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Reparations-Sabotage durch die Weltwirtschaft

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Bibliographic data

fullscreen: Reparations-Sabotage durch die Weltwirtschaft

Monograph

Identifikator:
1779855281
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-164105
Document type:
Monograph
Author:
Mahlberg, Walter http://d-nb.info/gnd/101605218
Title:
Reparations-Sabotage durch die Weltwirtschaft
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Gloeckner
Year of publication:
1928
Scope:
VI, 122 S.
graph. Darst
Digitisation:
2021
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
3. Schlußfolgerungen für die Organisation des Geld- und Kapitalmarkts
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Reparations-Sabotage durch die Weltwirtschaft
  • Title page
  • Contents
  • 1. Die Unmöglichkeit des Ausgleichs von Zahlungsbilanzsalden und der Denkfehler der Ausgleichsnotwendigkeit
  • 2. Die Sabotage der Reparationszahlungen durch den Mechanismus der Weltwirtschaft
  • 3. Schlußfolgerungen für die Organisation des Geld- und Kapitalmarkts

Full text

112 Schlußfolgerungen für die Organisation des Geld- und Kapitalmarkts, 
Das ist das Prinzip, das einer Reihe von Abwandlungen fähig ist. Zur Zeit 
werden in größtem Umfange deutsche Inlandswechsel in New York in gewöhnlicher 
Weise, also als ob es sich um reinen Inlandsverkehr handele, rediskontiert, was 
bezüglich der Geldbeschaffung auf denselben Effekt wie das Pensionsgeschäft her- 
auskommt. Da man aber dabei das Prinzip der „gebündelten Sicherheit“ nicht 
anwendet, so wird diese Geldbeschaffung wesentlich teuerer sein als die im Wege 
der Pensionierung derselben Wechsel, Hier wäre also der Hebel anzusetzen, Für 
die nicht gebündelte Form wird sprechen, daß — als Folge unserer starken kurz- 
fristigen Verschuldung — relativ mehr „große“ Wechselabschnitte zur Verfügung 
stehen und daß, wenigstens für New York, die Reisedauer den Umtausch von 
Wechselpaketen stört, Schweizer Banken nehmen deutsche Wechsel zur Rediskon- 
tierung herein und geben sie bei Fälligkeit an die Reichsbankstelle Lörrach an der 
deutschen Grenze, wo sie Girokonto unterhalten. Den Markerlös auf Girokonto 
verwenden sie dann immer wieder von neuem zur Hereinnahme deutscher Wechsel, 
wodurch sie von Kursschwankungen frei sind, da sie dauernd dasselbe Quantum 
Geld in Deutschland haben und nur bei endgültiger Auflösung dieses Arbeitsfeldes 
auf einen entsprechenden Kurs Rücksicht nehmen müssen oder — keine Rücksicht 
nehmend — eine etwaige Kurseinbuße, die außerdem nur minimal sein kann, 
auf den Verdienst der ganzen Jahre sich verteilt denken. 
Das Wechselpensionsgeschäft ist die internationale Parallele zu dem inländi- 
schen Vorgang des Bankkredits etwa an Fabrikanten, die als Sicherheit ihre Kun- 
lenwechsel einreichen, Der einzige Unterschied besteht, da die Kursschwankungen 
praktisch zu eliminieren sind, nur darin, daß die weitere Manipulation der Wechsel, 
die über die Kreditgewährung hinausgeht, also das Inkasso, nicht wie im imlän- 
lischen Verkehr als weiteres lukratives Geschäft von der kreditgebenden. Bank 
gleich mitbesorgt wird, sondern als Teilfunktion bei der deutschen Bank ver- 
bleibt, welche materiell nur Kreditagent ist. Damit präsentiert sich das Wechsel- 
pensionsgeschäft, wenn. wir nun einmal durch die Reparationszahlungen der ganzen 
Welt als Bankier bedürfen, als die der finanziellen Situation angemessene Form 
des Bankkredits der deutschen Wirtschaft im Ausland. Wohl gemerkt bedeutet dieses 
Geschäft eine Zwischenhand mehr zwischen dem Geld suchenden Fabrikanten und 
der per Saldo finanzierenden Auslandsbänk, Daß letztere wie jede Bank auch nur 
Kreditweiterleitung betreibt, kann hier außer Betracht bleiben. Zwangswirtschaft 
erzeugt, wie uns die Kriegs- und Inflationszeit gelehrt hat, verteuernde Zwischen- 
hände. Es ist klar, daß die Zwischenbhände auf die Dauer nur erträglich sind, 
wenn sie zu allerniedrigsten Kosten ihren Zwischendienst leisten, Wenn vor dem 
Kriege die Banken ihre Kundenwechsel nicht untereinander rediskontierten, so 
unterließen sie dies nicht nur mit Rücksicht auf ihr Prestige, sondern mindestens 
ebenso stark aus dem Grunde, weil ihnen. dann kein Zwischengewinn mehr mög- 
lich war. Anders die Form der Wechselpension, welche Geld annähernd zum Privat- 
satz hereinschaffte. Zweifellos wird man auf diese billigste Zwischenband-Möglich- 
keit wieder zurückgreifen müssen, trotzdem die deutsche Bankwirtschaft durch 
ihre Monopolstellung die „Addition ihrer Selbstkosten‘“ plus nach ihrer Meinung 
notwendiger Zwischenmarge als „Marktpreis‘“ diktieren könnte, denn sonst werden 
ihnen die Banken der umliegenden Länder große und grade die besten Teile des 
Wechselgeschäfts wegnehmen, sei es, daß sie Grenzpositionen wie die Schweizer 
Banken bei der Reichsbank in Lörrach, sei es, daß sie Filialen überall in Deutsch- 
land errichten, Die ausländischen Banken können mindestens um den Zwischen- 
Iohn unserer Institute billiger sein, sie sind in der Devisenbeschaffung und im 
Auslandsinkasso leistungsfähig und vor allem in der Lage, Neu-Emissionen ihrer
	        

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Kritische Geschichte Der Nationalökonomie Und Des Socialismus. Grieben, 1875.
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