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Volkswirtschaftliches Lesebuch für Kaufleute

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Bibliographic data

fullscreen: Volkswirtschaftliches Lesebuch für Kaufleute

Monograph

Identifikator:
177130992X
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-153391
Document type:
Monograph
Author:
Wokurek, Ludwig
Title:
Das Arbeitsrecht der Čechoslovakischen Republik
Place of publication:
Brünn
Publisher:
Verlag des "Hauptvereines deutscher Ingenieure in der Čsl. Republik"
Year of publication:
1928
Scope:
XI, 405 S.
Digitisation:
2021
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
V. Teil. Streitigkeiten aus dem Arbeitsverhältnisse
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Volkswirtschaftliches Lesebuch für Kaufleute
  • Title page
  • Contents
  • Erster Teil. — Deutsche Volkswirte, Kaufleute und Industrielle
  • Zweiter Teil. — Handel
  • Dritter Teil. — Industrie
  • Vierter Teil. — Weltwirtschaft und Handelspolitik
  • Fünfter Teil. — Verkehrswesen
  • Sechster Teil. — Volkswirtschaftliche Zustände in den Vereinigten Staaten von Amerika
  • Autorenverzeichnis
  • Index

Full text

384 Vierter Teil. Weltwirtschaft und Handelspolitik. IV. Deutsche .Handelspolitik. 
Der Zollverein hat die oberdeutschen Staaten nicht verhindert, die Waffen zu ergreifen 
gegen Preußen. And dennoch sollte gerade das Jahr 1866 die gewaltige Lebenskraft 
dieses handelspolitischen Bundes erproben. Der rasche Siegeszug der preußischen 
Fahnen überhob unseren Staat der Mühe, seine wuchtigste Waffe zu schwingen, durch 
die Aufhebung der Zollgemeinschast die oberdeutschen Löse zu bekehren. Auch beim 
Friedensschlüsse hielt Preußen, den Rat erbitterter.Heißsporne vornehm verschmähend, 
den Landelsbund aufrecht; und nur weil sie der Gemeinschaft des Erwerbes nicht ent 
behren konnten, schlossen die Löse von München und Stuttgart die Gemeinschaft der 
Waffen mit dein Norddeutschen Bunde. Nur darum boten sie die Land zu jenen 
Schutz- und Trutzbündnissen, denen wir die reinsten Erinnerungen unserer neuen Ge 
schichte danken. 
Das Bewußtsein, daß man zueinander gehöre, daß man sich nicht mehr trennen 
könne von dem großen Vaterlande, war durch die kleinen Erfahrungen jedes Tages 
in alle Lebensgewohnheiten der Nation eingedrungen, und in dieser mittelbaren politischen 
Wirkung liegt der historische Sinn des Zollvereins. Mochten die Schulen der Albertiner 
und Welfen der Jugend die Märchen des Stammeshasses und der partikularistischen 
Selbstzufriedenheit künden, — es ging doch zu Ende mit dem Philistertum der alten 
Zeit, das an die Herrlichkeit der Kleinstaaten kindlich glaubte. Der Geschäftsmann 
folgte mit seinen Gedanken den Warenballen, die er frei durch die deutschen Länder 
sandte; er gewöhnte sich, wie schon längst der Gelehrte, über die Grenzen des heimischen 
Kleinstaates hinauszublicken; sein Auge, vertraut mit großen Verhältnissen, sah mit 
ironischer Gleichgültigkeit auf die Kleinheit des engeren Vaterlandes. Der Gedanke 
selbst, daß die alten trennenden Schranken jemals wiederkehren könnten, wurde dem 
Volke fremd; wer einmal in dem .Handelsbunde stand, gehörte ihm für immer. Als 
in den vierziger Jahren die Handelsverträge zwischen dem Zollvereine und dem Steuer 
vereine gekündigt waren, beide Teile gespannt und verstimmt sich gegenüberstanden, da 
ist gleichwohl niemandem der Einfall gekommen, die Grafschaft Lohenstein, die Enklave 
.Hannovers im Zollvereine, aus dem Bunde auszuscheiden. And wieder, als nach dem 
Tage von Olmütz der Lochmut Österreichs den Gipfel erstieg, als die deutschen 
Kabinette im wildesten Lasse gegen Preußen lärmten, da hat wohl mancher kleine 
Los für die frivolen deutsch-österreichischen Zollvereinspläne des Freiherrn v. Bruck 
sich begeistert; auszutreten aus dem Preußisch-Deutschen Bunde wagte keiner. Eine 
unerbittliche Notwendigkeit stellte nach jeder Krisis die alten Grenzen des Zollvereins 
wieder her; kalte politische Köpfe konnten stets mit mathematischer Sicherheit den Ver 
lauf des Streites im voraus berechnen. 
Das Ausland gab den aussichtslosen Kampf gegen unsere Landelseinheit bald 
auf. Französische Staatsmänner gestanden achselzuckend: wir haben leider den deutschen 
Staaten nichts zu bieten, was ihnen die Vorteile des Preußischen Zollvereins ersetzen 
könnte. Die Briten erhielten erst durch Dr. Bowlings Berichte (1839) eine deutlichere 
Vorstellung von dem Wesen des Zollvereines und gewöhnten sich fortan, Preußen 
als den Vertreter des deutschen Landels zu betrachten. Österreich mußte nach stets 
vergeblichen Störungsvcrsuchen immer wieder dem Nebenbuhler freie Land lassen im 
deutschen Verkehrsleben; nur dieser stillschweigende Vertrag zwischen den beiden Groß 
mächten sicherte notdürftig den Bestand des Deutschen Bundes. Dem Preußischen 
Staate aber waren die Wege seiner Landelspolitik so fest und sicher vorgezeichnet, daß 
auch die Feigheit sie nicht mehr verlassen konnte; dasselbe Kabinett, das sich in Olmütz 
demütigte, hat durch den Septembervertrag die letzte große Erobenmg des Zollvereins 
vollzogen. Die Aufgabe war, den Landelsbund auszudehnen; über alle deutschen 
Staaten, aber keinen Schritt weiter. Schon im Jahre 1834 wurde in Brüssel, durch 
die Sorge vor Frankreichs Eroberungslust, die Frage aufgeworfen, ob nicht Belgien 
dem Deutschen Zollvereine beitreten solle. Preußen wies den Gedanken zurück, und
	        

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Volkswirtschaftliches Lesebuch Für Kaufleute. Verlag der Waldow’schen Buch- und Kunsthandlung (R. Wengler), 1905.
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