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Wirtschaftsgeschichte der deutschen Kolonien

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Bibliographic data

fullscreen: Wirtschaftsgeschichte der deutschen Kolonien

Monograph

Identifikator:
1776197003
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-171695
Document type:
Monograph
Author:
Zache, Hans http://d-nb.info/gnd/1096768860
Title:
Wirtschaftsgeschichte der deutschen Kolonien
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Weimann
Year of publication:
[1928]
Scope:
39 S.
Ill.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Vierter Abschnitt. Die Schutzgebiete unter Mandatsverwaltung
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Wirtschaftsgeschichte der deutschen Kolonien
  • Title page
  • Erster Abschnitt. Die Schutzgebiete unter deutscher Verwaltung
  • Zweiter Abschnitt. Die einzelnen Schutzgebiete und ihre Entwicklung
  • Dritter Abschnitt. Die Schutzgebiete im Weltkriege
  • Vierter Abschnitt. Die Schutzgebiete unter Mandatsverwaltung
  • Fünfter Abschnitt. Anerkennungen der deutschen Kolonialbetätigung aus Feindesmund
  • Sechster Abschnitt. Stimmen Eingeborener der deutschen Kolonien
  • Ausblick

Full text

Wirtschaftsgeschichte der deutschen Kolonien 
Gold gewonnen. Glimmer wurden 686 für 
300004 gefördert. Die Diamantgruben der 
Tanganyika Diamonds Coy Ltd. Managua und 
Mabuti (Bezirk Muansa) sollen einen großen 
Krater wie in Kimberley darstellen und werden seit 
dem 1. 1. 1926 von einer Anglo-American Coy 
of South Afrieca ausgebeutet. Schon während 
des Projektierens wurden im zweiten Halbjahr 
1925 411, im ersten 1926 612 Karat im Durch— 
chnittswerte von 54* aufgelesen. Als die Arbeit 
um 1.7. 1926 begann, förderte man in den ersten 
3 Tagen 184, in den 5 folgenden 361 Karat, 
vobei der größte Stein 181/, Karat wog. 
Noch während des Krieges war — am 
. Jamiar 1917 — eine Zivilverwaltung im 
„kkupierten Teile der deutschen Kolonie unter 
5. A. Byatt eingerichtet worden, dessen üher⸗ 
rieben negrophile und der Eingeborenenkultur 
zünstige Politik mit Recht allgemeinen Wider—⸗ 
pruch fand. Sein Bericht (1923) über die 
Intwicklung des Schutzgebietes wurde von 
der Britischen Handelskammer in Daressalam 
zgekennzeichnet als „admirably calculated to 
ieceive the Britisn public“. Dennoch wurde 
er, seit 1919 Administrator und seit 1920 Gou— 
verneur, erst 1925 durch Sir D. C. Cameron, 
der seine Befähigung in Uganda bewiesen hatte, 
ersetzt. In der uͤblichen Weise wurden dem Gou— 
derneur ein Executive und ein Legislativo Council 
J. 7. 1926) beigegeben. Letzteres besteht aus 
18 Beamten und 10 vom Gouverneur auf 8 Jahre 
ernannten Mitgliedern. Zur deutschen Zeit bestand 
bekanntlich schon ein Wahlrecht. Aber man 
fürchtet eingestandenermaßen, daß die zurück— 
zekehrten Deutschen die Oberhand gewinnen 
tönnten, und versagt es. 
Die Gesetzgebungsmaschine arbeitet 
intensiv; jährlich kommt ein dicker Band neuer 
Verordnungen und Gesetze heraus. Zweckmäßig 
var es, daß 1926 ein Versäumnis in deutscher 
Zeit nachgeholt wurde, indem die 383 selbständigen 
Distrikte zu 11 Provinzen zusammengefaßt wurden. 
Dadurch sind zwei Verwaltungsinstanzen ge⸗ 
schaffen. Aufmerksamkeit verdienen die dem Geist 
des Mandats zuwiderlaufenden Bestrebungen, die 
ostafrikanischen Besitzungen Großbritanniens (Njas⸗ 
saland, Nord-Rhodesien, Sansibar, Kenya und 
Aganda) mit dem Tanganyika Territory zu einer 
Verwaliungs⸗ (Zoll- und Verkehrs-) Einheit zu— 
ammenzuschweißen. Konferenzen der von Lord 
Delamere geführten Ansiedler britischer Rasse (in 
Tukuyu-Neulangenburg Oktober 18925) und der 
Bouverneure in Nairobi (1926) sprachen sich — 
diese bedingt — dafür aus. 
Die Finanzen der letzten Jahre stellten sich 
vie folgi lin 1000 *) 
D —— 
Ausgaben.. 1812 1748 1952 2261 
Einnahmen. 11220 15591116362234 
Defizit .. 583 187 316 258 
Unverkennbar ist eine Besserung. Denn 1919 
jis 1922 beliefen sich die Defizits auf 436 415, 
42510, 793190, 483633 e. Die Verwaltung 
st viel kostspieliger als die deutsche. Während 
51 deutsche Beamte (19183) 5336 Weiße und 
„6 Million Farbige betreuten, sind (1924) für 
347 Weiße und 4,1 Million Farbige 800 bri— 
sche Beamte nötig! Dazu werden um 600,, 
öhere Gehälter gezahlt. 
Von den Einnahmen beruhten (1926 aus) 
zteuern 48,80,0 (6678 002 M), auf Zöllen 32, 80, 
501000 4). Die Steuern sind gegen die deutsche 
zeit um 1500,, und mehr, die Emifuhrzölle um 
300/0 und mehr erhöht worden. 
Von den Ausgaben fielen 178483 5 auf die 
okalverwaltung, 124460 4 auf die Schutztruppe, 
18856 auf die Volizei, 106 127 auf das Sani⸗ 
itswesen, 124444 auf öffentliche Arbeiten 
204417 im außerordentlichen Etat), 63 450 auf 
zost und Telegraphen, 86173 auf Land- und 
forstwirtschaft. Die Eisenbahn brauchte 358684 
in ordentlichen, 135287 an außerordentlichen 
susgaben. Die Schulden betrugen 3144000 * 
nd müssen neuerdings verzinst werden. Eine 
hon für Anfang 1926 geplante 10-Millionen⸗ 
Unleihe ist bisher nicht zustande gekommen, und 
amit sind die großen Bahnprojekte (Kilimandjaro 
-Zentralbahn, Zentralbahn— Njassa) vorläufig 
ußer der Strecke Tabora — Muansa undurchführ— 
ar. Dagegen hat die Automobilisierung ganz 
ewaltige Fortschritte gemacht, so daß man mit 
ast⸗ und Versonenautos bereits fast überall hin⸗ 
elangen kann. 
Kronland wird an den Meistbietenden in 
Zacht auf 33 oder 99 Jahre gegeben. Der 
Zzachtpreis ist alle 20 Jahre abänderbar. Dazu 
estehen Kulturverpflichtungen, die zu erfüllen 
ind. Einige Bezirke, in denen das Kronland 
ereits vergeben ist, sind gesperrt. Erwerbungen 
us zweiter Hand sind sehr kostspielig. Die 
Urbeilerbeschaffung ist fast schwieriger als zu 
eutscher Zeit, obwohl zahlreiche Hände infolge der 
Ublösung des Trägerverkehrs durch die modernen 
transportmittel frei geworden sind. Aber nicht 
ur haben sich zahlreiche Eingeborene als Unter⸗ 
ehmer selbständig gemacht, sondern es sind auch 
ewaltige Rekrutierungsbezirke wegen der Schlaf— 
rankheit, die sich südlich der Zentralbahn weit 
usgebreitet hat, gesperrt worden. Die Löhne 
ind um das Maß der Teuerung gestiegen. 
Nachdem im Juni 1925 den Deutschen die 
Finreise wieder erlaubt und im November auch 
— D— 
ine erhebliche Rückwanderung ein. Zurzeit wird 
chon in englischen Blättern über eine „deutsche 
hefahr“ im TPanganyika Territory gefabelt. Die 
zahl dürfte immerhin bald soviel betragen, als 
üchtbeamiete Engländer vorhanden sind. Sie 
esitzen 14 Handelsfirmen, 8 alte Sisalpflanzungen 
uit 15000 ha Fläche und 10 neue mit 10000 ha.
	        

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Wirtschaftsgeschichte Der Deutschen Kolonien. Weimann, 1928.
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