bald zu Wiese gehe und ihm die gründe meines Handelns 
offen darlege. Dieser empfing mich in recht ungnädiger Weise; es war 
deutlich, daß unsere Wege auseinandergingen. So habe ich lange 
Jahre nichts von ihm gehört, unsere Beziehungen waren völlig er 
loschen. Dann aber erhielt ich, als ich schon mehrere philoso 
phische Bücher geschrieben hatte, einen liebenswürdigen Brief von 
ihm. Ls zwinge ihn, mir auszusprechen, daß ich damals doch 
richtig gehandelt habe, als ich meinen eigenen Weg verfolgt hätte; 
er wollte nicht unterlassen, mir seine Schätzung und seine besten 
Wünsche auszusprechen. So bin ich schließlich mit aufrichtiger 
Hochachtung und Dankbarkeit von ihm geschieden. 
Weine amtliche Stellung am Triedrichs-gpmnastum war nicht 
so bequem, wie die Husumer, ich hatte namentlich in den mittleren 
Klassen zu unterrichten, was ^a in Berlin keine leichte Sache 
und mir nicht immer voll gelungen ist. Über ich fühlte mich wohl 
in dieser Tätigkeit, und ich wurde sehr freundlich von den Berliner 
Kollegen aufgenommen. Damals war es, als ein älterer Kollege 
mir in liebenswürdiger Weise"folgenden Kat erteilte. Um in Berlin 
etwas zu gelten, dürfe man nie etwas loben, sondern müsse alles 
tadeln; täte man das nicht, so gelte man als ein zurückgebliebener 
Kleinstädter. Diesen Kat habe ich gewissenhaft befolgt und mich 
dabei gut gestanden. — 1869 gab es in Berlin drei Sehenswürdig 
keiten: Bismarck, dessen überragende größe nunmehr außer Zweifel
	        

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Lebenserinnerungen. Verlag von K. F. Koehler, 1921.
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