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Reparations-Sabotage durch die Weltwirtschaft

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Bibliographic data

fullscreen: Reparations-Sabotage durch die Weltwirtschaft

Monograph

Identifikator:
1779855281
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-164105
Document type:
Monograph
Author:
Mahlberg, Walter http://d-nb.info/gnd/101605218
Title:
Reparations-Sabotage durch die Weltwirtschaft
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Gloeckner
Year of publication:
1928
Scope:
VI, 122 S.
graph. Darst
Digitisation:
2021
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
2. Die Sabotage der Reparationszahlungen durch den Mechanismus der Weltwirtschaft
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Reparations-Sabotage durch die Weltwirtschaft
  • Title page
  • Contents
  • 1. Die Unmöglichkeit des Ausgleichs von Zahlungsbilanzsalden und der Denkfehler der Ausgleichsnotwendigkeit
  • 2. Die Sabotage der Reparationszahlungen durch den Mechanismus der Weltwirtschaft
  • 3. Schlußfolgerungen für die Organisation des Geld- und Kapitalmarkts

Full text

Weltwirtschaftliche Grundlagen einer deutschen Reparationspolitik, ©‘ 101 
wirtschaftlichen und wissenschaftlich-objektiven Argumente gegen den Irrwahn der 
Reparationen laut und deutlich auf den Verhandlungstisch zu legen und können 
dann in Ruhe das weitere abwarten. Denn wir könnten, sofern die wissenschaft- 
liche Argumentation zutrifft, die aufreizende Präambel hinzufügen: „Jeder Tag Ver- 
zögerung läßt uns noch nachträglich den Krieg wirtschaftlich gewinnen!“ 
Es bedarf nach unserer Auffassung zur Niederschlagung des Reparationsplans 
mithin einer immer erneuten internationalen Debatte. Daß der Gedanke der Strei- 
chung bereits gedacht wurde, ist bekannt, wie beispielsweise folgende Ausführung 
des bekannten Nationalökonomen Irving Fisher von der Yale-Universität in den 
Vereinigten Staaten zeigt1): „Das große Problem der Gegenwart ist Friede, Laßt 
uns Frieden haben. Wenn eine vollkommene Streichung der Kriegsschulden zum 
Frieden führt, so laßt uns die Kriegsschulden streichen. Wenn Senator Borahs Vor- 
schlag, für die Kriegsschulden die deutschen Reparationszahlungen zu streichen, in 
entsprechender Form von den Alliierten angenommen würde, so laßt uns diese 
Gelegenheit ergreifen, um dieses Problem endlich seiner endgültigen Erledigung zu- 
zuführen, denn die Zeit ist gekommen, um die Welt von diesem Albdruck zu be- 
freien, welcher, wenn er bestehen bleibt, leicht die Ursache größerer internationaler 
Verwicklungen werden könnte als jene, welche den Weltkrieg heraufbeschworen 
haben.“ 
Neben obigem Hauptgrundsatz einer deutschen Reparationspolitik, darauf zu 
adrängen, die für uns, die Entente und die Neutralen schädliche Zwangswirtschaft 
durch Streichung der Reparationen aufzuheben, sind weitere politische Gesichts- 
punkte zu beachten, welche Teilfragen betreffen. 
1. Die Stimmen im Inland, welche aus Furcht — man könnte fast sagen aus 
„Platzfurcht“ — vor der Devisenaufbringung die Sachlieferungsform propagieren, 
müssen verstummen, Sachlieferungen. sind abzulehnen wegen ihrer doppelten welt- 
wirtschaftlichen Gefährlichkeit, die wiederum für die übrige Welt schädlicher ist als 
für uns. 
2, Die deutsche Regierung ist zu schärfstem Widerstand gegen Sachlieferungs- 
anforderungen für privatwirtschaftlich unrentable Anlagen in Frankreich, Belgien und 
deren Kolonien nicht nur berechtigt, sondern weltwirtschaftlich verpflichtet. Sie 
müßte dagegen geradezu vor dem Forum des Völkerbundes „Anzeige erstatten‘, 
8. Im kulturellen Interesse Deutschlands ist vorzuziehen, daß das Eigentum und 
die Betriebe der öffentlichen Hand „überfremdet‘‘ werden und die privaten Unter- 
nehmungen von „Fremdherrschaft‘“ möglichst freibleiben. Dieses Interesse deckt sich 
mit den Bedürfnissen des Weltverkehrs nach Übersehbarkeit der Qualität 
des Schuldners. Während selbst relativ kleine Kommunen geeignet sind, als 
international übersehbare Schuldneradresse aufzutreten, sofern die in Frage kom- 
menden Summen nicht zu klein sind, sind vielfach private Unternehmungen wegen 
ihres relativ kleinen Kapitalbedarfs kein. geeignetes Objekt internationaler Finanzie- 
rung, selbst wenn sie in ihrem deutschen Umkreis und innerhalb. ihrer Branche als 
mittlere bis große Firmen gelten. Für sie kommt Finanzierung durch eine inter- 
nationale Trust-Company in Betracht, sodaß sich für sie das Auslandskapital etwas 
teuerer stellt als für Kommunen, welche als direkte „Aufgabe‘‘ auftreten können. 
4. Eine Aufhebung des Währungsschutzes bei der Transferierung ist unmöglich, 
weil der internationalen Devisenspekulation zugunsten der deutschen Währung da- 
durch der sichere Boden unter den Füßen weggezogen werden würde, . 
5. Man mache es dem Vertragsgegner bequem und rentabel, sein Geld, das bei 
1) Irving Fisher, Kriegsschuldenstreichung ? Industrie- und Handelszeitung v. 13. 3. 28.
	        

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Reparations-Sabotage Durch Die Weltwirtschaft. Gloeckner, 1928.
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