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Dem Reichsverband der deutschen Volkswirte (R. D. V.) zur Feier seines 25jährigen Bestehens zu Berlin im Februar 1927 gewidmet von der Friedrich List-Gesellschaft

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Bibliographic data

fullscreen: Dem Reichsverband der deutschen Volkswirte (R. D. V.) zur Feier seines 25jährigen Bestehens zu Berlin im Februar 1927 gewidmet von der Friedrich List-Gesellschaft

Monograph

Identifikator:
1762725266
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-141256
Document type:
Monograph
Title:
Dem Reichsverband der deutschen Volkswirte (R. D. V.) zur Feier seines 25jährigen Bestehens zu Berlin im Februar 1927 gewidmet von der Friedrich List-Gesellschaft
Place of publication:
Rudolstadt
Publisher:
Mänicke & Jahn
Year of publication:
(1927)
Scope:
77 Seiten
Digitisation:
2021
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Tagung der Friedrich List-Gesellschaft e.V. in Berlin am 28. und 29. Mai 1926
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Dem Reichsverband der deutschen Volkswirte (R. D. V.) zur Feier seines 25jährigen Bestehens zu Berlin im Februar 1927 gewidmet von der Friedrich List-Gesellschaft
  • Title page
  • Über Aufgabe und Richtung der »Mitteilungen«
  • Die Gründung der Friedrich List-Gesellschaft
  • Tagung der Friedrich List-Gesellschaft e.V. in Berlin am 28. und 29. Mai 1926
  • Zur Frage der Listischen Preisschriften (Aus unveröffentlichten Briefen Friedrich Lists) / von Edgar Salin Dr. phil., Professor der Staatswissenschaften an der Universität Heidelberg
  • Friedrich Lists Pariser Preisschrift von 1837. Ihre Bedeutung und ihre Stellung im Gesamtwerks Lists / von Artur Sommer Dr. phil., Heidelberg

Full text

Fahrt in das gelobte Land rüstete, nahm ich einen Reiseführer aus den 
neunziger Jahren zur Hand. In ihm stand ein Kapitel über das amerika- 
aische Geldwesen, das in die Feststellung einmündete, der amerikanische 
Dollar werde nunmehr zum Parikurs allgemein angenommen. Heute ist 
der Dollar das Standardgeld der Welt, auf das sich die übrigen Wäh- 
rungen einstellen. So ist es denn auch üblich geworden, die Vereinigten 
Staaten vornehmlich vom wirtschaftlichen Standpunkt aus zu beurteilen, 
ihre Leistungen auf diesem Gebiet anzustaunen und vom „amerikanischen 
Wunder“ zu reden. Ein allgemeines Wandern von Kaufleuten, Technikern 
und Gelehrten zu den Stätten amerikanischen Gewerbefleißes hat begon- 
nen. Vor alldem habe auch ich Respekt, doch sehe ich darin nicht die 
Hauptsache. Was mir in den Vereinigten Staaten den tiefsten und nach- 
haltigsten Eindruck vermittelt hat, ist die Entwicklung ihrer geistigen 
Kultur. Dies gilt zunächst für die Wissenschaft. Auf meinem engeren 
Fachgebiet sind die Amerikaner führend geworden in der Theorie, in der 
Konjunkturforschung und in der Statistik. Der geniale amerikanische 
Staatssekretär und Leiter des Department of Commerce hat überdies ein 
System weltwirtschaftlicher Zustandserkundung aufgebaut, das auch 
vom wissenschaftlichen Standpunkt Bewunderung verdient. Es ist dank- 
bar anzuerkennen, daß die wertvollen Arbeiten des genannten Depart- 
ment in liberalster Weise der Welt zugänglich gemacht werden. Diese 
und andere Verdienste sind für die Rechts- und Staatswissenschaftliche 
Fakultät der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel Veranlassung ge- 
wesen, Herbert Hoover die Würde eines Ehrendoktors zu verleihen: 
die erste Ehrenpromotion dieser Fakultät nach siebenjähriger Pause. 
Großen Ansehens in der internationalen Wissenschaft erfreuen sich 
ferner die medizinischen Institute der Vereinigten Staaten, die vor allem 
auf dem Gebiete der Bekämpfung von Infektionskrankheiten Vorbild- 
liches leisten. Auch in der Geographie und Astronomie gehören die Ge- 
lehrten der Neuen Welt zu den anerkannten Führern. Daß außerdem die 
Vereinigten Staaten in der Fortbildung der technischen Wissenschaften 
mit an der Spitze stehen, braucht nicht dargelegt zu werden. 
Doch Wissenschaft im engeren Sinne macht nicht den Kern der gei- 
stigen Kultur aus. In ihm sind die intellektuellen Werte mit solchen des 
Gemüts verbunden. Zur Beurteilung der geistigen Kultur einer Nation 
bedarf es daher insbesondere einer Kenntnis ihres weltanschaulichen Rin- 
gens nach Form und Inhalt, seiner Auswirkung in Fragen praktischer 
Lebensgestaltung und seines Niederschlags in der Philosophie des Landes. 
Ich habe während meiner Reise durch die Vereinigten Staaten die Freude 
gehabt, häufig mit Volksschullehrerinnen zusammenzukommen, denen be- 
kanntlich eine besonders wichtige Rolle zukommt, weil der männliche 
Lehrer in den Volksschulen Amerikas der Zahl nach durchaus zurücktritt. 
Diese Bildnerinnen wecken und fördern in den jungen Seelen das 
Nationalgefühl und helfen der heranwachsenden Jugend in der Erkenntnis 
lebensanschaulicher Probleme und ihrer Lösung. Sie sind dazu in hohem 
Maße berufen, denn sie stehen mitten drin in diesem gewaltigen Ringen 
am den geistigen Inhalt der Nation. Und so überall, wohin man kommt. 
Das heutige Amerika nd was sich in ihm vorbereitet, kann weder von 
Wallstreet noch von den Kontoren des kaufmännischen und industriellen 
Lebens her erfaßt werden. Man muß die Universitäten und Colleges und 
die zahlreichen Zirkel der Intellektuellen aufsuchen und die einschlägige 
Literatur und Publizistik studieren, um davon den richtigen Begriff zu 
erhalten. Die amerikanische Nation tritt mit Europa auf der ganzen 
Linie in Wettbewerb. nicht nur in der Wirtschaft. Ich begrüße dies.
	        

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Sozialismus Und Regierung. Eugen Diederichs, 1912.
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