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Grundlagen der Wirtschafts- und Handelspolitik

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Bibliographic data

fullscreen: Grundlagen der Wirtschafts- und Handelspolitik

Monograph

Identifikator:
1762680025
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-144170
Document type:
Monograph
Author:
Bücher, Hermann http://d-nb.info/gnd/13356293X
Title:
Grundlagen der Wirtschafts- und Handelspolitik
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Selbstverl. des Reichsverbandes der Deutschen Industrie
Year of publication:
1925
Scope:
44 S.
Digitisation:
2021
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Grundlagen der Wirtschafts- und Handelspolitik
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundlagen der Wirtschafts- und Handelspolitik
  • Title page
  • Contents
  • Grundlagen der Wirtschafts- und Handelspolitik
  • Gegenwärtiger stand der Handelsvertragsverhandlungen
  • Arbeiten des Reichswirtschaftsrates für die Zolltarifrevision
  • Grundsätzliche fragen der Steuerreform

Full text

Stern über uns waltet, der vielleicht auch 
aus diesen Schwierigkeiten, in denen wir 
uns jetzt befinden, herausführt. 
Wir hatten im Jahre 1921 das Kredit- 
angebot der deutschen Industrie unter der 
Regierung Wirth. Vielleicht entsinnen sich 
zinige Herren noch an die Verhältnisse jener 
Zeit in München. Wenn ich damals gewußt 
hätte, was ich heute weiß, dann würde ich 
dieses Angebot noch einmal machen. Aber 
ich würde mich vorher der Zustimmung aller 
Beteiligten versichern und nicht eine so be: 
deutsame Handlung durch eine öffentliche 
Diskussion in ihren großen und entschei: 
denden Wirkungen zerstören lassen. , 
Es kamen dann die Verhandlungen mit 
Ingland durch Rathenau und Hugo Stinnes. 
Es folgten die Reparationsfragen, die alle 
vier Wochen aufs neue zu einer Lösung 
drängten. Schließlich erwähne ich die für 
mich schwierigste Arbeit, die Zentral: 
arbeitsgemeinschaft. Aber der Geschäfts: 
führer des Reichsverbandes mußte hin und 
her zwischen Sitzungen in sämtlichen Mini- 
sterien und über den unlösbaren Fragen der 
Reparationen arbeiten. Und wenn er damit 
fertig war, dann mußte er in die Sitzungen 
der Zentralarbeitsgemeinschaft. Überall sah 
er das eine: ungenügende Mittel, denen über- 
‚ große Forderungen entgegenstanden. Es kam 
des weiteren der Reichswirtschaftsrat mit 
seinen am Anfang unendlich vielen Sitzungen, 
seinem unerschöpflichen Redestrom und 
seiner phänomenalen Unkenntnis der Grund: 
sätze wirtschaftlicher Forderungen — Dinge, 
die eine Zeit gekostet haben, die, auf Papier 
zedruckt und in Bände gebunden, eine ganze 
Bibliothek ausmachen würden. Trotzdem 
hat alles dieses außerordentlich fruchtbar 
auf die Zeitverhältnisse gewirkt, denn ich 
kenne keinen Menschen und kein Gremium 
und keine andere Stelle, in der im Laufe 
der Zeit so viel wirtschaftliche Erkenntnis 
verbreitet wurde, wie im Reichswirtschafts- 
rat. Nachdem die Zentralarbeitsgemein- 
schaft aufgelöst war, blieb der Reichswirt- 
schaftsrat, und er ist meines Erachtens heute 
noch die einzige Stelle, wo Arbeitgeber und 
Arbeitnehmer sich gegenüber sitzen und sich 
aussprechen können. Neben allem anderen 
sehe ich darin eine wesentliche Bedeutung 
dieses Institutes, denn ich bin fest übers 
zeugt, daß eine Wirtschaft nicht zu führen 
ist, wenn nicht ein grundsätzliches Einver- 
‚ständnis zwischen. Arbeitgeber und Arbeit- 
nehmer, herbeigeführt wird. Wie dies Her: 
seigeführt werden kann, ist eine ganz andere 
Frage: ob wir auf richtigem Wege sind oder 
äicht, ob es noch andere Wege zum Ziele 
;ibt, ist gleichfalls gesondert zu betrachten. 
56 muß aber eine solche Einheit herbei: 
jeführt werden, wenn wir bestehen wollen. 
Dann die Finanznöte des Reiches wäh- 
‚end der Inflationszeit! Wie oft mußten wir 
zum Reichskabinett hingehen, um dort zu 
zrklären, daß nichts mehr vorhanden sei. 
Man mußte dem Reiche Gelder leihen, man 
nußte Maßnahmen ergreifen, die in nor- 
nalen Zeiten niemals hätten verantwortet 
verden können. Ich erinnere an die Hergabe 
zon Devisen in den Zeiten höchster Not, 
‚on Devisen, mit denen wir vorgesehen 
1atten, einmal die Reichsbank, die Goldbank 
zu machen, die aber hergegeben werden 
nußten, um die Getreide: und sonstigen 
‚ebensmittelschulden der Regierung abzu- 
lecken. 
Es kam dann das Eisenbahngutachten. 
is kamen nach dem Zusammenbruch der 
Mark die ungeheuren Arbeiten bei der 
Zentenbank und schließlich die Arbeit beim 
Jawes-Gutachten. 
Die Erkenntnis aus alledem, was ich in 
surzen Worten ausgedrückt habe, ist für 
nich, daß alle Arbeiten und alle wirtschaft: 
iche Erkenntnis für nichts erworben und 
‚orhanden ist, wenn die staatliche Autorität 
'"chlt und wenn nicht der” Wille vorhanden 
st, das, was wir erkannt haben, zu exeku- 
jeren. Es wird uns der Vorwurf gemacht, 
vir hätten die Inflation geschaffen und hätten 
ıichts dagegen getan. Die Industrie hätte an 
lem schuld. Das ist vollkommen falsch. 
Die Industrie hat einen einheitlichen Willen 
n diesen Dingen erst allmählich erfahren, 
laß er notwendig ist. Sie hat zuerst sehr 
zersplittert gearbeitet. Die Verantwortung 
iegt ganz wo anders. Sie liegt da, daß die 
Untergrabung der Staatsautorität durch die 
Zevolution und der Mangel einer kraftvollen 
Gegenwirkung gegen diese sogenannte Re- 
‚olution einen Zustand herbeiführten, in 
Jem niemand bewußt oder unbewußt Führer 
vurde. So wurde die Autorität vollkommen 
ıbgebaut. Und als sie auf dem Nullpunkt 
ıngelangt war, als man überhaupt kein Vers 
rauen zum Staate mehr hatte, da war €s 
nöglich, die Rentenbank durchzuführen. 
hıre Form war nur möglich, weil der Staat 
zein Vertrauen mehr genoß, bei dem Abbau 
Jer staatlichen Autorität: blieb allein die: 
Intfaltungsmöglichkeit der Individualität 
ibrig, und auf dem individuellen Gebiete 
wurde in der Nachkriegszeit Beträchtliches 
zeleistet. 
Daß die Untergrabung der Staatsautori« | 
A“
	        

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Grundlagen Der Wirtschafts- Und Handelspolitik. Selbstverl. des Reichsverbandes der Deutschen Industrie, 1925.
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