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Begriff. Psychologische und sittliche Grundlage. Literatur und Methode. Land, Leute und Technik. Die gesellschaftliche Verfassung der Volkswirtschaft (1.1901)

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Bibliographic data

fullscreen: Begriff. Psychologische und sittliche Grundlage. Literatur und Methode. Land, Leute und Technik. Die gesellschaftliche Verfassung der Volkswirtschaft (1.1901)

Monograph

Identifikator:
1779766025
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-167451
Document type:
Monograph
Author:
Pfitzner, Johannes http://d-nb.info/gnd/138950474
Title:
Deutschlands Auslandsanleihen
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Heymann
Year of publication:
1928
Scope:
174 S.
Digitisation:
2021
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre
  • Begriff. Psychologische und sittliche Grundlage. Literatur und Methode. Land, Leute und Technik. Die gesellschaftliche Verfassung der Volkswirtschaft (1.1901)
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung. Begriff. Psychologische und sittliche Grundlage. Litteratur und Methode
  • Erstes Buch. Land, Leute und Technik als Massenerscheinung und Elemente der Volkswirtschaft
  • Zweites Buch. Die gesellschaftliche Verfassung der Volkswirtschaft, ihre wichtigen Organe und deren Hauptursachen
  • Index

Full text

Die pfychologischen und körperlichen Folgen der Wohnweise. 277 
körperlich schwächere, aber nervös ausgebildetere liefert, bleibt eine notwendige Wirkung 
der gegenfätzlichen Lebensweise. 
Stadt und Land als differenzierte Wohnplätze sind das notwendige Ergebnis des 
höheren komplizierteren Staats- und Wirtschafts- und Geisteslebens; sie und die von 
ihnen gestempelten Menschen ergänzen sich. Die ersten erheblichen Städte wurden die 
Mittelpunkte der Kantone und Territorien, die Großstädte die der Provinzen und Reiche, 
in welchen deren Regierung und Wirtschaftsleben sich zusammenfaßt. Das mußte 
bestimmte Folgen für die Bewohner haben. Ebenso ist klar, daß die Kunst, die höhere 
Technik, die Litteratur, die Wissenschaft, das heutige Geld- und Kreditwesen, die höchste 
Arbeitsteilung vorzugsweise in der Großstadt gedeiht. Aber wie gewisse Fertigkeiten 
und gewisse Tugenden, so wachsen die Laster in diesen großen Centralpunkten. Es liegt, 
je groͤßer die Städte sind, die Gefahr um so näher, daß zeitweise die intellektuelle und 
technische Kultur in ihnen auf Kosten der moralischen wächst, daß das Familienleben 
mehr als sonst durch das Einzelwohnen von Männern und Frauen zurückgedrängt, die 
Geschlechtsbedürfnisse außer der Ehe befriedigt werden. Es hört für so viele die wohl— 
thätige Kontrolle des Nachbarn in der Großstadt auf. Schon der großstädtische Straßen— 
verkehr erfordert Energie, Gewandtheit, ja Rücksichtslosigkeit, und so wird der moralisch 
haltlose Teil der Großstädter rücksichts- und schamlos, neugierig und herzlos, materialistisch 
unnd genußsüchtig, zumal in Zeiten fieberhaften Erwerbslebens und materialistischer 
Lebensanschauung. Dazu kommen schlechte Wohnungsverhältnisse, ein Übermaß teils 
von Arbeit, teils von entnervenden Genüssen, die Berührung mit dem massenhaft 
angesammelten Verbrecher- und Hetärentum. 
In den Epochen des gesteigerten atemlosen Lebens der Großstädte verhalten sich 
die Mittel- und Kleinstädte zu diesen vielfach ähnlich wie früher das platte Land zu 
jenen. Zumal in den Kleinstädten kann ruhiges Behagen, beschränkte Gemütlichkeit, 
konservative Sitte fast ebenso wie auf dem Dorfe herrschen; freilich bleibt immer eine 
mannigfaltigere Mischung socialer Elemente; es sind auch in der kleinen Stadt meist 
eine Anzahl gebildeter, studierter Leute, einige rührige Handels- und Gewerbsleute. 
Dadurch ist sie dem gewöhnlichen Dorfe überlegen, das in seinem moralischen und 
intellektuellen Niveau unter Umständen ausnahmsweise ebenso sinken kann wie die 
traurigsten Teile der Großstadt. Gewöhnlich bewahren es Kirche und Schule und der 
genossenschaftliche Geist der Selbstverwaltung davor. Die Entwickelung von Charakteren 
und starken moralischen Gefühlen gelingt in der kleinen Stadt und auf dem Lande wohl 
stets leichter als in der Großstadt; vielleicht am meisten auf dem einsamen Hofe, wo 
jedenfalls die konservativste, stabilste, unter Umständen freilich auch die zurückgebliebenste 
Bepölkerung haust. 
Die wichtigste gesellschaftliche Folge der ganzen Siedelung haben wir im bisherigen 
übrigens nicht berührt; ihr wenden wir uns nunmehr zu: der Organisation der Gebiets⸗ 
abschnitte und der auf ihnen lebenden Menschen zu socialen Organen, zu Gebiets— 
körperschaften. 
3. Die Wirtschaft der Gebietskörperschaften: Staat und Gemeinde. 
Allgemeines: Siehe die ganze S. 254 angeführte Litteratur über Siedelungs- und Wohnweise. 
Dann: Schmoller, Städtische, derritoriale und staatliche Wirtschaftspolitik. J. f. G.V. 1884 u. 
Nn. U. 1898. — Dersf., Der deutsche Beamtenstaat des 16. -518. Jahrh. J. f. G. B. 1894 u. U. U. — 
Bücher, Entstehung der Volkswirtschaft. 1893, 1898 u. 1901. — Levasse ur, Statistique de la superficie 
et de la population des contrées de la terre. Bulletin de l'institut intern. de stat. 1887. 
Dorf- und Grundherrschaft: Roscher, Nationalökonomik des Ackerbaues. 1859 und öfter. — 
G. Hanssen, Die Aufhebung der Leibeigenschaft und die Umgestaltung der gutsherrlich-bäuerlichen 
Verhältnisse in Schleswig und Holstein. 1861. — Ders,, Agrarhistorische Untersuchungen. 2 Bde. 
1880 -84. — Judeich, Die Grundentlastung in Deutschland. 1863. — Nasse, UÜber die mittel— 
alterliche Feldgemeinschaft und die Einhegungen des 16. Jahrhunderts in England. 1869. — H. S. 
Maine, Village communities in Last and West. 1871. — Laveleye, De la propriété et de 
ses formes Taeg 1874. Deutsch von Bücher: „Ureigentum“. 1879. — Keußler, Zur Ge— 
ichichte und Kritik des bäuerlichen Gemeindehesitzes in Rußland. 1877 ff. — v. Inama⸗Sternegg,
	        

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Begriff. Psychologische Und Sittliche Grundlage. Literatur Und Methode. Land, Leute Und Technik. Die Gesellschaftliche Verfassung Der Volkswirtschaft. Duncker & Humblot, 1901.
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