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Der historische Materialismus

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Bibliographic data

fullscreen: Der historische Materialismus

Monograph

Identifikator:
175994050X
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-137069
Document type:
Monograph
Author:
Gorter, Herman http://d-nb.info/gnd/118718207
Title:
Der historische Materialismus
Edition:
3., bedeutend verm. Ausg.
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Buchh. für Arbeiterliteratur
Year of publication:
1928
Scope:
137 S.
Digitisation:
2021
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
V. Das gesellschaftliche Sein bestimmt den Geist
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Der historische Materialismus
  • Title page
  • I. Die Aufgabe der Schrift
  • II. Was der historische Materialismus nicht ist
  • III. Inhalt der Lehre
  • IV. Unsere Beispiele
  • V. Das gesellschaftliche Sein bestimmt den Geist
  • IV. [i.E. VI.] Schluß

Full text

17 
Zweitens ist der Menschengeist träge. Auch wenn der 
Körper schon in neuen Arbeitsverhältnissen ist, nimmt der 
Gedanke nicht rasch neue Formen an. Die Tradition, 
die Ueberlieferung drückt auf das Gehirn der Lebenden 
Der Arbeiter kann das leicht in seiner eigenen Umgebung 
beobachten: dort stehen in derselben Fabrik zwei Männer 
nebeneinander, mit demselben Elend, derselben Not. Und 
doch ist der eine ein Schwachkopf, der nicht kämpfen will, 
kein freies Denken erlernen kann und in der Politik, der 
Religion, der Gewerkschaft dem Pfarrer folgt. Der andere 
ist voll Leben, alles an ihm ist Kampfeslust; immer redet, 
immer propagiert, immer hetzt er; kein Gott und kein 
Meisser, das ist seine Losung 
Neben dem Unterschied im Temperament wirkt hier 
die Tradition. Der Katholizismus, wie sehr er sich auch 
neuen Formen anschmiegen mag, ist eine für alte Verhält— 
nisse passende Religion. Infolge der Trägheit, die wie der 
Materie auch den Gedanken anhaftet, hält er jedoch zähe 
stand Lange nachdem eine Produktionsweise untergegan— 
gen ist, kann man bisweilen noch ihre alten trockenen Blu— 
men finden. 
Drittens wirken die neu emporkommenden Klassen 
und die bedrohten Klassen dahin, daß eine alte Denkart 
noch lange bestehen bleibt. Früher, als der Klassenkampf 
noch in keligiösen Formen, unter religibsen Losungen ge— 
kampft wurde, hatte eine emporkommende Klasse, die an— 
dere gesellschaftliche Verhältnisse erstrebte als die regie— 
rende Klasse, auch oft eine neue Religion, die dem, wass re 
nr gut, Zerecht und wahr hielt, entsprach. So war zum 
Beispiel der Kalvinismus im Anfang eine Religion von 
Aufruͤhrern. Aber wenn dann einmal die emporkommende 
Klasse die alte verdrängt hatte und zur herrschenden 
Klasse geworden war, dann machte sie auch ihre Religion 
zur herrschenden Religion; dann zwang sie sie allen auf, 
ber daun verwandelte sie auch den revolutionären Charak 
ter der Religion in einen konservativen; dann brachte sie 
auch in dieser Religion ihre eigenen meu en Verhältnisse 
Zum Ausdruck. So wurde das Christentum — einst die 
Religion der Armen und Besitzlosen, und zu dieser Zeit 
noch aͤußerst einfach, bloß eine Religion der Liebe und der 
gegenseitigen Hilfe — als offizielle Kirche zu einem sehr 
dertrackten System von Dogmen, Zeremonien, Stellver— 
kretern Goktes auf Erden, von Hierarchie und Ausbeutung, 
das dem ersten Christentum sehr wenig ähnlich war. Die 
Klasse, die zur Macht und in andere Verhältnisse kommt,
	        

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Der Historische Materialismus. Buchh. für Arbeiterliteratur, 1928.
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