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Grundlagen der Wirtschafts- und Handelspolitik

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Bibliographic data

fullscreen: Grundlagen der Wirtschafts- und Handelspolitik

Monograph

Identifikator:
1762680025
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-144170
Document type:
Monograph
Author:
Bücher, Hermann http://d-nb.info/gnd/13356293X
Title:
Grundlagen der Wirtschafts- und Handelspolitik
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Selbstverl. des Reichsverbandes der Deutschen Industrie
Year of publication:
1925
Scope:
44 S.
Digitisation:
2021
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Arbeiten des Reichswirtschaftsrates für die Zolltarifrevision
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundlagen der Wirtschafts- und Handelspolitik
  • Title page
  • Contents
  • Grundlagen der Wirtschafts- und Handelspolitik
  • Gegenwärtiger stand der Handelsvertragsverhandlungen
  • Arbeiten des Reichswirtschaftsrates für die Zolltarifrevision
  • Grundsätzliche fragen der Steuerreform

Full text

staunlichen Resultaten in der Gesamtheit 
kommen. 
Mit ruhigem Gemüt stehe ich den Zahlen 
zegenüber, die uns heute vielfach tendenziös 
vorgeführt werden. Unsere Handelsbilanz ist 
passiv. Sie ist es immer gewesen. Kein euro- 
päisches Land hat jemals eine aktive Handels: 
bilanz vor dem Kriege gehabt, wenn man sie 
in_ihrer Gesamtheit betrachtet. Die ganze 
suropäische Handelsbilanz war immer mit 
etwa 10% passiv; und, meine Herren, diese 
10% bedeuten eine Passivität in Höhe von 
10 Milliarden Goldmark im Jahre. Ich be: 
zweifle, meine Herren, daß die Passivität der 
suropäischen Handelsbilanz heute größer ist 
als in der Vorkriegszeit. (Lebhafter Beifall.) 
Vorsitzender Herr Geheimrat Dr. Duisberg: 
Ich danke Herrn Kraemer ebenfalls für 
seine Ausführungen, möchte aber doch bitten, 
daß wir seinen Worten nicht allzu sehr glau: 
ben bezüglich der Handelsbilanz. (Sehr rich» 
tig!) Gestern abend beim parlamentarischen 
Abend ist besonders von seiten eines Ver- 
treters des Parlaments und eines Kenners der 
wirtschaftlichen Verhältnisse des Westens 
gesagt worden: Selbst wenn sie mit 50% falsch 
wäre — das wird sie wahrscheinlich nicht sein, 
denn positiv und negativ gleichen sich ja doch 
aus (Zuruf: Nein!); wenn die Einfuhr falsch 
ist, ist auch die Ausfuhr falsch (Zuruf: Nein!) 
— aber wenn sie mit 50% falsch wäre, wäre es 
schlimm genug mit uns, und wir müßten uns 
sehr überlegen, was wir zu tun haben, um die 
Dinge zu ändern. Meine Herren, das Präsi: 
dium hat gestern beschlossen, aus Anlaß 
dieser erschreckenden Zahlen den Wirt: 
schaftspolitischen Ausschuß sofort zu: 
sammenzuberufen, um nunmehr in ernste Bes 
ratungen darüber einzutreten, welche Richt: 
linien aufgestellt werden müssen. 
Wünscht einer der Herren das Wort? — 
Herr Rosenberger: 
Meine Herren! Nach den Ausführungen, 
die wir jetzt gehört haben, haben wir doch 
allen Anlaß, in mehrfacher Hinsicht mit 
größter Besorgnis der Zukunft entgegen: 
zusehen. Trotz der nachhaltigen Stellung: 
nahme, die die Handelspolitische Kommiss 
sion des Reichsverbandes in Fragen der 
Kontingente eingenommen hat, trotz der 
festen Zusagen, die wir von den verschie» 
densten Regierungsseiten in diesen Fragen 
erhalten haben, werden wir jetzt durch die 
Mitteilung überrascht, daß unsere Delega» 
tion doch gezwungen worden ist, hier Zus» 
zeständnisse zu machen, Wenn ich bei der 
ıugenblicklichen Sachlage auch fürchte, daß 
rgendwelche Proteste verspätet und darum 
ınwirksam sein können im jetzigen Augen: 
»lick, so möchte ich doch nicht unterlassen, 
liese Angelegenheit hier zur Sprache zu 
ringen und zu bitten, daß unsere Einwen: 
lungen hier im Reichsverband zur Kenntnis 
jenommen und niedergelegt werden. Sollte 
ıber die Möglichkeit noch in dieser Stunde 
’estehen — und ich bitte gerade diejenigen 
Herren, die so freundlich sind, im Interesse 
ınserer Gesamtindustrie dort mitzuarbeiten, 
— irgendwelche Abänderungen zu erhalten, 
3o würde ich bitten, daß dieser Einspruch 
auch weiter zur Sprache gebracht wird. 
Dann aber ein Zweites! Aus den Aus: 
ührungen des Herrn Direktor Kraemer 
haben wir wieder gehört, daß an eine Ein- 
iringung der kleinen Zolltarifvorlage in 
<ürze nicht zu denken ist. Ich weiß, daß 
lie Geschäftsführung des Reichsverbandes 
in dieser Frage wiederholt energisch vor- 
;tellig geworden ist. Trotzdem ist bis jetzt 
ıoch nichts geschehen. Das ist ein Zustand, 
len wir uns auf die Dauer nicht länger mit 
ınsehen können; und ich bin vom Vor: 
;tande der Teilgruppe Baumwolle gestern 
jeauftragt worden, von uns aus einen An; 
'rag einzureichen, der verlangt, daß hier 
ındlich ein Wandel eintritt, ein Wandel in- 
sofern, als wir verlangen, daß nunmehr uns! 
von dem Inhalt der Regierungsvorlage 
Kenntnis gegeben wird, wie sie heute vors 
ıanden ist, weiter aber auch, daß endlich: 
lie Möglichkeit geschaffen wird, diese Sätze, 
lie in der kleinen Regierungsvorlage vor! 
jesehen sind, in Kraft zu setzen. Ich wäre 
lankbar, wenn diese Aufgabe, die mir zu- 
zefallen ist, dadurch Erweiterung fände, daß 
der Hauptausschuß des Reichsverbandes 
sich dieser Frage annimmt und sich bereit 
arklärt, uns hier zu unterstützen, in dem ein 
Antrag Annahme fände, im gleichen Sinne 
7orzugehen, wie es die Teilgruppe Baum- 
wolle beschlossen hat, hier vom Hauptaus- 
;chuß und damit vom Reichsverbande aus. 
Ich bin überzeugt, da die Geschäftsführung 
les Reichsverbandes das nur dankbar be» 
jrüßen kann, wenn ihre Bemühungen nun» 
nehr auch Unterstützung durch den Haupt» 
ıusschuß finden. 
Vorsitzender Herr Geheimrat Dr. Duisberg: 
Habe ich recht verstanden, so wünschen 
Sie, die Gesetzesvorlage kennenzulernen? 
Herr Rosenberger: 
Wir wollen den Antrag stellen und 
wären dankbar, wenn der Hauptausschuß
	        

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Grundlagen Der Wirtschafts- Und Handelspolitik. Selbstverl. des Reichsverbandes der Deutschen Industrie, 1925.
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