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Der historische Materialismus

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Bibliographic data

fullscreen: Der historische Materialismus

Monograph

Identifikator:
175994050X
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-137069
Document type:
Monograph
Author:
Gorter, Herman http://d-nb.info/gnd/118718207
Title:
Der historische Materialismus
Edition:
3., bedeutend verm. Ausg.
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Buchh. für Arbeiterliteratur
Year of publication:
1928
Scope:
137 S.
Digitisation:
2021
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
V. Das gesellschaftliche Sein bestimmt den Geist
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Der historische Materialismus
  • Title page
  • I. Die Aufgabe der Schrift
  • II. Was der historische Materialismus nicht ist
  • III. Inhalt der Lehre
  • IV. Unsere Beispiele
  • V. Das gesellschaftliche Sein bestimmt den Geist
  • IV. [i.E. VI.] Schluß

Full text

34 — 
Technik; sie sinnen auf eine Verbesserung, die die gesell— 
schaftliche Produktion noch verbessern könnte. Ihr nach 
dieser Richtung hin gerichtetes gesellschaftliches Denken wird 
auf die Kraft des zusammengepreßten Wasserdampfes auf⸗ 
merksam Sie denken sich auf der Basis alter, von Menschen, 
Tieren, Wasser oder Wind bewegter Werkzeuge einen neuen 
Apparaͤt aus Ihr soziales Empfinden ist so groß, ihre 
Freude und ihr Verlangen, so etwas zu produzieren, ist so 
slark, daß sie Zeit Gesundheit, Vermögen opfern, um es zu 
bervollkommnen und einzuführen. 
Das allgemeine Bedürfnis besteht jedoch noch 
nicht, die ser Fortschritt der Technik ist zu groß, die 
Koften sind vielleicht zu hoch. Die Erfindung wird nicht 
eingeführt, die Versuche müssen eingestellt werden und ge— 
raten in Vergessenheit. Der Erfinder stirbt oft als ein zu— 
grunde gerichteter Mann. Er hat wohl das soziale Bedürf⸗ 
nis empfunden, aber die Gesellschaft empfand es noch nicht 
oder jedenfalls nicht genügend; er kam etwas zu früh. 
Nehmen wir jehzt einen Erfinder aus unserer eigenen 
Zeit, einen Edison. Er ist Techniker, sein Leben ist ein 
PDenken an die Technik. Aber er ist keine frühe Schwalbe, 
die au das denkt, was noch nicht möglich ist. Die Gesell— 
schaft, jedenfalls die besitzende, will dasselbe was er will. 
Flr die Kapitalisten bedeutet verbesserte Technik kolossale 
Sleigerung des Gewinns. Jede Erfindung, die schnellere 
und billigere Produktion ermöglicht, wird sofort angenom— 
men. Das flärkt seine Arbeitskraft und bewirkt, daß er sich 
selbst seine Probleme stellen kann, daß er nicht mehr vom 
Zufall, sondern von seinem eigenen Willen abhängig wird. 
Der Erfindungsdrang eines Edison ist ein sozialer 
Drang, seine Liebe zur Technik eine in der Gesellschaft und 
durch ste entstandenẽ, eine gesellschaftliche Liebe; auch die 
Basis, auf der er arbeitet, ist gesellschaftlich; daß er Erfolg 
hat und daß er sich bewußt, im voraus, sein Ziel stecken 
bann, verdankt er dieser Gesellschaft. 
So kommt es gegenwärtig öfters vor, daß neue Ma— 
schinen erfunden, diese aber nicht eingeführt werden, weil 
sie zu teuer sind Fuür die Landwirtschaft zum Beispiel gibt 
es ausgezeichnete Maschinen, die zum großen Teil noch gar 
nicht oder nur spärlich augewandt werden. Die Pro— 
duktionsverhältnisse sind noch zu beschränkt für diese neuen 
Kräfte. Entsteht also eine Erfindung infolge eines vom 
Individuum empfundenen gesellschaftlichen Bedürfnisses auf 
der Grundlage einer schon besteheuden Technik, — so werden 
doch nur diejenigen Erfindungen angenommen, welche die
	        

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Der Historische Materialismus. Buchh. für Arbeiterliteratur, 1928.
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