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Reparations-Sabotage durch die Weltwirtschaft

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Bibliographic data

fullscreen: Reparations-Sabotage durch die Weltwirtschaft

Monograph

Identifikator:
1779855281
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-164105
Document type:
Monograph
Author:
Mahlberg, Walter http://d-nb.info/gnd/101605218
Title:
Reparations-Sabotage durch die Weltwirtschaft
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Gloeckner
Year of publication:
1928
Scope:
VI, 122 S.
graph. Darst
Digitisation:
2021
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
3. Schlußfolgerungen für die Organisation des Geld- und Kapitalmarkts
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Reparations-Sabotage durch die Weltwirtschaft
  • Title page
  • Contents
  • 1. Die Unmöglichkeit des Ausgleichs von Zahlungsbilanzsalden und der Denkfehler der Ausgleichsnotwendigkeit
  • 2. Die Sabotage der Reparationszahlungen durch den Mechanismus der Weltwirtschaft
  • 3. Schlußfolgerungen für die Organisation des Geld- und Kapitalmarkts

Full text

Schlußfolgerungen für die Organisation des Geld- und Kapitalmarkts. 115 
zu haben vorgibt, um sich langfristig in deutscher Anlage zu engagieren, es sei 
denn — und hier zeigt sich diese Vertrauensfrage als eine relative Angelegem- 
äeit —, daß exotische Zinsen gezahlt und dazu noch ungewöhnliche Sicherheiten 
gegeben werden. Man muß deshalb versuchen, 1. die Kreditgeber anzulocken und 
2. die Kredite zu verbilligen. Was nachstehend an bereits vorgenommenen Ver- 
suchen aufzuzählen ist, wirkt in den meisten Fällen nach beiden Richtungen, weil 
Zinshöhe und Kreditsicherheit in Relation stehen. Im übrigen ist es Zweck unserer 
Ausführungen, zu systematischen Versuchen anzuregen, neue Methoden zu er- 
denken, 
Ehe wir die bisherigen Neuerscheinungen behandeln, darf auf zwei Einzel. 
heiten vorweg eingegangen werden, Erstens sei auf die Zusammenstellung des 
Schriftleiters der „Wirtschaftsberichte der Auskunftei Schimmelpfeng‘“ über 
die bisherigen deutschen Auslandsanleihen!) hingewiesen, deren Inhalt den un- 
geheueren Umfang der bereits eingetretenen weltkapitalistischen Verflechtung oder 
Verschuldung Deutschlands zeigt und im übrigen eine außerordentlich interessante 
und reichhaltige, für den praktischen Gebrauch mit allen nötigen Angaben ausge- 
stattete Emissionsgeschichte darstellt. — Zweitens sei — wie mir scheint, an 
dieser Stelle passend — auf die Bemerkung von Bonn®) eingegangen, daß für 
unsere kapitalistische Verflechtung ins Ausland die Auslandsemission von Aktien 
wünschenswerter sei als diejenige von Obligationen, weil Dividenden nur bezahlt 
zu werden brauchten, soweit ein Gewinn erzielt wurde, während Obligationszinsen 
„in Ländern, in denen man nicht der Auffassung huldigt, Obligationäre seien Kapi- 
talisten minderen Rechts, eine sehr viel festere Belastung darstellen‘, Seine Aus- 
führungen sind getragen von der volkswirtschaftlichen Sorge um Fehlverwendung 
der Auslandskapitalien. Mir scheint seine Auffassung zweifelhaft, denn sie geht 
von der Ausnahme statt von der Norm aus; die Norm für die Aktie ergibt sich 
aus dem Durchschnitt. Auf den Durchschnitt der Jahre gerechnet wird stets als 
Norm für jedes Jahr eine Dividende gezahlt, sodaß sich fette mit mageren Jahren 
abwechseln, und außerdem ist diese Durchschnittsdividende höher als der nor- 
male Obligationszins, Das wird natürlich Bonn selbst wissen, ihm ist es mehr 
um die mit der Frage zusammenhängende Überfremdungsgefahr zu tun: Unter- 
nehmungen mit größerem Kapital in Obligations-, also in „Schuld‘“-Form könn- 
ten bei nicht verdienten Schuldzinsen wegen rückständiger Zinsschuld leicht in 
Konkurs geraten, und bei der dann notwendig werdenden Reorganisation durch 
die ausländischen Gläubiger käme es wahrscheinlich dazu, daß die einheimischen 
Aktionäre ihr Geld verlieren und die Reorganisatoren sich Sicherheiten und Ein- 
fluß verschaffen, „Die Überfremdungsgefahr, die man verhindern wollte, wird 
dadurch geradezu heraufbeschworen,‘“ Auch das scheint mir zweifelhaft und 
nicht völlig kausal. Bei einer angemessenen Mischung von Aktienkapital und Ob- 
ligationen bei der Finanzierung der Unternehmungen können in schlechten Jah- 
ren Unterbilanzen wegen der Zinszahlungen oder richtiger in Höhe der Zinszah- 
lungen eintreten, so stark bzw. so lange Zeit, daß das eigne Kapital ganz oder 
zum Teil davon aufgezehrt wird, Die obigen „Reorganisatoren‘“ würden dann 
selbstredend zu Recht ihr Eigentum durch geeignete Maßnahmen zu retten suchen, 
Aber die causa dieser Folge ist doch nicht die juristische Form der Rentengenuß- 
Kontrahierung für die Geldgeber, sondern schlechte Gesundheit des betreffenden 
Betriebs, Wenn die Gesundheit gerade nur so schlecht ist, daß während längerer 
Jahre zwar alle anderen Betriebskosten gedeckt werden und nur die Zinsen nicht 
a 1) Pfitzner, Deutschlands Auslandsanleihen, Carl Heymann, Berlin, 1928. 
?) Bonn, Beleihungs- oder Befreiungspolitik? a, a. O0. Seite 63.
	        

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Reparations-Sabotage Durch Die Weltwirtschaft. Gloeckner, 1928.
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