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Reparations-Sabotage durch die Weltwirtschaft

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Bibliographic data

fullscreen: Reparations-Sabotage durch die Weltwirtschaft

Monograph

Identifikator:
1779855281
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-164105
Document type:
Monograph
Author:
Mahlberg, Walter http://d-nb.info/gnd/101605218
Title:
Reparations-Sabotage durch die Weltwirtschaft
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Gloeckner
Year of publication:
1928
Scope:
VI, 122 S.
graph. Darst
Digitisation:
2021
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
2. Die Sabotage der Reparationszahlungen durch den Mechanismus der Weltwirtschaft
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Reparations-Sabotage durch die Weltwirtschaft
  • Title page
  • Contents
  • 1. Die Unmöglichkeit des Ausgleichs von Zahlungsbilanzsalden und der Denkfehler der Ausgleichsnotwendigkeit
  • 2. Die Sabotage der Reparationszahlungen durch den Mechanismus der Weltwirtschaft
  • 3. Schlußfolgerungen für die Organisation des Geld- und Kapitalmarkts

Full text

38 ‚ Die Sabotage der Reparationszahlung durch den Mechanismus der. Weltwirtschaft, 
diese an zweiter Stelle stehende Handelsbewegung ein, der bedeutungsvolle Abfluß 
jes . Exportüberschusses des natürlichen Gläubigerstaates, der dafür Schuldver- 
schreibungen. des natürlichen Schuldnerlandes erhält, Dieses nutzt den Produktions- 
überschuß des Gläubigers dadurch mit Vorteil aus, indem es die mangelhafte eigene 
Produktionsmaschinerie verbessert. Auf solche Art, und .nur auf solche Art werden 
internationale Schulden geschaffen, und nur solange der Schuldner ein natürlicher 
Schuldner bleibt, werden. die Zinsen und Amortisationsgefälle gezahlt.“ 
Die Rede ist in der deutschen Presse scharf kritisiert worden, Hervorgehoben 
zu werden verdient der Hinweis der Kölnischen Zeitung (a. a. O.): „Die Beilissen- 
heit, mit der amerikanische Telegraphenagenturen die Rede des Herrn Auld 
in Europa verbreiten, deutet bereits darauf hin, daß hier eine Einflußnahme 
auf die europäische öffentliche Meinung im Sinne der amerikanischen 
Auffassung zur Entschädigungs- und internationalen: Schuldenfrage versucht wird.‘ 
Zu den Ausführungen von Auld ist dreierlei zu sagen. Erstens besteht ein 
üungeheuerer Unterschied, worauf die deutsche Presse bereits hingewiesen hat, zwi- 
schen gewöhnlichem Kapitalexport ins Ausland und der Reparationskapitalbildung 
zu Gunsten des Auslandes. Bei gewöhnlichem Kapitalexport wird das importierende 
Land mit den Leistungen des Exportlandes ausgestattet, sodaß zu Recht eine Über- 
iremdung des Eigentums und der oberen Funktionärstellen der mit dem Kapital 
geschaffenen industriellen und Verkehrsanlagen stattfindet. In unserem Falle da- 
gegen erfolgt die Überfremdung auf der moralisch unhaltbaren Grundlage des Ver- 
sailler Diktats. Alle Beteuerungen des ehemaligen Rechnungsdirektors des Wieder- 
herstellungsausschusses vermögen nicht, Unmoral in Moral zu verwandeln!). Dies 
um so weniger, als die einzige Effektivität der Reparationszahlungen, — und den 
fiktiven Charakter zeigt ja grade Auld selbst auf —, wie wir gesehen haben, eine 
Störung unseres kulturellen Lebens ist und solche Störung deutscher Kultur doch 
keine Wiederherstellung von Schäden in den Entente-Ländern darstellt! © 
Zweitens muß man Auld, dem genauen Kenner des Dawesplans, mit Bonn?) 
entgegen halten, daß „geborgte Leistungsfähigkeit keine Leistungsfähigkeit in den 
Augen des Dawesplans ist, abgesehen. von den ausdrücklich vorgesehenen Bestim- 
mungen über die Kreditaufnahme‘“ — „Wenn es keine Übertragungsschwierigkeiternt 
gibt, so ist damit noch nicht gesagt, daß es keine Aufbringungsschwierigkeiten gibt.“ 
— „Wenn ein Land den Steuerdruck deswegen erträgt, weil seinen Steuerzahlern 
die Kapitalien, die sie an den Fiskus abliefern, gegen 7%) von ausländischem Ka- 
pitalisten wieder vorgeschossen werden, so ist die Leistungsfähigkeit für Steuer- 
zwecke nicht erwiesen.“ — „Zur Nachprüfung der Überlastung Deutschlands muß 
dann der Steuerdruck mit dem Druck in den alliierten Ländern verglichen wer- 
1) Siehe hierzu die Bemerkung der Kölnischen Zeitung (a. a. O.): „Woher will Herr Auld 
wissen, daß die Deutschland auferlegte Last nach der Meinung der internationalen Öffent- 
lichkeit den Grundsätzen der Billigkeit entspricht? Nehmen wir einmal die Auldsche Formel 
an, daß die Kriegsverluste unter den Völkern Europas in fairer Weise verteilt werden müssen. 
Weiß Herr Auld etwa nicht, daß dem Schuldposten der Alliierten gegenüber. dem amerika- 
nischen Gläubiger eine durchaus gleichwertige Zerstörung deutschen Inlandvermögens 
gegenübersteht? Gewiß haben Frankreich und Belgien ihre zerstörten Gebiete. Was berech- 
tigt dann aber das territorial vom Kriege gänzlich verschont gebliebene England zu Geldan- 
sprüchen an Deutschland? : Von den Vorleistungen Deutschlands durch Auslieferung seiner 
Handelsflotte, Abgabe allen unmittelbaren Kriegsgeräts, Verlust des gesamten Auslandsver- 
mögens usw. weiß der Amerikaner nichts.“ . ; . . ; 
%) Bonn, Befreiungs- oder Beleihungspolitik, a, a, 0. Seite 136f£. . 
5) Es kommen Zinsen bis über 10% in Frage; siehe unter Kapitel 3,
	        

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Reparations-Sabotage Durch Die Weltwirtschaft. Gloeckner, 1928.
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